Dominikanische Republik plant Grenzbefestigung zu Haiti

  • Karibik - 02.03.2021

Die Dominikanische Republik will innerhalb der nächsten zwei Jahre eine dauerhafte Grenzbefestigung zum Nachbarland Haiti errichten. Mit dem Bau eines entsprechenden Gitterzaunes soll in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden, sagte der dominikanische Präsident Luis Abinader am Wochenende laut einem Bericht des Portals El Dia. Zu weiteren Grenzsicherungsmaßnahmen sollen künftig auch Kameras mit Gesichtserkennungssoftware, Bewegungssensoren und Infrarot-Überwachung zählen.

„Innerhalb von zwei Jahren wollen wir die großen Probleme der illegalen Migration, des Drogenhandels und des Transfers gestohlener Fahrzeuge beenden, unter denen wir seit Jahren leiden. Wir wollen den Schutz unserer territorialen Integrität und unserer Unabhängigkeit erreichen“, so Abinader.

Zwischen den beiden Nachbarländern der Karibikinsel Hispaniola gibt es seit Jahren Spannungen. Zuletzt sorgte eine starke Auslastung von dominikanischen Krankenhäusern durch schwangere Frauen aus Haiti, die dort ihre Kinder zur Welt bringen, für eine hitzige Debatte im Land.

Haiti wird seit Wochen von schweren Unruhen erschüttert. Die Opposition fordert Präsident Juvenel Moise zum Rücktritt auf. Streitpunkt ist unter anderem die Dauer seiner Amtszeit. Während Moise von einer fünfjährigen Amtszeit ausgeht, ist die Opposition der Ansicht, die Präsidentschaft sei am 7. Februar nach vier Jahren beendet gewesen. Moise hatte eine baldige Verfassungsreform angekündigt sowie Neuwahlen für das kommende Jahr ausgerufen. Als Reaktion auf die Unruhen sowie die Entführung dominikanischer Bürger in Haiti verstärkte die Dominikanische Republik bereits die Grenze.

Bischöfe: Migranten gerecht und solidarisch gehandeln

In ihrer Botschaft zum Nationalfeiertag haben die Bischöfe der Dominikanischen Republik zu einer guten Behandlung von Migranten aus Haiti aufgerufen. Ein sozial gesundes Zusammenleben, geprägt von der Brüderlichkeit, manifestiere sich in der „gerechten und solidarischen Art und Weise, in der Migranten behandelt werden", heißt es in dem Schreiben, das am vergangenen Samstag veröffentlicht wurde. „Es besteht kein Zweifel, Migration ist ein Zeichen unserer Zeit: Viele Menschen, auf verschiedenen Teilen des Planeten, sind gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen." Obwohl, wie sie schreiben, Aufnahmegesellschaften um ihren Lebensstandard fürchten, rufen die Bischöfe gemeinsam mit Papst Franziskus dazu auf, die „Tugend der Gastfreundschaft mit dem Ausländer" zu praktizieren.

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