Tote und Verletzte durch Erdbeben in Indonesien

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Richterskala hat auf der indonesischen Insel Sulawesi große Schäden angerichtet. Nach Angaben der Tageszeitung Jakarta Post kamen mehr als 36 Menschen durch die Folgen der Erdstöße ums Leben. Am stärksten betroffen ist offenbar die Stadt Mamuju, die im Westen der Insel an der Straße von Makassar liegt. Das Krankenhaus der 100.000-Einwohner-Stadt Mamuju sei durch das Beben dem Erdboden gleichgemacht worden, schreibt das indonesische Nachrichtenportal Jakarta Post.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS war das Beben auch in Malunda und auf der benachbarten Insel Borneo zu spüren. Inzwischen wurden auch mehrere Nachbeben verzeichnet; Experten befürchten, dass hierdurch Gebäude einstürzen können, die durch das erste Beben beschädigt worden waren.

Erste Nothelfer befinden sich bereits vor Ort, um  die Betroffenen zu unterstützen. Rund 15.000 Menschen müssten zumindest vorübergehend in Notunterkunften untergebracht werden, erklärte Sudirman Said, Generalsekretär des indonesischen roten Kreuzes, heute Morgen in einer Pressemitteilung. Eine besondere Herausforderung liege darin, trotz allem auch die Corona-Schutzregeln einzuhalten. „Wir arbeiten in Doppelschichten, um den Verletzten zu helfen und sie vor COVID-19 zu schützen“, so Said.

Hilfsorganisationen wie Caritas international und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kündigten Nothilfeaktionen an. „Wir stehen bereit, den betroffenen Menschen zu helfen, die nach dieser Katastrophe alles verloren haben," sagte der Leiter für Internationale Zusammenarbeit beim DRK, Christof Johnen. Eine besondere Herausforderung sei die zerstörte Gesundheitsinfrastruktur.

Caritas international stellte für die Betroffenen 50.000 Euro Soforthilfe bereit. Lokale Einsatzteams leisteten bereits medizinische Nothilfe, so die Hilfsorganisation am Freitag in Freiburg. In Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden vor Ort könnten Nahrungsmittel und Hygiene-Artikel bereitgestellt werden. Es sei von Dutzenden Toten und mehreren Hundert Verletzten auszugehen, so Caritas international.

Dwikorita Karnawati, Chefin des indonesischen Amtes für Meteorologie und Geophysik, warnte unterdessen laut Medienberichten vor  weiteren schweren Nachbeben sowie der Gefahr eines Tsunamis für die Hafenstadt Mamuju.

Die Zeitung Jakarta Post berichtete, unter den Bewohnern der Insel Sulawesi sei in Erinnerung an das Erdbeben und den Tsunami vor zweieinhalb Jahren Panik ausgebrochen. Im September 2018 waren durch die Doppelkatstrophe 70.000 Menschen obdachlos geworden.

 © Text: Weltkirche.de/KNA