Missio-Partner hoffen auf baldigen Zugang zu äthiopischer Krisenregion

  • Äthiopien - 07.12.2019

Laut einem Bericht an Missio München hat ein lokaler Missio-Partner eine erste Stabilisierung der Situation in der nordäthiopischen Region Tigray festgestellt. „Seit der Information vom vergangenen Samstag (28.11.), dass die Regierungstruppen Mekele, die Hauptstadt der Region Tigray, eingenommen haben, verzeichnen wir einen Rückgang der Flüchtlingsströme Richtung Südsudan“, berichtet der äthiopische Projektpartner.

Die Infrastruktur der umkämpften Region sei jedoch massiv zerstört, Schulen und Gesundheitszentren verwüstet. „Niemand weiß, wie viele Menschen getötet wurden, wie viele Zivilisten ihr Leben verloren haben“, schreibt der Projektpartner. Noch sei nicht einzuschätzen, wie die Lage für die Menschen vor Ort aussehe. „Es gibt keinerlei Überblick über die humanitäre Notlage, aber wir gehen davon aus, dass ein Notstand an Lebensmitteln für die ganze Region zu verzeichnen ist.“

In der äthiopischen Region hatten über Wochen hinweg Kämpfe zwischen Soldaten der äthiopischen Armee gegen Streitkräfte der regionalen Regierung von Tigray, der Tigray People´s Liberation Front (TPLF) stattgefunden. Noch ist unklar, ob mit der Einnahme der regionalen Hauptstadt Mekele durch Regierungssoldaten die Kriegshandlungen zu Ende sind. Die Kämpfe haben Hunderten von Menschen das Leben gekostet und mehr als 40.000 Menschen zur Flucht bewegt.

Für Missio München ist Äthiopien ein Schwerpunktland der Projektarbeit. Die Kontakte sind eng, der Bischof der Region, Tesfaselassie Medhin, war 2018 im Monat der Weltmission Oktober zu Gast in Bayern. Erst vergangene Woche konnte Missio München ein großangelegtes Projekt für die Krise bewilligen:

Gemeinsam mit der Bayerischen Staatskanzlei sichert Missio München mit insgesamt 700.000 Euro den Zugang zu sauberem Trinkwasser in der umkämpften Region Tigray. Mit rund 550.000 Euro fördert die Bayerische Staatskanzlei diese Zusammenarbeit vor Ort.

© Text: Missio München