Kirchliche Hilfswerke kritisieren Kolumbiens Regierung

  • Menschenrechte - 25.11.2020

Katholische Entwicklungsorganisationen warnen vor einem Scheitern des Friedensprozesses in Kolumbien. Präsident Ivan Duque behindere die Umsetzung des vor vier Jahren unterzeichneten Friedensvertrags, kritisierten Caritas international, Adveniat, Pax Christi, Action pro Colombia, die Gruppe „Menschenrechte für Kolumbien“ sowie der Diözesanrat Aachen am Freitag. Die Bundesregierung müsse ihre finanzielle Unterstützung und Entwicklungszusammenarbeit in Kolumbien von Fortschritten im Friedensprozess abhängig machen.

„Deutschland und die EU unterstützen den Friedensprozess großzügig, auch finanziell. Diese Unterstützung darf nicht einfach weiterfließen, wenn unsere Partner aus der Zivilgesellschaft, die sich für Frieden und Menschenrechte einsetzen, nicht angemessen geschützt werden“, sagte Monika Lauer-Perez von Adveniat.

Caritas international beobachtet Drohungen und Ermordungen von Friedensaktivisten und Menschenrechtlern. 2019 seien 124 Aktivisten ermordet worden, in diesem Jahr 95. „Die Kommission für Sicherheitsgarantien, die federführend für die Regierung Maßnahmen entwickeln soll, um die Zivilgesellschaft wirksam vor Gewalt zu schützen, wird von der Regierung ignoriert und ausgebootet“, so Caritas-international-Chef Oliver Müller.

Pax christi sprach von zunehmend autoritären Tendenzen in dem südamerikanischen Land. Auch die Unabhängigkeit der Justiz sei in Gefahr. Demonstrationen und soziale Proteste würden von der Polizei brutal unterdrückt.

Am 24. November 2016 hatte die Regierung des damaligen Präsidenten Juan Manuel Santos das Friedensabkommen mit der größten Rebellenorganisation des Landes (FARC) unterzeichnet. Es beendete den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg. Für seinen Einsatz erhielt Santos 2016 den Friedensnobelpreis.

© Text: KNA