Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 19.10.2020.

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  • Corona-Pandemie - 19.10.2020

Die Uno-Flüchtlingshilfe warnt vor Hunger; Friedenspreisträger Amartya Sen fordert einen neuen Einfallsreichtum im Umgang mit anderen Menschen und Argentinien verzeichnet immer höhere Corona-Fallzahlen. Der Überblick.

Corona-Pandemie in Argentinien breitet sich weiter aus

Die Corona-Pandemie in Argentinien breitet sich immer weiter aus: Am Mittwochabend (Ortszeit) vermeldete die Tageszeitung „La Nacion“ unter Berufung auf offizielle Angaben weitere 14.932 Infektionen und 350 an Covid-19-Infektionen verstorbene Menschen. Mit nun rund 925.000 registrierten Infektionen gehört Argentinien zu den Ländern mit den meisten Infektionen weltweit und dürfte in dieser Woche Kolumbien auf Platz fünf ablösen.

Argentinien hatte auf den Ausbruch der Pandemie mit einem strengen wochenlangen Lockdown reagiert, der allerdings dazu führte, dass die Wirtschaft massiv einbrach und die Armutsrate deutlich anstieg. Trotzdem breitete sich das Virus nun massiv aus und sorgte für einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen in den vergangenen 14 Tagen. Inzwischen sind fast 25.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Zuletzt gingen in Argentinien zehntausende Demonstranten gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Alberto Fernandez auf die Straße.

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Philippinische Kirchen dürfen wieder mehr Besucher aufnehmen

Die philippinische Hauptstadt Manila lockert weiter die Corona-Beschränkungen für Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen. Laut der von Bürgermeister Isko Moreno am Montag erlassenen Verfügung dürfen Kirchen nun 30 Prozent ihrer Sitzplätze statt wie bisher nur 10 Prozent für Gottesdienstbesucher freigeben.

Messen dürfen auch in Schulen gefeiert werden, um eine Überfüllung von Kirchen zu den anstehenden Festen und Feiertagen zu vermeiden und Abstand zu ermöglichen. Laut der neuen Verordnung dürfen künftig nur Bürger zwischen 18 bis 65 Jahren an religiösen Veranstaltungen in Kirchen teilnehmen.

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UNO-Flüchtlingshilfe warnt vor Hunger wegen Corona-Krise

Die UNO-Flüchtlingshilfe hat vor den Folgen zunehmender Ernährungsunsicherheit wegen der Corona-Pandemie gewarnt. „Ein Teufelskreis von Gewalt, Hunger und Flucht entsteht, wenn Nahrung knapp wird“, erklärte Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer am Donnerstag in Bonn. Länder mit niedrigen oder mittleren Einkommen nähmen 85 Prozent der Flüchtlinge weltweit auf. Diese Staaten hätten ein schwächeres Gesundheitswesen, Wasserversorgungssystem und unzureichende Sanitäranlagen.

„Maßnahmen gegen die Pandemie haben zudem negative Auswirkungen auf die Wirtschaft, viele Menschen verlieren ihre Einkommen, und die Mangelernährung steigt.“ Zugleich zeigten die Auswirkungen der Konflikte wie im Südsudan, wie sehr Hunger und Flucht zusammenhingen, betonte der Geschäftsführer.

Im Südsudan selbst besteht den Angaben zufolge Nahrungsmittelknappheit für mehrere Millionen Menschen. Aufgrund von Vertreibungen könnten Felder nicht mehr bestellt werden. Ein Großteil der süd-sudanesischen Flüchtlinge sei unterernährt. Etwa vier Millionen Menschen – fast ein Drittel der Bevölkerung des Südsudan – hätten durch den Konflikt keine Heimat mehr. 82 Prozent der südsudanesischen Flüchtlinge seien Frauen und Kinder.

Das UNHCR sorgt den Angaben zufolge dafür, dass Flüchtlingen und ihren Familien ausreichend Lebensmittel und Wasser zur Verfügung stehen. Die Helfer teilten nährstoffreiche Spezialnahrung sowie Nothilfepakete mit Grundnahrungsmitteln wie Öl, Reis sowie Küchensets aus.

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Lob für kirchliche Corona-Konzepte – Sorge um Weihnachten

Ein Gottesdienstbesuch ist nach Einschätzung des Chefs des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, „relativ sorglos“ möglich, wenn die Hygienekonzepte eingehalten werden. „Es gibt mittlerweile sehr gute Gottesdienstkonzepte“, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Dagegen seien „Gedränge und Gesang oder Blasinstrumente leider ein optimaler Verbreitungsweg für das Virus“. In den vergangenen Monaten habe es nur wenige Ausbrüche in Kirchen gegeben.

Ein besonderes Ansteckungsmuster für bestimmte Religionsgruppen, Gottesdienste oder religiöse Feiern wie Hochzeiten sieht Wieler nicht. „Es ist trivialer und unabhängig von Religionsgemeinschaften: Wo sich viele Menschen ohne Abstand in geschlossenen Räumen begegnen, besteht hohe Ansteckungsgefahr.“

© Text: KNA

Sternsinger stellen 217.000 Euro für Hygiene- und Infektionsschutz in Kamerun bereit

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stellen die Sternsinger rund 217.000 Euro Soforthilfe für Schulkinder in Kamerun bereit. Mit dem Geld wird ein Programm zur Verbesserung der Hygienesituation in Schulen und zum Schutz vor Covid-19 für knapp 11.300 Mädchen und Jungen in der Diözese Ngaoundere im Norden des Landes umgesetzt. Zu den konkreten Hilfsmaßnahmen an insgesamt 45 Bildungseinrichtungen zählen die Aufklärung der Schüler über das Virus, das Verteilen von Masken an Kinder und Lehrer und die Ausstattung der Klassenzimmer mit Desinfektionsmitteln und Seife zum regelmäßigen Händewaschen. Damit die Schulen auf sauberes Wasser zugreifen können, werden zudem an sieben Einrichtungen, die bislang keine Wasserversorgung haben, Brunnen errichtet.

„Kamerun ist ein krisengebeuteltes Land. Die Terrororganisation Boko Haram verbreitet Angst und Schrecken unter der Bevölkerung, es gibt immer wieder politische Unruhen und Konflikte, wie etwa die Sezessionsbestrebungen der englischsprachigen Regionen. Die Corona-Pandemie kommt für die Menschen dort erschwerend hinzu“, sagt Magnus Brüning, Leiter der Auslandsabteilung im Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘. „Einer unserer Förderschwerpunkte in dieser weltweiten Gesundheitskrise ist die schulische Bildung. Wir sorgen gemeinsam mit unseren Partnern dafür, dass die Kinder trotz Corona sicher die Schule besuchen können und Hygieneregeln eingehalten werden. So verhindern wir, dass Bildungslücken zu groß werden oder Kinder gar nicht mehr in die Schule zurückkehren. Der Schulbesuch bedeutet nicht nur Lernen, sondern auch Sicherheit und ein Stück Normalität für die Kinder. Ohne Bildung ist die Zukunft der Mädchen und Jungen in großer Gefahr“, so Brüning. 

Das Kindermissionswerk hat bislang 36 Projekte speziell zur Bewältigung der Corona-Pandemie im Umfang von rund 1,86 Millionen Euro bewilligt. Neben den spezifischen Corona-Nothilfen werden die bestehenden Sternsinger-Projekte, soweit erforderlich, an die Corona-Krise angepasst.
 

© Text: Kindermissionswerk

Bamberg - 20.09.2021

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gibt den Vorsitz der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ab. „Aus Altersgründen“ stelle er bei der Vollversammlung der Bischöfe in der kommenden Woche in Fulda sein Amt nach 15 Jahren zur Verfügung, berichtet der „Fränkische Tag“ (Samstag).

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Friedenspreisträger Sen: Pandemie bringt Erweiterung des Denkens

Nach Einschätzung des diesjährigen Friedenspreisträgers Amartya Sen könnte die beispiellose Dimension der Corona-Pandemie zu einer „Erweiterung des Denkens“ führen. „Wir sollten unser Leben in einem größeren Zusammenhang sehen“, sagte der 86 Jahre alte indische Wirtschaftsphilosoph am Donnerstagabend in einer digitalen Pressekonferenz im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

Die Pandemie zwinge dazu, sich zu überlegen: „Nicht, was ist gut für mich, sondern für den anderen“, sagte Sen. Denn es sei eine neue Situation, dass man bei der Begegnung mit jedem anderen Menschen nun daran denke, „dass er ein Virus in sich tragen könnte, das einen selbst töten kann“. Es brauche einen neuen Einfallsreichtum im Umgang mit anderen Menschen.

Die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, sagte bei der Pressekonferenz, Sens Werk könne „als Gebrauchsanweisung für den Aufbau einer besseren Welt nach der Corona verstanden werden“. Mit östlicher Weisheit breche der in Indien geborene Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Harvard University das eurozentrische Weltbild auf. Sen ermuntere dazu, „die Welt in ihrer Gesamtheit zu denken“.

© Text: KNA

13 Millionen Euro Corona-Hilfe für Kleinbauern im Globalen Süden

Das Bundesentwicklungsministerium sowie die Organisationen Fairtrade International und Forum Fairer Handel stellen 13 Millionen Euro Corona-Soforthilfe für kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern zur Verfügung. Der Zuschussfonds unterstütze schnell und unbürokratisch 400.000 Kleinbauern in 24 Ländern des Globalen Südens, die durch die Pandemie in Schwierigkeiten geraten seien, teilte der Verein Transfair am Donnerstag in Köln mit.

Die Soforthilfe dient den Angaben zufolge zunächst zur Linderung der akuten Notlage der Kleinbauern und für Präventionsmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus. In großem Umfang würden Lebensmittel, Saatgut und Hygieneartikel in ländlichen Regionen verteilt und Aufklärungskampagnen zu Covid-19 über lokale Medien gestartet. Zugleich würden Ausrüstungsgegenstände wie Gewächshaus-, Mahl-, Schäl-, Röst-, Trocknungs- und Kompostanlagen bereitgestellt, laufende Betriebskosten übernommen und Beratungsdienstleistungen für die Bauernkooperativen, Verarbeitungsbetriebe und Exportunternehmen sichergestellt.

„Die Ärmsten in den Entwicklungs- und Schwellenländern brauchen unsere Solidarität – erst recht in Krisenzeiten“, erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). „Mithilfe unserer Netzwerke vor Ort können wir die Hilfsleistung koordinieren und abwickeln. So stellen wir sicher, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie benötigt wird“, so Transfair-Vorstandsmitglied Claudia Brück.

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Dossier

Eine zweite Welle hat Europa erfasst,  Teile Lateinamerikas sind noch bei der Bewältigung der ersten – und Teile Afrikas kamen bislang recht glimpflich davon. Ein Überblick, wie weltweit mit Corona umgegangen wird.


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Polen beschränkt wegen Corona Besucherzahl für Gottesdienste

Polen beschränkt wegen der Corona-Pandemie ab Samstag wieder die Teilnehmerzahl bei religiösen Feiern. Die Auflagen für Gotteshäuser hängen jeweils davon ab, ob sie in einer grünen, gelben oder roten Zone liegen, wie Regierungschef Mateusz Morawiecki am Donnerstagabend in Warschau bei der Vorstellung neuer Corona-Regeln erklärte. In den besonders stark von der Pandemie betroffenen roten Zonen, darunter Warschau, Krakau und Danzig, dürfe sich nur noch eine Person pro sieben Quadratmeter Fläche in Kirchen, Synagogen und Moscheen befinden.

Hier sind zudem Hochzeiten verboten und Schulen müssen ab den neunten Klassen auf Fernunterricht umstellen. Alle übrigen Landesteile stufte die Regierung als gelbe Zone ein. Dort sind mindestens vier Quadratmeter pro Gottesdienstbesucher vorgeschrieben. Als erstes polnisches Erzbistum entband Lodz am Donnerstag die Katholiken erneut von der Pflicht, an Sonntagen und Feiertagen die Messe zu besuchen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben am Mittwoch landesweit 91 Menschen, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung gebracht wird. Am Tag zuvor seien es 116 gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche (7-Tage-Inzidenz) liegt in den 16 polnischen Woiwodschaften zwischen 62 (Westpommern) und 178 (Kleinpolen mit der Metropole Krakau). Auch sieben katholische Bischöfe wurden in den vergangenen Tagen positiv auf das Coronavirus getestet. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne.

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An Covid-19 erkranktem Erzbischof von Asuncion geht es besser

 

Der vergangene Woche positiv auf eine Covid-19-Infektion getestete Erzbischof von Asuncion, Edmundo Valenzuela (75), befindet sich auf dem Weg der Besserung. Das berichteten lokale Medien am Mittwoch (Ortszeit). Er sei nun ohne Symptome, teilte Valenzuela mit. Wann er seine pastorale Arbeit wieder aufnehmen könne, wisse er allerdings nicht. Valenzuela hatte zu seinem 75. Geburtstag wie üblich Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt angeboten, den der Papst aber ablehnte. Er soll das Hauptstadt-Bistum zwei weitere Jahre bis November 2021 leiten.

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Mexikanischer Bischof verzichtet wegen Infektion auf Wahlrecht

In Mexiko hat der an einer Covid-19-Infektion erkrankte Bischof Raul Vera Lopez am Sonntag (Ortszeit) auf eine Stimmabgabe bei den Regionalwahlen verzichtet, um keine weiteren Mitbürger anzustecken. Wie das Portal Zocalo berichtet, habe sich der in Menschenrechtsfragen besonders engagierte Bischof von Saltillo dazu entschieden, obwohl das Wahllokal nur wenige Minuten von seiner Unterkunft entfernt liege. Vera Lopez war vor wenigen Tagen positiv auf eine Covid-19-Erkrankung getestet worden, sein Zustand sei aber stabil. Auch zwei Mitarbeiter aus dem Umfeld des Bischofs hätten einen positiven Testbescheid erhalten, berichten lokale Medien. Bischof Vera Lopez zählt wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte zu den prominentesten Mitgliedern der Mexikanischen Bischofskonferenz.

Mexiko zählt mit rund 850.000 registrierten Infektionen und 86.000 Toten zu den weltweit am härtesten betroffenen Ländern der Corona-Pandemie. Laut einer Statistik des Katholischen Multimedialen Zentrums sind bis Mitte Oktober in Mexiko bislang 91 Geistliche, 4 Ordensschwestern und 7 Diakone an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben.

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Übersicht

In Deutschland werden die Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Infektionen wieder strenger. Wieder wird überlegt, wie kirchliches Leben unter Lockdown-Bedingungen möglich sein kann. Ein Blick in die Weltkirche gibt hier spannende Anregungen


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