Kindermissionswerk fürchtet Rückschritt bei Kinderrechten

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  • Kinderrechte - 20.09.2020

Millionen junger Menschen seien durch Covid-19 aus dem Blick geraten, bemängelt Petra Schürmann, Fachreferentin für Kinderrechte im Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘. Hierdurch werde das Risiko von Teenager-Schwangerschaften, Kinderarbeit und familiärer Gewalt höher.

Durch die Corona-Pandemie sei vieles anders, so Schürmann: Viele Schulen weltweit seien seit Monaten geschlossen, mancherorts sogar bis Ende des Jahres. „Millionen junge Menschen sind aus dem Blick geraten, haben kaum Kontakt zu ihren Lehrerinnen und Lehrern, erhalten keine warme Mahlzeit in der Schule und können sich bei Problemen zu Hause nicht an vertraute Personen in der Schule wenden.“ Daher befürchte sie nun einen globalen Bildungsnotstand.

In Gesprächen mit Partnern des Kindermissionswerks werden diese Schwierigkeiten deutlich sichtbar. Diese berichten von der großen Sorge, dass viele Kinder nicht mehr in die Schule zurückkehren werden, weil sie in Kinderarbeit oder Frühehen gezwungen werden. „Mädchen werden davon besonders stark betroffen sein. Kinder aus armen und benachteiligten Familien erleiden die größten Rückschläge, denn sie haben keinen Zugang zum Internet und zu digitalen Lernangeboten. Je länger Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben, umso höher werden die Risiken von Teenager-Schwangerschaften, Kinderarbeit und familiärer Gewalt“, fasst die Kinderrechts-Expertin zusammen.

Daher müsse in vielen Entwicklungsländern dringend in Bildung investiert werden: „Bildungsetats dürfen gerade jetzt nicht gekürzt werden. Kinder und ihr Recht auf Bildung müssen Priorität haben.“ Helfen könne hier auch eine global finanzierte Bildungsoffensive mit dem Ziel, möglichst viele Kinder in die Schulen zurückzubringen und die entstandenen Bildungslücken zu schließen. Sie warnt vor gravierenden Folgen: „Wenn weiterhin Millionen Kinder von der Schule ausgeschlossen werden, gehen uns bis heute erreichte, globale Entwicklungsschritte auf Dauer verloren.“

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ mit Sitz in Aachen ist das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Bekannt ist es insbesondere durch die große jährliche Sternsingeraktion, die gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert wird. Weltweit hat das Kindermissionswerk zuletzt 761 Bildungsprojekte mit insgesamt mehr als 26 Millionen Euro gefördert. Das Thema „Bildung“ hat damit einen großen Anteil an den insgesamt rund 1.800 Projekten, die im Jahr gefördert werden. Kinderrechte und Bildung sind Schwerpunkte dieser Arbeit.

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