Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 06.08.2020

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  • Corona-Pandemie - 06.08.2020

In Honduras fordern Kirchenvertreter mehr Transparenz beim Ankauf medizinischer Ausrüstung, Caritas international sieht das Überleben von Indigenen in Brasilien in Gefahr – und die Vereinten Nationen fordern, Schulen möglichst bald wieder zu öffnen. Die Kurzmeldungen.

Kardinal in Honduras fordert Aufklärung über Corona-Hilfen

Der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga hat die Behörden seines Heimatlandes zu Transparenz beim Ankauf von medizinischer Ausrüstung aufgefordert. Es sei in den Medien ständig von Millionen zu lesen, die wegen der Corona-Pandemie ins Gesundheitssystem investiert würden, sagte der Erzbischof von Tegucigalpa laut der Zeitung „La Prensa“ in seiner Sonntagspredigt. Man müsse aber überprüfen, ob dieses Geld auch sinnvoll angelegt und nicht für illegale Bereicherung verwandt werde. Im Großen wie im Kleinen gebe es eine unverantwortliche Spekulation auf dem Rücken der Armen, kritisierte Rodriguez.

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Caritas: Überleben der Indigenen in Brasilien in Gefahr

Caritas international hat der brasilianischen Regierung vorgeworfen, in der Corona-Pandemie das Überleben indigener Völker zu riskieren. „Mit der Politik der Regierung Bolsonaro, die sich dezidiert gegen die Indigenen und ihren Lebensraum richtet und aktuell ihren Genozid riskiert, muss endlich Schluss sein“, forderte der Leiter der Hilfsorganisation, Oliver Müller, am Freitag in Freiburg.

Mit fast 70.000 Neuinfizierten innerhalb nur eines Tages verzeichne Brasilien inzwischen 2,6 Millionen Covid-19-Fälle. Besonders gefährdet seien die armen Bevölkerungsgruppen, unter denen sich die Infektionen rasant ausbreiteten. Die brasilianische Politik ignoriere aber gerade diese Menschen.

Caritas international verwies auf die Kritik brasilianischer Bischöfe, wonach die Regierung von Präsident Jair Messias Bolsonaro nicht das Gemeinwohl schütze, sondern „die Interessen einer Wirtschaft, die tötet, die sich auf den Markt und den Profit um jeden Preis konzentriert“.

Die Hilfsorganisation des Deutschen Caritasverbandes arbeitet in Brasilien mit lokalen Partnern zusammen und hat beispielsweise in der Amazonas-Region Manaus ein Corona-Nothilfeprojekt gestartet. Das Projekt wird vom deutschen Außenministerium mit einer Million Euro gefördert und versuche, die Hygienesituation von 60.000 Brasilianern zu verbessern. Dabei gehe es vor allem um Indigene in Armutsvierteln.

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Dossier

Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19 um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


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Mehrere Tote bei Gefängnisaufstand in Ecuador

Ein Aufstand in einem ecuadorianischen Gefängnis hat mehrere Todesopfer gefordert. In der Haftanstalt nahe der Hafenstadt Guayaquil sind am Montag (Ortszeit) 11 Häftlinge getötet sowie 15 weitere verletzt worden, wie die Tageszeitung „El Comercio“ berichtete. Während die Staatsanwaltschaft von einem Bandenkrieg als Auslöser für die Gewalt in dem Gefängnis ausgehe, machten Angehörige mangelnde Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus dafür verantwortlich, hieß es.

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UN: Schulbildung nach Corona-Krise schnell fortsetzen

Die Vereinten Nationen haben einen Leitfaden zur schnellstmöglichen Öffnung von Schulen nach der Kontrolle der Corona-Krise veröffentlicht. Mit dem Programm sollten nationale Regierungen bei der Umsetzung eines Bildungsplans unterstützt werden, sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres am Dienstag in New York.

Die Corona-Pandemie habe zum größten Unterrichtszusammenbruch der Geschichte geführt, so Guterres. In mehr als 160 Ländern seien Bildungseinrichtungen geschlossen worden; davon seien rund eine Milliarde Schüler betroffen. „Wir stehen nun einer Generationenkatastrophe gegenüber, die unermessliches menschliches Potenzial verschwenden, Jahrzehnte des Fortschritts untergraben und tief verwurzelte Ungleichheiten verschärfen könnte“, warnte der Generalsekretär.

Wichtig sei nun vor allem, dass dem Bildungswesen national Priorität eingeräumt wird, sagte Guterres. Die Entscheidungen, die Regierungen und ihre Partner nun treffen, hätten „in den kommenden Jahrzehnten dauerhaften Einfluss auf Millionen junger Menschen und die Entwicklungsaussichten der Länder“.

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Solidaritätsaktion - 08.09.2020

Gäste aus der Weltkirche werden im Monat der Weltmission 2020 Corona-bedingt wohl nicht anreisen können. Dennoch sind vielerlei Solidaritätsaktionen möglich. Die Missio-Werke haben deshalb entsprechende Handreichungen veröffentlicht.

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Oberrabbiner fordert Einhaltung von Corona-Schutzregeln

Der sephardische Oberrabbiner Jitzhak Josef hat die israelische Öffentlichkeit aufgerufen, die Richtlinien des Gesundheitsministeriums zum Schutz vor Covid-19 einzuhalten. „Wenn jemand andere gefährdet, ist es möglich, dass jemand durch seine Hand getötet wird, und er wird die Schuld tragen“, sagte Josef laut Bericht des Senders „Arutz Sceva“ am Dienstag nach einem Treffen mit dem nationalen Corona-Beauftragten Ronni Gamzu. Bei dem Treffen ging es demnach um einen Austausch über jüdisch-religionsrechtliche Fragen der Schutzmaßnahmen. In einer gemeinsamen Stellungnahme forderten Josef und Gamzu deren Einhaltung, insbesondere das Tragen von Masken im öffentlichen Raum und in Synagogen, das Einhalten von sozialer Distanz sowie das Vermeiden von Menschenansammlungen.

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Gedenkkreuz für Corona-Opfer in Italien

Italiens erstes Gedenkkreuz für die Opfer der Covid-Pandemie soll am Sonntag bei einer Wallfahrtskapelle nahe Piacenza errichtet werden. Wie der Informationsdienst SIR (Samstag) weiter berichtet, handelt es sich um ein perforiertes Kruzifix, das von einem örtlichen Künstlerpaar entworfen wurde. Der Gottesdienst werde vom emeritierten Bischof von Fidenza geleitet, Carlo Mazza.

Bei den Feiern soll insbesondere der Zwillingsbrüder Giovanni und Mario Boselli gedacht werden. Die beiden Priester waren im März an Covid-19 gestorben und hatten sich in den Jahren zuvor für die auf einem Berg errichtete Wallfahrtskapelle Filipazzi zwischen Piacenza und Genua eingesetzt.

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