Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 23.07.2020

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  • Corona-Pandemie - 23.07.2020

Die OIM warnt vor Corona als Fluchtursache, in Asien verzeichnen Helfer mehr Gewalt gegen Mädchen – und Covid-19 wird zu Gefahr für das kulturelle Gedächtnis von Indigenen in Brasilien. Die Kurzmeldungen.

UN-Organisation: Menschen im Jemen fliehen auch vor Corona

Im Bürgerkriegsland Jemen sind allein seit Jahresbeginn mehr als 100.000 weitere Binnenvertriebene zu verzeichnen. Eine wachsende Zahl fliehe aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus oder aufgrund der Auswirkungen der Pandemie auf Versorgung und Wirtschaft, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mit.

In Orten wie der Küstenstadt Aden wiesen Krankenhäuser Verdachtsfälle ab; es gebe Berichte von zahlreichen frisch ausgehobenen Gräbern. Die Situation veranlasse Familien, Ausbruchszentren zu verlassen, sagte Christa Rottensteiner, Missionsleiterin im Jemen.

Die Pandemie und eine massive Unterfinanzierung stellten humanitäre Organisationen vor schwere Herausforderungen bei der Hilfe für Binnenvertriebene in überfüllten und spontan entstandenen Camps, hieß es in der Mitteilung der UN-Organisation. Während die offiziellen Angaben zu Covid-19-Fällen im Jemen niedrig blieben, gehe man wegen der geringen Testkapazität von einer wesentlich höheren Zahl von Erkrankungen aus.

Bei der Erhebung zu Binnenvertriebenen berücksichtigte die Internationale Organisation für Migration laut der Mitteilung aufgrund von Zugangsbeschränkungen nur Daten aus 12 von 22 Verwaltungsbezirken im Jemen. Daher sei die Zahl der Betroffenen wahrscheinlich viel höher.

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Brasilien: Immer mehr Dorfälteste fallen Corona zum Opfer – Indigene verlieren ihr kulturelles Gedächtnis

In Brasilien fallen immer mehr indigene Dorfälteste und Medizinmänner Covid-19 zum Opfer. Für die Ureinwohner bedeutet das den Verlust ihres kulturellen Gedächtnisses. Manche vergleichen die Situation mit dem Brand einer Bibliothek.

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Helfer: Mit Corona-Krise steigt Gefahr von Gewalt gegen Mädchen

Die Corona-Krise erhöht im Asien-Pazifik-Raum Helfern zufolge das Risiko junger Frauen und Mädchen, Opfer von Gewalt und Missbrauch zu werden. Für viele Mädchen stellten diese Folgen des Corona-Lockdowns sowie die Gefahr, zur Ehe gezwungen zu werden, eine größere Bedrohung dar als das Coronavirus selbst, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Kinderrechtsorganisationen Save the Children und Plan International.

Mädchen, die in einem ohnehin gewaltvollen Umfeld lebten, seien besonders schwer von den Corona-Restriktionen betroffen, erklärte die Regionaldirektorin von Plan International, Bhagyashri Dengle. Hinzu kämen Schulschließungen und finanzielle Unsicherheit infolge der Krise, die das Gewaltpotential in den Familien steigerten. Dengle kritisierte, dass gleichzeitig der Zugang zu medizinischer Hilfe und Schutzeinrichtungen unterbrochen sei.

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Solidaritätsaktion - 08.09.2020

Gäste aus der Weltkirche werden im Monat der Weltmission 2020 Corona-bedingt wohl nicht anreisen können. Dennoch sind vielerlei Solidaritätsaktionen möglich. Die Missio-Werke haben deshalb entsprechende Handreichungen veröffentlicht.

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Boliviens Polizei holt 420 Leichen in fünf Tagen ab

In Bolivien sind nach Angaben der Polizeibehörden in den vergangenen Tagen 420 Tote aus Häusern, Straßen und aus Autos in den großen Städten La Paz und Santa Cruz geborgen worden. Rund 80 bis 90 Prozent der zwischen dem 15. und 20. Juli abgeholten Leichen seien Covid-19-Verdachtsfälle, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag (Ortszeit) gegenüber lokalen Medien.

Laut offiziellen Angaben stieg am Dienstag die Zahl der Infektionen um 1.366 auf nun 62.357 registrierte Fälle. Insgesamt 2.273 Menschen starben an den Folgen von Covid-19. Zu den erkrankten Personen zählen auch Übergangspräsidentin Jeanine Anez sowie zahlreiche Kabinettsmitglieder. Zahlreiche Politiker fordern inzwischen eine erneute Verschiebung der für den 5. September geplanten Neuwahlen.

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Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19 um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


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Indigene in Ecuador rufen Gesundheits-Notstand aus

Indigene in Ecuador haben laut Medienberichten angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie den Gesundheits-Notstand ausgerufen. Sie forderten die Regierung von Präsident Lenin Moreno auf, das Gebiet Sapara unter Quarantäne zu stellen, um weitere Infektionen mit dem Covid-19-Virus zu vermeiden. Zudem müssten Hilfsmaterial geliefert und medizinisches Personal entsandt werden, heißt es in einer Erklärung des Volkes der Sapara.

Die Sapara leben in der Provinz Pastaza im ecuadorianischen Amazonas. Dort wurden zuletzt 20 Infektionen festgestellt. In der vergangenen Woche hatten Einheiten des Gesundheitsministeriums Tests in mehreren indigenen Gemeinden entlang des Flusses Conambo durchgeführt. In Ecuador haben die Behörden bislang über 76.000 Infektionen und rund 5.300 Tote gezählt.

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