Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 14.07.2020

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  • Corona-Pandemie - 14.07.2020

In Ecuadors Corona-Epizentrum Guayaquil  erinnern jetzt Kreuze auf der Straße an die Todesopfer; in Israel verbreitet sich das Sars-CoV-2 häufig bei Hochzeitsfeiern und in Schulen; in Honduras haben sich über 1.000 Gefängnisinsassen infiziert und der Vatikan würdigt die Arbeit von Seeleuten in Zeiten von Covid-19. Die Kurzmeldungen.

In Guayaquil (Ecuador) erinnern Kreuze auf dem Asphalt an Corona-Tote

In der ecuadorianischen Stadt Guayaquil erinnern auf die Straße aufgemalte Kreuze an die Todesopfer der Coronakrise. Wie die Tageszeitung „El Universo“ (Donnerstag) berichtet, hätten Angehörige von an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen die Aktion gestartet, um an die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu erinnern. Zugleich sollten sie an die Zustände in den während der Krise überfüllten Krankenhäusern erinnern. Ecuador zählt laut Johns-Hopkins-Universität mit einer Todesrate von 28,52 Toten pro 100.000 Einwohner zu den am stärksten von der Coronakrise betroffenen lateinamerikanischen Ländern. Insgesamt starben bislang 4.873 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion.

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14.07.2020

Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19 um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


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Hildesheimer Bolivientag und Gebetswoche erstmals digital

Die Partnerschaftswoche im Bistum Hildesheim wird Corona-bedingt erstmals komplett digital stattfinden. Wie aus dem aktuellen Weltkirche-Infobrief des Bistums hervorgeht, werden sich vom 26. September bis zum 4. Oktober jeden Abend um 21:00 Uhr MEZ Menschen aus Deutschland und Bolivien per Video-Schalte teffen, um gemeinsam zu beten. Auch der jährliche Bolivientag geht 2020 ins Netz. Die vorgesehenen Veranstaltungen werden dort in reduziertem, digitalem Format stattfinden. Das Programm soll nach den Sommerferien bereitstehen.

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Kardinal ruft Gläubige in Bangladesch zurück in die Kirchen

Kardinal Patrick D'Rozario, Erzbischof von Dhaka, ruft die Gläubigen in Bangladesch trotz anhaltender Corona-Risiken in die Kirchen zurück. „Die Heilige Messe und die Eucharistie sind der beste Weg, um mit Jesus Christus vereint zu sein“, sagte er laut dem vatikanischen Pressedienst Fides (Freitag). Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Bangladesch warb dafür, die Gottesdienste – unter entsprechenden Seuchenschutzvorkehrungen – wieder aufzunehmen.

In Bangladesch wurden bisher mehr als 178.000 Infektionen registriert, mehr als 2.200 Menschen starben. Die Dunkelziffer in dem strukturschwachen Land dürfte allerdings deutlich höher liegen. Nach einer zeitweisen Sperre ist es den Menschen wieder erlaubt, an religiösen Zeremonien teilzunehmen. Nach Angaben des Pressedienstes besucht derzeit aber nur ein Bruchteil der Katholiken die Messe – aus Angst vor einer Infektion.

Online-Messen sind nach den Worten D'Rozarios kein gleichwertiger Ersatz. Für Kranke und Behinderte seien solche Angebote „perfekt“, so der Kardinal. „Aber jetzt kann und muss das Volk Gottes wieder leibhaftig – in der Kirche – an der Eucharistie teilnehmen.“

© Text: KNA

Boliviens Interimspräsidentin Anez mit Corona infiziert

Boliviens Interimspräsidentin Jeanine Anez hat sich mit dem Covid-19-Virus infiziert. Das teilte die rechtsgerichtete Politikerin am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Videobotschaft an ihre Landsleute mit. Anez erklärte, sie fühle sich stark und gut und werde sich nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben und von dort aus ihre Arbeit fortsetzen. Anschließend wolle sie sich erneut testen lassen.

Bislang sind nach Angaben der Tageszeitung „Los Tiempos“ drei Personen aus dem Kabinett infiziert: Gesundheitsministerin Eidy Roca, Bergbauminister Jorge Fernando Oropeza und Präsidialamtsminister Yerko Nunez. Der indigene Koordinator für soziale Bewegungen, Rafael Quispe, berichtete am Donnerstag, er habe seine Infektion inzwischen überstanden.

Ebenfalls am Donnerstag vermeldete Bolivien eine neuen Tagesrekord von 1.439 Infektionen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 42.984. In dieser Woche berichtete auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro von einer Coronavirus-Infektion, zuvor hatte sich bereits der honduranische Amtsinhaber Juan Orlando Hernandez als infiziert gemeldet.

© Text: KNA

Hochzeitsfeiern größter Corona-Infektionsherd in Israel

Hochzeiten sind nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums derzeit der größte Corona-Infektionsherd. In etlichen Städten sei die Pandemie nach großen Hochzeitsfeiern oder ähnlichen Versammlungen ausgebrochen, sagte der Generaldirektor des Ministeriums, Itamar Grotto, am Sonntag laut israelischen Medien.

In öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Synagoge könne man mit einer Maske eine Ansteckung vermeiden, zum Essen nehme man logischerweise die Maske ab. Deshalb müssten die Behörden auch die teilweise Öffnung der Restaurants bei einer weiteren Verschlechterung der Lage rückgängig machen, fügte Grotto hinzu.

Israel hat derzeit mit täglich mehr als 1.300 neuen Fällen die dritthöchste Ansteckungsquote im europäischen Raum – nach Russland und Kasachstan, wie Medien unter Berufung auf die Weltgesundheitsorganisation WHO meldeten.

39.213 Personen wurden bislang positiv getestet, derzeit sind 18.940 Fälle aktiv, 338 Menschen starben. In der ähnlich von der Pandemie betroffenen Westbank gebe es derzeit 5.819 aktive Fälle, insbesondere im Raum Hebron. 34 Menschen seien bislang gestorben. Der Gazastreifen verzeichnet den Angaben zufolge 72 Infektionen, eine Person sei gestorben.

Besonders betroffen seit Beginn der zweiten Corona-Welle waren auch Schulen. Dort seien 1.893 Lehrer, Schüler und Angestellte positiv getestet worden, 26.434 befänden sich in Quarantäne, 362 Bildungseinrichtungen seien seit Anfang Juli wegen des Virus geschlossen worden, schreibt die israelische Tageszeitung „Haaretz“ (Sonntag).
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Menschenrechtler: Rund 1.000 infizierte Häftlinge in Honduras

In Honduras sind laut Einschätzung des Obmanns für Menschenrechte und Gefängnisse, Caros Del Cid, rund 1.000 Häftlinge mit Covid-19 infiziert. Del Cid warf laut einem Bericht der Tageszeitung „La Tribuna“ (Donnerstag) dem zuständigen Nationalen Gefängnis-Institut (INP) vor, das wahre Ausmaß der Infektionslage in den 28 Haftanstalten des mittelamerikanischen Landes zu verheimlichen. Erst vor wenigen Tagen hatte das INP von bislang 300 Infizierten berichtet. Nach offiziellen Angaben gibt es in Honduras bislang 700 Corona-Tote.

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Vatikan würdigt schwierige Arbeit der Seeleute in Corona-Krise

Mit einer Botschaft zum „Sonntag des Meeres“ (12. Juli) hat der Vatikan den entbehrungsreichen Dienst von Seeleuten weltweit gewürdigt. Sie hätten in den vergangenen Monaten an „vorderster Front gegen das Coronavirus gekämpft“, schrieb Kurienkardinal Peter Turkson. Schließlich werde ein Großteil aller lebensnotwendigen Güter auf See transportiert.

Der „Sonntag des Meeres“ geht auf eine Initiative der katholischen, anglikanischen und freikirchlichen Seefahrerseelsorge aus dem Jahr 1975 zurück. Der Gedenktag wird immer am zweiten Sonntag im Juli begangen, um an das Schicksal von Seeleuten und Fischern zu erinnern.

Deren ohnehin schwierige Arbeit sei durch die Pandemie zusätzlich beeinträchtigt worden, so Turkson. Er wies darauf hin, dass viele Matrosen aufgrund von Seuchenschutzregeln lange Zeit nicht von Bord gehen durften. Andere seien auf ihren Fahrten rund um den Globus in Hotels oder Notunterkünften gestrandet – ohne die Möglichkeit, ihre Familien zu sehen. Die Folgen seien Isolation sowie schwere physische und psychische Belastungen, die etliche Crews an den Rand der Verzweiflung gebracht hätten.

Zugleich hätten Angriffe durch Piraten auf See zugenommen, schrieb der für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen zuständige Kardinal. Und die weltweiten Gesetze trügen den Sicherheitsinteressen der Seeleute oft nur unzureichend Rechnung. Angesichts all dieser Widrigkeiten wolle er den Betroffenen sagen: „Ihr seid nicht allein, Ihr seid nicht vergessen.“ Sämtliche Priester und Helfer der katholischen Seemannsmission Stella Maris seien den Menschen auf den Weltmeeren in Gedanken und Gebeten verbunden.

Bereits vor einem Monat hatte Papst Franziskus Schiffsbediensteten und Fischern für ihren Einsatz in der Corona-Krise gedankt. „Lange Phasen an Bord ohne die Möglichkeit, an Land zu gehen, das Getrenntsein von Familie, Freunden, der Heimat, die Angst vor einer Infektion“ – all das sei eine „schwere Last“, sagte er in einer Videobotschaft. „Möge der Herr Euch, Eure Arbeit und Eure Familien segnen.“

© Text: KNA