Sternsinger beklagen Schicksal ausgebeuteter Kinder

  • © Bild: Kathrin Harms/Kindermissionswerk
  • Kinderarbeit - 12.06.2020

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ beklagt das Schicksal von Millionen arbeitenden Kindern weltweit. Er verurteile jedwede Form ausbeuterischer Kinderarbeit und sei tief besorgt über die sich verschlechternde Lebenssituation vieler Mädchen und Jungen in der Corona-Krise, erklärte Präsident Dirk Bingener am Dienstag in Aachen. Er äußerte sich aus Anlass des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni.

Wenn Millionen Mädchen und Jungen weltweit unter diesen unmenschlichen, gesundheitsschädigenden Bedingungen arbeiten, seien das untragbare Zustände, sagte Bingener. Solche Kinderarbeit sei ein Verbrechen und raube den Kindern ihre Zukunft und Lebensträume. „Kinder sollen spielen, lernen und unbeschwert aufwachsen. Darauf haben sie ein Anrecht. Ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten und verletzt fundamentale Kinderrechte“, kritisierte er.

Das Kindermissionswerk setze sich dafür ein, dass Kinder eine Schule besuchen können. „Denn Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft. Und wir lassen die arbeitenden Kinder selbst zu Wort kommen, zum Beispiel durch Kinderrechteclubs oder Kinderparlamente“, so Bingener.

Auch Verbraucher in Deutschland könnten etwas im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit tun: etwa das eigene Konsumverhalten hinterfragen. „Denn viele Produkte, die wir aus dem täglichen Gebrauch kennen, wie Kleidung, Schokolade oder Kaffee, werden - zumindest teilweise – mithilfe von Kinderarbeit billig hergestellt“, sagte der Präsident. Das Hilfswerk unterstütze daher die Forderung nach einem Lieferkettengesetz.

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ist das internationale Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Zentrale Aktion des Hilfswerks ist die jährliche Sternsingeraktion im Januar.


Zum Dossier

Das komplette Statement von Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘

„In Ghana schuften Kinder in sengender Hitze auf freiem Feld, um winzige Goldkörnchen aus der staubigen Erde zu sieben. Im Senegal müssen Mädchen viele Stunden als Straßenverkäuferinnen oder Hausmädchen arbeiten. In Indien ackern Mädchen und Jungen in Steinbrüchen oder sitzen den ganzen Tag hinter einem Knüpfstuhl, um Teppiche herzustellen. Und in der Elfenbeinküste arbeiten Kinder stundenlang auf Kakaoplantagen.

Wenn Millionen Mädchen und Jungen weltweit unter diesen unmenschlichen, gesundheitsschädigenden Bedingungen arbeiten, sind das untragbare Zustände. Als Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ verurteilen wir jedwede Form ausbeuterischer Kinderarbeit. Ausbeuterische Kinderarbeit ist ein Verbrechen und raubt den Mädchen und Jungen ihre Zukunft, ihre Lebensträume. Kinder sollen spielen, lernen und unbeschwert aufwachsen. Darauf haben sie ein Anrecht. Ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten und verletzt fundamentale Kinderrechte. 

Die Corona-Krise verschärft die Situation vieler Kinder in den Entwicklungsländern. In den Familien wächst der ökonomische Druck durch den Wegfall des Einkommens, noch dazu sind die Schulen geschlossen. Dies führt dazu, dass noch mehr Mädchen und Jungen arbeiten müssen, damit die Familie überleben kann. Aufgrund dieser Notlage vieler armer Familien erhöht sich auch die Gefahr der sexuellen Ausbeutung von Kindern.

Die Sternsinger engagieren sich seit vielen Jahren gemeinsam mit ihren Partnern in aller Welt gegen die Ausbeutung von Kindern. Allein im Jahr 2019 hat das Kindermissionswerk 42 Projekte gegen ausbeuterische Kinderarbeit mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Zu den vielfältigen Maßnahmen zählt zum Beispiel die Bekämpfung von Armut. Denn es sind vor allem Töchter und Söhne armer Eltern, die ihre Kindheit gegen einen Arbeitsplatz eintauschen müssen. Wir sorgen dafür, dass Kinder eine Schule besuchen können. Denn Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft. Und wir lassen die arbeitenden Kinder selbst zu Wort kommen, zum Beispiel durch Kinderrechteclubs oder Kinderparlamente. Aber auch wir als Verbraucher in Deutschland können etwas im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit tun, indem wir unser eigenes Konsumverhalten hinterfragen. Denn viele Produkte, die wir aus dem täglichen Gebrauch kennen, wie Kleidung, Schokolade oder Kaffee, werden – zumindest teilweise – mithilfe von Kinderarbeit billig hergestellt.

Um Kinderarbeit abzuschaffen, müssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Löhne und Preise gezahlt werden, die Familien ein existenzsicherndes Einkommen gewährleisten. Nur wenn Lieferanten im Ausland soziale und ökologische Mindeststandards einhalten, können Missstände wie Hungerlöhne und Kinderarbeit erfolgreich bekämpft werden. Daher unterstützt das Kindermissionswerk weiterhin die Forderung nach einem Lieferkettengesetz. Wir brauchen verbindliche Regeln für Unternehmen, damit diese die Menschenrechte achten und die Zerstörung der Umwelt vermeiden. So schützen wir letztlich auch die Millionen unter ausbeuterischen Bedingungen arbeitenden Kinder in aller Welt.“

© Text: KNA / Kindermissionswerk