Philippinische Bischöfe warnen vor Missbrauch im Internet

  • Missbrauch - 05.06.2020

Die katholischen Bischöfe der Philippinen warnen vor Formen des sexuellen Kindesmissbrauchs im Internet. Familien müssten „wachsam“ sein und zugleich die Zeit einschränken, die ihre Kinder im Internet verbrächten, mahnen die Bischöfe in einer am Pfingstmontag veröffentlichten Erklärung.

Der Appell ist eine Reaktion auf einen Anstieg der Fälle von online erfolgtem Missbrauch während des Corona-Lockdowns auf den Philippinen. Die Täter seien „Menschenhändler und Sexualstraftäter“, die jede Gelegenheit nutzten, „um unsere Jugendlichen und sogar kleine Kinder anzusprechen, die sich zu Hause langweilen und nichts anderes zu tun haben, als im Internet zu surfen“, so die Bischöfe.

Laut jüngsten Daten des Justizministeriums in Manila erreichte die Zahl von registrierten Fällen im Zusammenhang mit Online-Missbrauch von Kindern zwischen März und Mai mit 279.166 einen Rekordwert. Sexuell anzügliche Bilder und Videos von Kindern würden oftmals von Eltern oder Verwandten im Netz hochgeladen und zum Verkauf angeboten. Philippinische Medien zitieren einen Polizeisprecher mit den Worten: „Viele Erwachsene denken, einfach nur Fotos oder Videos von den Kindern aufzunehmen sei statthaft, weil es keinen sexuellen Kontakt gibt.“

Die Philippinen gelten inzwischen als ein globaler Hotspot für sexualisierten Online-Missbrauch von Kindern. Die wesentliche Ursache sei die „endemische Armut“ in dem mehrheitlich katholischen Land, hieß es in der im Mai veröffentlichten Studie „Online Sexual Exploitation of Children in the Philippines“ der International Justice Mission (ICJ).

Bereits im vergangenen Februar hatte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) auf das wachsende Problem von Kinderpornografie im Netz auf den Philippinen aufmerksam gemacht. Alleine im Jahr 2018 seien im Internet 600.000 „sexualisierte“ Fotos philippinischer Kinder gehandelt worden.

© Text: KNA