Don Bosco Bonn unterstützt Corona-Hilfsmaßnahmen mit 1,5 Millionen Euro

  • © Bild: Don Bosco
  • Corona-Pandemie - 19.04.2020

Erschütternde Berichte aus Asien und Mails von Partnern in Afrika, die infolge der Lockdown-Situation vor massiven Problemen mit Hunger und Armut in Afrika warnen, erreichen Don Bosco Bonn im Moment täglich. Silvia Cromm, die für die weltweite Projektarbeit von Don Bosco Mission Bonn und Don Bosco Mondo e.V.  verantwortlich ist, warnt vor „dramatischen Folgen“. Gerade in Flüchtlingscamps und Slums, in Favelas und Elendsvierteln seien die Hygienebedingungen „katastrophal“. Abstandsregeln könnten nicht eingehalten werden.

„Gerade in den Flüchtlingscamps und den Slums, Favelas und Elendsvierteln sind die Hygienebedingungen katastrophal. Abstandsregeln können in den eng aneinander gebauten, kleinen Hütten nicht eingehalten werden, es gibt weder fließendes Wasser noch Seife.“

Keine Jobs, kein Essen, keine staatlichen Hilfen

Die Pandemie hat für die Schwellen- und Entwicklungsländer besonders dramatische Folgen: Durch die Ausgangssperren haben viele Tagelöhner ihre Jobs verloren, sie haben keine finanziellen Rücklagen, es gibt keine funktionierenden staatlichen Netzwerke. So fürchten sie nicht nur die Krankheit, sondern leiden mit ihren Familien vor allem Hunger.

Auch die Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern, die sich insbesondere um Straßenkinder und benachteiligte Jugendliche kümmern, sind von den teils weitgehenden Ausgangsregeln betroffen. „Wir sind in großer Sorge um die Kinder und Jugendlichen, die wir betreuen, denn auch unsere Einrichtungen wurden weitestgehend geschlossen“, erklärt Silvia Cromm. Und klar ist auch, dass die Gesundheitskrise zu einer Wirtschaftskrise führen wird. Auch diese wird die Schwachen und Armen besonders hart treffen; Experten befürchten Millionen neuer Arbeitsloser.

Auch das Panorama nach dem „Hochfahren“ des Alltags macht Sorgen. „Werden die Kinder zurück in unsere Schulen kommen und die Jugendlichen ihre Ausbildung in den Lehrwerkstätten fortführen können? Oder werden sie gezwungen sein, schlecht bezahlte Aushilfsjobs anzunehmen, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten?“ fragt Cromm mit Blick auf die internationalen Partner der Don Bosco Mission.

Don Bosco Bonn legt Sonderfonds für Arme, Kranke, Alte auf

Damit den am stärksten Betroffenen geholfen werden kann, haben Don Bosco Mission Bonn und Don Bosco Mondo einen Sonderfonds aufgelegt. Bislang liegen bereits 30 Projektanträge aus aller Welt mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro vor, von denen bisher Hilfsmaßnahmen in Höhe von ca. 250.000 Euro bewilligt wurden. Viele weitere Anträge sind in der Prüfung und auch für sie sollen kurzfristig Kooperationspartner gefunden werden. Das Spektrum der Hilfeleistungen reicht dabei von der Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln über die Verteilung von Medikamenten bis hin zu Informationskampagnen zur Gesundheitsprävention – die Don Bosco Missio Bonn und Don Bosco Mondo bitten daher um Spenden.

Besonders Kinder und arme Familien, alleinstehende Mütter, kranke und alte Menschen sowie Geflüchtete sollen von den Hilfsleistungen profitieren. Man stehe fest an der Seite der salesianischen Partner, die sich weltweit unermüdlich, kreativ und furchtlos den Folgen der Corona-Pandemie stellen, denke aber auch schon über die Zeit nach der aktuellen Nothilfe hinaus und plane deshalb umfassende Hilfen für den mittel- und langfristigen Bedarf. „Denn die Folgen der Krise werden nicht nach dem Ende des Lockdowns beendet sein“, ist Silvia Cromm überzeugt.

© Text: Don Bosco Bonn

Zwei Organisationen - ein Ziel

Gleich zwei Organisationen, die den weltweiten Zentren der Salesianer Don Boscos zur Seite stehen, haben ihren Sitz in Bonn: Don Bosco Mondo und Don Bosco Mission.

Als Einrichtung der Salesianer Don Boscos vertritt Don Bosco Mission Bonn die internationalen Anliegen des Ordens in Deutschland. In der Entwicklungsarbeit fokussiert sich Don Bosco Mission ganz besonders auf gefährdete Jugendliche und Straßenkinder und kooperiert intensiv mit katholischen Hilfswerken.

Don Bosco Mondo hingegen ist eine rechtlich selbstständige Nichtregierungsorganisation. Sie konzentriert sich auf Bildung, berufliche Ausbildung, Nothilfe und die Vertretung der Rechte von Kindern und Jugendlichen weltweit.

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