Papst mahnt die Welt zu Zusammenhalt in der Pandemie

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  • Corona-Pandemie - 13.04.2020

Papst Franziskus hat in der weltweiten Corona-Krise zu internationalem Zusammenhalt aufgerufen. Zusätzlich zu schon bestehenden Herausforderungen werde die Menschheit durch die Pandemie auf eine harte Probe gestellt, sagte er in seiner Osterbotschaft am Sonntag in Rom. Diese Zeit erlaube weder Gleichgültigkeit noch Egoismus, Spaltungen oder ein Vergessen anderer Notlagen, sagte Franziskus. Unter anderem erinnerte er an Migranten und Flüchtlinge. Viele lebten „unter unerträglichen Bedingungen, besonders in Libyen und an der griechisch-türkischen Grenze“ sowie auf Lesbos.

Europa mahnte der Papst zu einem „spürbaren Geist der Solidarität“. Die Union stehe vor „einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt“. Ausdrücklich verlangte das Kirchenoberhaupt einen Schuldenerlass für arme Länder und eine Lockerung internationaler Sanktionen. Konkrete Beispiele nannte er nicht; im November hatten der Vatikan und iranische Religionsgelehrte in einer gemeinsamen Erklärung humanitäre Grundrechte auch unter Sanktionen eingefordert.

Wegen der aktuellen Umstände verkündete der Papst seine Botschaft nicht von der Mittelloggia des Petersdoms, sondern verlas sie in der Basilika. Zahlreiche TV-Sender übertrugen die Ansprache. Allein dem Livestream des Vatikan folgten mehr als 31.000 Zuschauer.
Die Pandemie mache keinen Unterschied zwischen den Weltregionen, mahnte Franziskus. Nachdrücklich warnte er vor einem „Egoismus der Einzelinteressen“ und der „Versuchung, in die Vergangenheit zurückzukehren“. Dies gefährde den Frieden und die globale Entwicklung. Der Papst erneuerte seine Forderung nach einer weltweiten sofortigen Waffenruhe. Dabei erwähnte er die Konflikte und Spannungen in Syrien, Jemen und Irak sowie im Libanon. Israelis und Palästinenser rief er zur Wiederaufnahme von Gesprächen auf.

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Angesichts der Pandemie gedachte der Papst der Menschen, die von Covid-19 unmittelbar betroffen sind. Konkret nannte er Kranke und Verstorbene sowie trauernde Angehörige, aber auch alte und alleinstehende Personen und besonders gefährdete in Pflegeheimen, Kasernen und Gefängnissen. Für medizinisches Personal und Ordnungskräfte betete er um „Kraft und Hoffnung“. Die Auferstehung Christi nannte er einen Sieg der Liebe, der durch Leiden und Tod hindurch einen Weg eröffne. Dies sei „ein exklusives Kennzeichen der Macht Gottes“.

Unter Verweis auf die Zukunftssorgen vieler rief er politische Verantwortungsträger auf, die Mittel für ein menschenwürdiges Leben bereitzustellen und ihnen eine Rückkehr zur Normalität zu erleichtern.

© Text: KNA

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