Kardinal Monsengwo wird 80

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  • Demokratische Republik Kongo - 07.10.2019

Er war eine Art Überfigur der Kirche in Afrika: Kinshasas Kardinal Laurent Monsengwo, zeitweise gar als Kandidat für das Papstamt gehandelt, verliert nun sein Stimmrecht im Konklave. Jüngere Köpfe übernehmen.

Laurent Monsengwo Pasinya, von 2007 bis Ende 2018 Erzbischof in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, gehört zu Afrikas profiliertesten Kirchenführern. Sprachgewandt und gleichermaßen auf theologischem und politischem Gebiet bewandert, war er prädestiniert für den Kardinalsrat zur Erarbeitung einer Kurienreform („K9-Rat“), den Papst Franziskus kurz nach seiner Wahl 2013 einberief. Bis Ende 2018 gehörte Monsengwo dem Gremium als Vertreter Afrikas an. An diesem Montag wird der Kardinal 80 Jahre alt und verliert damit sein Recht zur Papstwahl.

Geboren in Mongobele in der westlichen Provinz Bandundu, absolvierte Monsengwo seine Ausbildung in Kabwe und an der römischen Universität Urbaniana. Nach der Priesterweihe in Rom spezialisierte er sich von 1964 bis 1970 an den päpstlichen Bibelinstituten in Rom und Jerusalem. Als erster Afrikaner erwarb er dort einen Doktorgrad.

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In seiner Heimat stieg Monsengwo neben seiner theologischen Lehrtätigkeit in Kinshasa auch in die Seelsorge ein; bald erhielt er Aufgaben in der Kirchenleitung. Vom Mitarbeiter im Sekretariat der Bischofskonferenz rückte er 1975 auf den Posten des Generalsekretärs. Die Bischöfe bestimmten den jungen Priester zudem zu ihrem Repräsentanten bei Diktator Mobutu Sese Seko (1965-1997).

Auch in Rom wurde man auf den theologisch beschlagenen und führungsstarken Monsengwo aufmerksam. Johannes Paul II. ernannte den gerade 40-Jährigen zum Weihbischof in seinem Heimatbistum Inongo. Die Bischofsweihe spendete ihm der Papst persönlich während seiner ersten Afrika-Reise 1980. Vier Jahre später – Monsengwo war inzwischen Weihbischof in Kisangani – wählten ihn die Bischöfe des damaligen Zaire zu ihrem Vorsitzenden; ungewöhnlich für einen jungen Bischof ohne eigene Diözese.

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Monsengwo leitete die Bischofskonferenz über zwei Amtszeiten bis 1992; 2004 erhielt er ein weiteres Mandat bis 2008. Dazwischen war er von 1994 bis 1997 zunächst Vizepräsident, dann bis 2003 Präsident des gesamtafrikanischen Bischofsrates SECAM. Damals gab er als Programm aus, die Kirche müsse sich mit ihrer Botschaft für die Versöhnung der Konfliktparteien auf dem Kontinent einsetzen. Aus dieser Haltung heraus engagierte er sich seit 1999 auch in der Leitung der Friedensbewegung „Pax Christi international“.

Als die Ära von Diktator Mobutu zu Ende ging, leitete Monsengwo ab 1991 zeitweilig die Nationalkonferenz und amtierte später als Sprecher des Übergangsparlaments. Im Vatikan war er 2008 Sondersekretär der Weltbischofssynode. Während der Welle der Gewalt im Kongo 2008/2009 bat er wiederholt EU, USA und UN um Eingreifen im Kongo-Konflikt. Für die Nutzung der Bodenschätze im Kongo verlangte er die Einhaltung internationaler Regeln.

Auch Papst Benedikt XVI. (2005-2013) schätzte Monsengwo als Wissenschaftler und Mann der Kirche und machte ihn 2010 zum Kardinal. 2012 durfte der Kongolese als Ko-Präsident die Bischofssynode im Vatikan zum Thema Neuevangelisierung leiten – eine Kernaufgabe der Kirche im beginnenden Jahrtausend. Zuvor hatte Benedikt XVI. Monsengwo im Frühjahr gebeten, die Fastenexerzitien im Vatikan zu halten; eine hohe Auszeichnung.

Ein weiterer Ritterschlag war dann die Ernennung zum Vertreter Afrikas im Kardinalsrat von Papst Franziskus. Im Februar 2018 stellte der Papst Monsengwo einen Koadjutor („Helfer“) mit Nachfolgerecht zur Seite. Seit Ende 2018 leitet nun der Kapuziner Fridolin Ambongo Besungu (59) als Erzbischof die Geschicke der kongolesischen Hauptstadtdiözese. Er erhält, nur zwei Tage vor Monsengwos Geburtstag, an diesem Samstag von Papst Franziskus das Kardinalsbirett. Damit hat Afrikas Riesen- und Krisenland Kongo auch künftig einen Papstwähler.

„Frieden geht mit Gerechtigkeit einher, die Gerechtigkeit mit Recht und das Recht mit der Wahrheit“, sagte Kardinal Monsengwo bei der Afrika-Synode 2009. Ein Satz, der leider nicht nur auf dem Schwarzen Kontinent immer noch zu häufig mit Füßen getreten wird. Afrika, die Weltregion mit den höchsten Wachstumsraten bei den Katholikenzahlen, gilt als ewiger „Kontinent der Hoffnung“. Mit Monsengwo hat ein erprobter Konfliktmanager und Kirchenführer den Stab weitergegeben.