Bischöfe fordern nach Attentaten strengere Waffengesetze

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  • USA - 05.08.2019

Nach dem Massaker in einem texanischen Einkaufszentrum nahe der Grenze zu Mexiko haben die katholischen Bischöfe der USA erneut strengere Waffengesetze gefordert. Am Samstag habe es einen weiteren „schrecklichen, sinnlosen und unmenschlichen“ Angriff eines Todesschützen gegeben, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme des US-Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kardinal Daniel DiNardo und des Ausschussvorsitzenden für soziale Gerechtigkeit, Bischof Frank Dewane. Die Diözesen von El Paso, Las Cruces und New Mexico riefen zum Gebet für die Opfer auf.

Die Bischöfe nahmen die Bluttat von Texas zum Anlass, die Politik abermals zum Handeln aufzurufen: „Die Dinge müssen sich ändern“, heißt es in der Mitteilung der Geistlichen. Es bleibe etwas „abgrundtief Böses“ in der Gesellschaft zurück, wenn öffentliche Orte plötzlich und ohne Vorwarnung zu Schauplätzen lebensbedrohlicher Gewalt würden. „Die Geißel der Waffengewalt breitet sich unkontrolliert auf das ganze Land aus.“ Die Bischofskonferenz forderte eine „effektive Gesetzgebung“, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Auch Papst Franziskus zeigte sich schockiert und bekundete seine Nähe zu den Opfern der jüngsten Schusswaffen-Angriffe in den USA. Am Sonntagmittag betete er gemeinsam mit Tausenden Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz für die Toten und Verletzten der Attacken in Texas, Ohio und Kalifornien.

USA - 05.03.2018

Die Waffengewalt in den USA macht immer neue Schlagzeilen. Der Philosophieprofessor der Jesuitenhochschule für Philosophie in München, Godehard Brüntrup, beobachtet, wie auch die Kirche des Landes unter US-Präsident Trump ihren Ton verschärft.


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Am Samstagmorgen hatte ein Mann in einer Shopping Mall der Grenzstadt El Paso mit einem Gewehr das Feuer eröffnet und mindestens 20 Menschen, darunter mehrere Mexikaner, getötet. Nach Angaben der Polizei wurde ein 21-jähriger Weißer festgenommen. Es gebe Hinweise, dass es sich um ein „Hassverbrechen“ handeln könnte – womöglich aus rassistischen Motiven. Die Echtheit eines im Internet kursierenden Manifests, das angeblich vom Täter stammen soll, werde derzeit geprüft. Darin wird vor einer „hispanischen Invasion in Texas“ gewarnt.

Ebenfalls an diesem Wochenende schlug ein weiterer Schütze nahe einer Bar in Dayton im US-Bundesstaat Ohio zu und tötete neun Menschen. Wie die Polizei mitteilte, kam auch der Täter bei der Attacke ums Leben. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an.

Bereits vor einer Woche hatte ein 19 Jahre alter Amokschütze mit einem Sturmgewehr das Feuer auf die Besucher eines Volksfestes im kalifornischen Gilroy eröffnet. Dabei kamen ein 6-jähriger Junge, ein 13-jähriges Mädchen und ein 20-jähriger Mann ums Leben. Auch der Schütze starb. Am Dienstag wurden zudem zwei Menschen in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Mississippi durch Schüsse getötet.

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