Wie Eritrea die Beschlagnahmung katholischer Kliniken begründet

  • Bedrängte Christen - 27.06.2019

Eritreas Regierung hat die jüngste Verstaatlichung von katholischen Krankenhäusern in dem ostafrikanischen Land verteidigt. Das Gesetz sehe eine „Gewaltenteilung“ vor und verbiete religiösen Einrichtungen daher, „entwicklungsorientierte Aufgaben“ nach Belieben auszuüben, hieß es am Donnerstag vom Informationsministerium in Asmara. Die Regulierung, die im vergangenen Jahrzehnt „nicht vollständig umgesetzt“ wurde, müsse ab sofort eingehalten werden.

Kritik übt die Regierung an der UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Eritrea, Daniela Kravetz. Die UN-Expertin hatte dem Regime vergangene Woche Christenverfolgung vorgeworfen. Dabei prangerte sie neben der Verhaftung orthodoxer Priester und Gottesdienstbesucher auch die Beschlagnahmung von 22 katholischen Kliniken, teilweise in Klöstern untergebracht, Mitte Juni an. „Diese Aktionen zeigen, dass die Menschenrechtslage in Eritrea unverändert bleibt“, so Kravetz.

Die Regierung kritisiert nun, die UN-Diplomatin habe in Genf „falsche Behauptungen“ aufgestellt, die die „wahre Situation von Religion und religiöser Harmonie“ in Eritrea ignorierten. Auch die Sorge, dass die Gesundheitsversorgung ohne die katholische Kirche leide, sei „an den Haaren herbeigezogen und schlicht unwahr“.

Eritrea besitzt keine Verfassung und wird seit 1993 autokratisch von Präsident Isayas Afewerki regiert. Aktivisten und die UNO werfen seinem Regime Menschenrechtsverletzungen vor, die jedes Jahr Tausende in die Flucht trieben.

© KNA

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