Caritas: Inhumane Zustände in griechischen Flüchtlingslagern

  • Flucht und Asyl - 20.05.2019

Die Situation Tausender Menschen in griechischen Flüchtlingslagern ist nach Einschätzung von Caritas international dramatisch. „Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, was an den EU-Außengrenzen vor sich geht“, erklärte die katholische Hilfsorganisation am Montag in Freiburg. Zuvor hatten Caritas-Experten Flüchtlingscamps auf der Insel Lesbos besucht.

Nach der Schließung der sogenannten Balkanroute seien Zehntausende in Griechenland gestrandet. Weil die öffentliche Aufmerksamkeit schwinde, würden die finanziellen Mittel für die Flüchtlingscamps in Griechenland und weiteren Balkanstaaten massiv gekürzt, so die Caritas.

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Mit ihrem vielfältigen Engagement im Bereich der Flüchtlings- und Migrantenhilfe steht die Kirche an der Seite aller Schutzbedürftigen und Notleidenden: durch Beratung, Seelsorge, materielle Unterstützung und den stetigen Dialog mit Politik und Gesellschaft.


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Die Hilfsorganisation verwies insbesondere auf die Bedingungen im Lager Moria auf Lesbos. Teilweise müssten die Menschen dort stundenlang für eine Mahlzeit anstehen. Auch erhielten sie keine Einsicht in den Stand ihrer Asylverfahren. Wegen hoher Zäune mit Nato-Stacheldraht entstehe das Gefühl eines großen Gefängnisses. Viele Campbewohner hätten psychische Probleme.

Caritas international engagiert sich seit langem mit Partnerorganisationen an mehreren Standorten in Griechenland. Zur Flüchtlingsarbeit gehören den Angaben zufolge auch Integrationshilfen, Rechtsberatung und psychosoziale Unterstützung.

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