Philippinische Orden fürchten um das Leben von Missionaren

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  • Mission - 09.04.2019

Die katholischen Orden auf den Philippinen fürchten wegen einer zunehmenden Diffamierung von Missionaren durch die Armee des Landes um die Sicherheit der Ordensleute. „Die Etikettierung als Rote – die Beschuldigung von Einzelpersonen und Organisationen als Kommunisten – steht im Gegensatz zu Demokratie und dem Respekt der Menschenrechte“, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Verbands der Ordensoberen (AMRSP).

Mit der Stellungnahme reagierte der AMRSP auf den Vorwurf der Armee, die katholische Organisation Rural Missionaries of the Philippines (RMP) unterstütze auf Mindanao die kommunistische Rebellenmiliz. Zuvor hatte die Armee bereits die Europäische Union aufgefordert, ihre Unterstützung der Missionare und anderer Menschenrechtsorganisationen einzustellen. Hinter den Gruppen steckten die Kommunisten, hieß es zur Begründung.

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Die RMP sind eine 1969 gegründete Allianz katholischer Priester und Laien. „Lasst die Mitglieder der RMP ihre Arbeit in den abgelegenen Regionen tun, wo Behörden und Kirchen versagt haben“, hieß es in der Erklärung der Ordensoberen.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat Kritiker, Menschenrechtler und katholische Priester, die solche Gruppen unterstützen, pauschal zu „Kommunisten“ erklärt und Polizei und Armee quasi einen Freibrief zu deren Bekämpfung ausgestellt. Erst Ende März wurden 14 Bauern und Kirchenmitarbeiter, angebliche Kommunisten, in der Provinz Negros Oriental bei drei Polizeieinsätzen erschossen.

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Nach Angaben philippinischer Bauernorganisationen wurden seit dem Amtsantritt Dutertes vor fast drei Jahren bereits 198 Bauern von der Polizei erschossen. Im gleichen Zeitraum starben 38 Menschenrechtsanwälte sowie mindestens 12 kritische Journalisten durch Attentate. Im vergangenen Jahr fielen zudem drei in Menschenrechtsfragen engagierte katholische Priester Anschlägen zum Opfer.

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