Kritik an Spendenwerbung mit Elend in Afrika

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  • Hilfswerke - 07.12.2018

Vor einer „gefährlichen Stereotypisierung“ von humanitärem Marketing warnt eine norwegische Aktivistengruppe. Immer noch zeige der Großteil von Spendenwerbung in Industriestaaten arme schwarze Kinder, sagte die Präsidentin des Norwegian Students' and Academics' International Assistance Fund (SAIH), Beathe Ögard, am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das mache eine Gruppe ganz besonders wütend: die Betroffenen in Afrika.

Für seine Studie befragte der SAIH mehr als 70 von Armut betroffene Menschen in sechs afrikanischen Ländern. Die Zielgruppe sollte die Spendenaufrufe von zehn internationalen Hilfsorganisationen vergleichen, darunter Oxfam, Unicef und Amnesty International. „Wenngleich der Großteil fand, dass die Bilder die Realität in Afrika widerspiegeln, waren viele der Meinung, dass sie Afrika als minderwertigen Kontinent in Not darstellten“, so Ögard.

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Etliche Befragte äußerten demnach den dringenden Wunsch, dass Spendenwerbung vermehrt „Würde und Handlungsfähigkeit“ der betroffenen Gemeinden achte. „Etliche Fundraising-Kampagnen zeigen schwarzafrikanische Kinder in Not. Die Befragten wünschten sich eine differenzierte Darstellung“, sagte Ögard der KNA. Beispiele für alternative Spendenaufrufe seien etwa Kinder anderer ethnischer Herkunft oder schwarze Ärzte oder Afrikaner, die ihr Leben bereits verbessern konnten.

Der wichtigste Punkt, so Ögard: Negative Darstellungen seien für Spendeneinnahmen „nicht zwingend erforderlich“. Davon zeuge eine Reihe positiv gestimmter Kampagnen, die ebenfalls Erfolg erzielten. Zum Beispiel präsentiere eine Werbung der Organisation „Dubai Cares“ einen afrikanischen Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der mit „Freude und Stolz“ ein selbstgemachtes Spielzeugauto hochhält. Darunter steht „Ich bringe dir bei, wie man ein Auto aus einer Plastikflasche macht. Bringst du mir das Lesen bei?“

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