
Katholische Kirche in Nigeria kritisiert Polizeigewalt
Menschenrechte ‐ Die derzeitige Agitation der Jugend sei das Ergebnis des Leidens, das Nigerianer durch die Polizei erlebt haben, erklärte das katholische Bischofs-Sekretariat laut einem Bericht der Tageszeitung „Vanguard" (Montag).
Aktualisiert: 13.10.2020
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In Nigeria haben Vertreter der katholischen Kirche Verständnis für die Proteste gegen die Polizei-Sondereinheit gegen Raubüberfälle (SARS) gezeigt. Die derzeitige Agitation der Jugend sei das Ergebnis des Leidens, das Nigerianer durch die Polizei erlebt haben, erklärte das katholische Bischofs-Sekretariat laut einem Bericht der Tageszeitung „Vanguard" (Montag). Trotz der Regierungsankündigung, die Einheit auflösen zu wollen, fanden am Montag wieder Demonstrationen statt.
Politiker und andere Verantwortliche würden die Würde der Menschen vielfach geringschätzen, kritisiert Mike Nsikak Umoh, Leiter der Kommunikationsabteilung des katholischen Sekretariats. Die Proteste sollten nun den Weg hin zu einer besseren Regierungsführung ebnen. Wichtig sei dabei vor allem, Rechte und Würde der Bürger mehr zu achten.
In Nigeria kritisieren Bürger und Menschenrechtsorganisationen die Spezialeinheit seit Jahren scharf. Im Juni berichtete Amnesty International beispielsweise über Erpressungen, Folter, illegale Verhaftungen und Morddrohungen durch die Beamten. Für die Auflösung von SARS wird seit knapp einer Woche landesweit protestiert. Gegen die Demonstranten wurde immer wieder Tränengas eingesetzt. Auch kam es zu Verhaftungen. Einem Video zufolge soll mindestens eine Person ums Leben gekommen sein.
© Text: KNA