Kirche und Aktivisten fordern Anstrengungen bei Klima- und Umweltschutz

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  • Klimawandel - 04.05.2021

Bei einer Online-Diskussion der Katholischen Akademie Freiburg haben Akteure aus Kirche, Fridays-for-Future-Bewegung und Wissenschaft weitere Anstrengungen bei Klima- und Umweltschutz gefordert. Erzbischof Stephan Burger erneuerte das Ziel der klimaneutralen Diözese bis 2030 bei Mobilität, Gebäuden und Energieversorgung. Zugleich sei jeder aufgerufen, den eigenen Lebensstil kritisch zu hinterfragen. „Für ein gutes Leben braucht es sehr viel weniger, als uns Werbung und Konsumaufrufe Glauben machen wollen“, so Burger.

Per Video-Botschaft forderte der peruanische Kardinal Pedro Barreto zur Solidarität mit den Ländern des Südens auf. „Die größte Herausforderung der Gegenwart ist es, zu einer neuen, ganzheitlichen Ökologie zu kommen. Die Ausbeutung der Erde, von der nur wenige profitieren, unter der aber so viele arme und schutzbedürftige Menschen leiden, muss endlich aufhören“, so der Kardinal. Zwischen Peru und der Diözese Freiburg besteht seit langem eine Partnerschaft.

Die Göttinger Politikwissenschaftlerin Tine Stein sagte, um die Klima- und Umweltkrise zu bewältigen, brauche es mehr als Veränderungen im Lebensstil der einzelnen Bürger in den reichen Staaten. „Wir müssen über Gesetze und staatliche Vorgaben an die großen Stellschrauben heran, etwa bei Stromproduktion und durch strenge Auflagen für Industrie und Bausektor“, so Stein.

Sie betonte, die katholische Kirche sei durch ihre weltweite Präsenz und Organisation ein wichtiger Akteur, um ein politisches und gesellschaftliches Umdenken zu fördern. Zugleich attestierte sie der Kirche ein „extremes Glaubwürdigkeitsproblem“. Kirche werde es schwer haben, für Grund- und Menschenrechte einzutreten, wenn diese im Inneren der Kirche nicht vollständig garantiert seien. Stein nannte hier den Ausschluss von Frauen von der Priesterweihe und die aus ihrer Sicht zu langsam verlaufende Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch.

Akteurinnen der Jugendbewegung „Fridays for Future“ kritisierten, die Politik reagiere zu langsam auf die Klimakrise. „So langsam geht den jungen Aktivistinnen auch die Kraft aus, wenn Politik nicht handelt“, sagte die Freiburger Friday-for-Future-Vertreterin Jule Pehnt.

Weltweit spielt das Wetter verrückt. Dürren, Wirbelstürme und Überschwemmungen sind nur ein kleiner Teil der Auswirkungen des globalen Klimawandels. Gerade jene, die in Armut leben, leiden schon jetzt unter den dramatischen Folgen. Darum setzt sich die Kirche für eine klimafreundliche Gesellschaft in Nord und Süd ein.


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