Belfasts Bischof fordert Besonnenheit

  • Konflikt - 09.04.2021

Der katholische Bischof von Down and Connor mit Sitz in Belfast zeigt sich äußerst besorgt über die jüngsten Unruhen und Gewalt in Nordirland. Die Bevölkerung rief Noel Treanor am Freitag in Belfast zu Zurückhaltung und zu Kooperation mit der Polizei auf. Von den Politikern verlangte er, „die Wirkung ihrer Worte sorgfältig abzuwägen“, um eine schädliche „Politisierung“ und eine mögliche Selbstjustiz zu vermeiden, etwa durch die Bildung von „Bürgerpolizeien“.

Der Bischof betonte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), der Polizeidienst verdiene „unsere Unterstützung bei seinen Bemühungen, Sicherheit und Ordnung auf unsere Straßen zu bringen“. Polizisten seien Frauen und Männer „aller Herkunft und Traditionen“ und dienten „Gemeinwohl und Sicherheit unserer gemeinsamen Gesellschaft“.

Treanor appellierte an alle jungen Menschen, sich nicht mehr auf gewalttätige Ausschreitungen einzulassen und sich nicht „von anderen manipulieren zu lassen“. Wörtlich warnte er vor den strafrechtlichen Folgen: die Kosten für Gewalt, die zu einem Strafregister führen können. „Höre jetzt auf! Kümmere dich um deine Zukunft und erlaube anderen nicht, sie zu zerstören!“

Er sei „zutiefst besorgt um alle, die hier leben“, erklärte der Bischof und appellierte an Gemeindevorsteher, Staatsbürger und Politiker. Statt einer „Rhetorik der Angst, die nur auf die Vergangenheit gerichtet ist“, brauche es konkrete politische Pläne zur Schaffung einer besseren Zukunft. Neben der Bekämpfung der Corona-Pandemie nannte er Armutsbekämpfung, mehr Bildungschancen und Arbeitsplätze für die Jugend. Bischof Noel Treanor ist auch Vizepräsident der EU-Bischofskommission COMECE.

Kriege und Konflikte - 19.03.2018

Der neue Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich, hält den Nordirlandkonflikt noch nicht für überwunden. Auch deshalb sei der Austritt Großbritanniens aus der EU „eine Katastrophe“, sagte Hollerich am Wochenende der Zeitung „Luxemburger Wort“.


Artikel lesen

© KNA