Hilfsorganisationen verpflichten sich zur religionsübergreifenden Zusammenarbeit im Irak

  • Interreligiöser Dialog - 04.03.2021

Das katholische Hilfswerk Missio Aachen hat mit 28 weiteren Hilfsorganisationen unterschiedlicher Religionen und Glaubensrichtungen, die im Irak tätig sind, eine „Interreligiöse Botschaft zum Besuch von Papst Franziskus im Irak“ am kommenden Wochenende unterzeichnet. Diese Botschaft wurde gestern auch bei einem Parlamentariergespräch zwischen Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Kirchen im Irak vorgestellt.

In der gemeinsamen Botschaft bekennen sich Missio Aachen und die anderen Organisationen dazu, „im Irak den Menschen allein aufgrund ihrer Bedürfnisse zu helfen und dabei jede Form von Diskriminierung zurückzuweisen“. Alle Hilfsorganisationen wollen in ihrer Arbeit „die kulturellen Werte und religiösen Überzeugungen der verschiedenen Gruppen achten und jedes Sektierertum und jeden Proselytismus im Handeln und in Partnerschaften ausschließen“. Sie möchten weiter „religionsübergreifende Initiativen und Ansätze stärken, die zum sozialen Zusammenhalt beitragen“. Und die Organisationen verpflichten sich, „die Zusammenarbeit untereinander zu stärken, um allen zu helfen, die in Not sind und die gemeinsame Berufung zur Solidarität im Alltag zu leben“.

Die Unterzeichner der interreligiösen Botschaft sehen in den interreligiösen Initiativen von Papst Franziskus und seiner Botschaft „Ihr seid alle Brüder“ zur Irakreise die notwendige Voraussetzung dafür, „die Wunden der Vergangenheit zu heilen und eine gemeinsame Zukunft für alle unterschiedlichen Gemeinschaften im Irak aufzubauen“.

Der Irak sei eine Wiege der Menschheit und ein wunderschönes, kulturell reiches Land mit einer großen religiösen Vielfältigkeit. Seit Jahrhunderten lebten im Irak viele verschiedene Ethnien und Glaubensgemeinschaften friedlich zusammen. In den vergangenen Jahrzehnten habe der Irak aber unter Krieg, Unsicherheit, Instabilität und zuletzt unter dem Aufstieg des sogenannten „Islamischen Staates“ gelitten. „Diese dauernde Abfolge von Konflikten hat die Beziehungen der verschiedenen Gemeinschaften stark belastet“, schreiben die Autoren. Deshalb sei der Besuch von Papst Franziskus ein wichtiges Zeichen – und die geschwisterliche Zusammenarbeit unabdingbar.

Zu den unterzeichnenden Organisationen gehören neben Missio Aachen unter anderem auch die Caritas aus Deutschland und Tschechien, die Assyrian Aid Society Iraq World Vision sowie der lutherische Weltbund.