Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 04.01.2021

  • Pandemie - 04.01.2021

In Indien beginnt der Probelauf für die weltweit größte Corona-Impfaktion, in Tschechien wurde der traditionelle Dreikönigsumzug abgesagt und die Orthodoxe Rabbinerkonferenz hat zur Covid-Impfung aufgerufen. Der Überblick.

Sternsingerbesuche bei Kanzlerin und Bundespräsident entfallen

Bundespräsident und Kanzlerin erhalten wegen der Corona-Krise keinen Besuch der Sternsinger. Die Mädchen und Jungen wollen stattdessen eine Videobotschaft sowie ein Paket mit Segensaufklebern und Informationen zur aktuellen Aktion Dreikönigssingen an die Politiker senden, wie der Sprecher des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Thomas Römer, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Aachen sagte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wollen ihrerseits mit einer Videobotschaft antworten.

Zum ersten Mal in der 62-jährigen Geschichte der bundesweiten Aktion können die Sternsinger nicht von Haus zu Haus laufen. Wegen der Pandemie fallen die Besuche in diesem Jahr aus. Dafür soll es alternativ digitale Formate geben und die Segensgrüße zum Beispiel in den Kirchen verteilt werden. Die diesjährige Aktion wurde am Dienstag mit einem Gottesdienst im Aachener Dom eröffnet. Sie läuft länger als sonst, nämlich bis zum 2. Februar. Alle Materialien und Informationen sind auf der Internetseite www.sternsinger.de zugänglich.

Normalerweise sind um den Dreikönigstag am 6. Januar jährlich rund 300.000 Kinder als Heilige Drei Könige verkleidet unterwegs und bitten um Spenden für ihre Altersgenossen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Vor einem Jahr sammelten die Kinder rund 52,4 Millionen Euro etwa für Gesundheits- und Bildungsprojekte. Die Sternsinger bringen zudem den Segensgruß „C + M + B“ für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) in die Häuser.

Die Aktion Dreikönigssingen, die vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragen wird, gilt als die weltweit größte Solidaritätsinitiative von Kindern für Kinder. Gewöhnlich besuchen Sternsingergruppen auch den Bundespräsidenten und die Kanzlerin.

© Text: KNA

Vatikan veröffentlicht Ethik-Leitlinien zu Corona-Impfungen

Der Vatikan hat ein 20-Punkte-Papier zu ethischen Fragen rund um Corona-Impfungen veröffentlicht. Darin mahnt die katholische Kirche eine global gerechte Verteilung der Vakzine an, besonders mit Blick auf arme Länder und patentrechtliche Fragen. Systemrelevante Berufsgruppen sollten bevorzugt geimpft werden. Impfgegnern wirft das Dokument eine Gefährdung anderer vor. Erarbeitet wurden die am Dienstag publizierten Leitlinien von einer Kommission der vatikanischen Entwicklungsbehörde und der Päpstlichen Akademie für das Leben, einer Ethik-Fachstelle.

Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Stammzellen abgetriebener Embryonen bei der Entwicklung der Impfstoffe räumen die päpstlichen Ethik-Experten aus. Zwar könne ein Schwangerschaftsabbruch nicht durch Zwecke der öffentlichen Gesundheit gerechtfertigt werden und bleibe die Verbreitung und der Verkauf embryonaler Zelllinien „prinzipiell moralisch unerlaubt“; auszuschließen sei aber, dass es eine „moralisch erhebliche Kooperation“ der zu Impfenden mit dem praktizierten Schwangerschaftsabbruch gebe.

Hinsichtlich der Patentierungen erklärt der Vatikan, die Impfstoffe müssten unbeschadet einer Vergütung für Entwicklung und unternehmerische Risiken allen zugänglich sein. Das alleinige Ziel einer kommerziellen Nutzung sei ethisch nicht zulässig. Auch wendet sich der Vatikan gegen einen „Impfnationalismus“ bei der Sicherung von Impfdosen.
Systemrelevanten Berufsgruppen wie medizinischem Personal, Lehrern und Sicherheitskräften räumt der Vatikan bei den Impfungen einen Vorrang noch vor Schutzbedürftigen wie Alten oder Menschen mit Vorerkrankungen ein. Grundsätzlich müssten die Impfstoffe in allen Ländern zugänglich sein. Pharmaindustrie, Regierungen und internationale Organisationen stünden unter dem „moralischen Imperativ“, bezahlbare Vakzine bereitzustellen.

Impfverweigerern hält das Dokument vor, möglicherweise zum Risiko für andere zu werden, etwa für diejenigen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden könnten und daher auf Herdenimmunität angewiesen seien. Personen, die eine Impfung ablehnten und deshalb an Covid-19 erkrankten, kosteten dem Gesundheitssystem unnötig Ressourcen.

© Text: KNA

 

Indien startet Probelauf für weltweit größte Corona-Impfaktion

Indien hat einen landesweiten Probelauf zum Start des weltweit größten Impfprogramms gegen das Coronavirus gestartet. Ziel sei es, die Einsatzbereitschaft der Impf-Task-Force „Covid Vaccine Intelligence Network“ zu prüfen und etwaige Probleme zu identifizieren und zu beseitigen, sagte das Gesundheitsministerium am Samstag dem Nachrichtenportal „Times of India“.

Nach Angaben des Portals haben die Behörden bereits 96.000 Mediziner zu Covid-19-Impfexperten ausgebildet. Die Zulassung von Corona-Impfstoffen durch die indischen Behörden werde noch in diesem Monat erwartet. Bis Juli sollen zunächst 300 Millionen der 1,3 Milliarden Inder geimpft werden.

Das „Serum Institute of India“, das als weltweit größter Impfstoffhersteller gilt, hat bereits mehrere Millionen Dosen des Impfstoffs des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca geordert. Experten gehen davon aus, dass in naher Zukunft auch mehrere von indischen Wissenschaftlern und Firmen entwickelte Impfstoffe zugelassen werden.

Indien hat weltweit die höchste Corona-Fallzahl. Seit Beginn der Pandemie wurden (Stand: 2. Januar) rund 10,3 Millionen Fälle registriert, von denen 9,9 Millionen als genesen gelten. 148.218 Inder sind an den Folgen der Coronainfektion laut offizieller Statistik gestorben. Am Samstag waren innerhalb von 24 Stunden 19.079 Neuinfektionen gemeldet worden.

© Text: KNA

Orthodoxe Rabbinerkonferenz ruft alle Juden zu Covid-Impfung auf

Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) ruft in einer öffentlichen europaweiten Erklärung alle jüdischen Bürgerinnen und Bürger auf, sich nach Möglichkeit gegen Covid-19 impfen zu lassen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.

In der am Sonntag in Köln veröffentlichten Erklärung heißt es, das jüdische Gesetz, die Halacha, verpflichte die jüdische Gemeinschaft, für die eigene wie auch für die Gesundheit anderer Menschen zu sorgen. Die ORD bitte daher alle, „die berechtigt sind, auf den in ihren Orten verfügbaren Covid-19-Impfstoff dringend zuzugreifen“, sofern es dem jeweiligen ärztlichen Rat entspreche.

Mit der Gnade Gottes sehe man durch die Herstellung und den Vertrieb eines Impfstoffs „Licht am Ende des Tunnels“. Die ORD erklärte weiter, man hoffe, dass der Impfstoff die weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern könne.

Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) hat nach eigenen Angaben derzeit 55 Mitglieder. Das Rabbinat für Deutschland mit Sitz in Köln wurde 2003 als Organ des Zentralrates der Juden gegründet mit dem Ziel, sich für das jüdische Leben sowie Erhalt jüdischer Tradition und Vorschriften hierzulande einzusetzen. An der Spitze der ORD stehen derzeit die Rabbiner Avichai Apel (Frankfurt), Zsolt Balla (Leipzig) und Yehuda Pushkin (Stuttgart).

© Text: KNA

Dossier

Eine zweite Welle hat Europa erfasst, Teile Lateinamerikas sind noch bei der Bewältigung der ersten – und Teile Afrikas kamen bislang recht glimpflich davon. Ein Überblick, wie weltweit mit Corona umgegangen wird.


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Traditioneller Prager Dreikönigsumzug fällt wegen Corona aus

Der traditionelle Kamelritt der „Heiligen Drei Könige“ über die Prager Karlsbrücke am Dreikönigstag (6. Januar) findet coronabedingt nicht statt. Wegen der seit Weihnachten wieder verschärften Schutzregelungen beschloss die tschechische Caritas laut Mitteilung vom Mittwoch, ihre Sternsingeraktion massiv zu beschränken. Die Sammelaktion müsse größtenteils online ablaufen.

Die Organisatoren stellten Spendenbüchsen an öffentlichen Orten auf. Auf www.trikralovasbirka.cz kann man den Sternsingern virtuell die Tür öffnen; per Video überbringen sie dann ihre Segenswünsche und Gesänge. Die größte ehrenamtliche Aktion in der Tschechischen Republik gilt Caritas-Projekten überwiegend im Inland.

© Text: KNA

Vatikan sichert sich Corona-Impfdosen für alle Mitarbeiter

Der Vatikan hat 10.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer bestellt. Das bestätigten interne Quellen am Donnerstag. Das Kontingent reicht aus, um die rund 4.500 Mitarbeiter des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats vor dem Coronavirus zu schützen. Daneben haben auch mitversicherte Familienangehörige und Pensionäre Anspruch auf die zweifache Immunisierung.

Das Impfprogramm soll den Informationen zufolge kommende Woche starten. Die päpstliche Kinderklinik Bambino Gesu begann bereits mit der Verabreichung des Vakzins. Vor Weihnachten mussten Vatikanangestellte erklären, ob sie eine Corona-Impfung wünschen oder nicht. Wie es hieß, wurde nach den Rückmeldungen das Kontingent der Impfdosen bemessen. Wer auf die angebotene Immunisierung verzichtet, soll ausdrücklich keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu erwarten haben.

Papst Franziskus und der Vatikan hatten wiederholt betont, dass die neuen Impfmittel global gerecht verteilt werden müssten. Es dürfe keinen „Impfnationalismus“ bei der Sicherung der Vakzine geben. Pharmaindustrie, Regierungen und internationale Organisationen stünden unter dem „moralischen Imperativ“, einen bezahlbaren Schutz für alle zu gewährleisten, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Leitlinien-Papier zweier vatikanischer Ethik-Gremien.

© Text: KNA

Südostasien - 15.01.2021

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Richterskala hat auf der indonesischen Insel Sulawesi große Schäden angerichtet. Nach Angaben indonesischer Medien kamen mehr als 37 Menschen durch die Folgen der Erdstöße ums Leben, hunderte wurden verletzt.

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Kenias Schulen öffnen nach halbem Jahr Corona-Zwangspause

Nach einer Corona-Zwangspause von mehr als einem halben Jahr haben Kenias Schulen am Montag den Unterricht fortgesetzt. Die Wiedereröffnung gibt Eltern und Schülern Hoffnung. Im vergangenen Juli hatte der Bildungsminister des ostafrikanischen Landes, George Magoha, das aktuelle Unterrichtsjahr für „verloren“ erklärt und angeordnet, die Schulen bis Jahresende geschlossen zu halten. Fernunterricht über Radio und Internet fand wegen mangelnder Infrastruktur nur bedingt statt.

Lokale TV-Sender zeigten am Montagmorgen, wie uniformierte Schüler in langen Schlangen auf die Temperaturkontrolle warteten. Berichten zufolge wurden mehr als 15 Millionen Lernende an den Grund- und höheren Schulen des Landes zurückerwartet. Die Regierung verteilte sieben Millionen Masken.

Nicht überall läuft der Schulstart reibungslos ab, wie die Wochenzeitung „The East African“ berichtet: An einer Grundschule in der Hauptstadt Nairobi etwa würden mehr als 5.000 Schüler in 51 Klassenzimmern unterrichtet; ein Mindestabstand könne nicht eingehalten werden.

Zuvor appellierten Politiker an Kenias Lehrer, zu improvisieren. Sie sollten ihre Schüler, wo möglich, im Freien unter Bäumen unterrichten. Am Montag verzeichnete die ehemalige britische Kolonie knapp 97.000 Corona-Infektionen. 1.680 Kenianer starben an den Folgen des Virus. Damit liegt Kenia in Afrika im Mittelfeld. Die meisten Fälle verzeichnet Südafrika mit mehr als 1,1 Millionen Infizierten.

© Text: KNA

Heiliges Land - 15.01.2021

15 Bischöfe aus europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika tauschen sich in den kommenden Tagen in Online-Konferenzen mit Kirchenvertretern im Heiligen Land aus. Die DBK wird durch den Mainzer Weihbischof Udo Bentz vertreten.

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Pandemie - 11.01.2021

Mit 1.120 neuen Corona-Opfern am Donnerstag hat Brasilien die Marke von 200.000 Corona-Toten überschritten. Insgesamt sind dort nun 200.163 Personen verstorben; 7,9 Millionen haben sich infiziert.

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Stimmen zum Afrikatag - 10.01.2021

Die meisten von ihnen haben unvorstellbar Grausames erlebt: Frauen, Männer, Kinder, die in Nigeria vor Boko Haram geflohen sind. Einige von ihnen fanden Zuflucht bei der katholischen Kirche in Yola. Schwester Maria Vitalis Timtere will ihnen helfen. Auch, indem sie zuhört.

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