Erzbischöfe erinnern an 55 Jahre deutsch-polnischer Briefwechsel

  • Versöhnung - 18.11.2020

55 Jahre ist es am 18. November her, dass die deutschen und polnischen Bischöfe ihren historischen Briefwechsel begannen. Dieser sei eine Initialzündung des gesellschaftlichen Versöhnungsprozesses zwischen den beiden Ländern gewesen, erklärten die Erzbischöfe von Bamberg und dem polnischen Katowice, Ludwig Schick und Wiktor Skworc. Sie äußerten sich in einer am Dienstag gemeinsam veröffentlichten Stellungnahme der Maximilian-Kolbe-Stiftung. Die Bischofskonferenzen hatten diese 2007 als „ein gemeinsames Instrument der kontinuierlichen Arbeit für Versöhnung und Frieden“ geschaffen.

In der aktuellen Situation Europas und der Welt brauche es verstärkt das christliche Versöhnungszeugnis der Kirche, „das bekräftigt, dass die Bitte um Versöhnung ausgesprochen und Vergebung gewährt werden kann“, so die beiden Erzbischöfe weiter, die auch Vorsitzende einer Kontaktgruppe der Bischofskonferenzen aus Polen und Deutschland sind. Das Zeugnis dürfe sich nicht allein auf das historische Gedächtnis beschränken. Deshalb bringe die Maximilian-Kolbe-Stiftung mit dem gleichnamigen Werk jedes Jahr junge Menschen am besonderen Ort Auschwitz zusammen, um durch Begegnung, Kennenlernen und Austausch zu einem wirklichen Dialog zu finden.

Dankbar seien Werk wie Stiftung, dass der Deutsche Bundestag ein Denkmal zur Erinnerung an die polnischen Opfer der deutschen Okkupation des Landes beschlossen habe. Es solle der Erinnerung sowie der Begegnung dienen. Zugleich sei die Initiative für ein solches Denkmal auch „Ausdruck der Anerkennung für die Errungenschaften der deutsch-polnischen Versöhnung“.

Entscheidender Wendepunkt in der Geschichte beider Länder

Die deutsch-polnische Versöhnungsgeste von 1965 gilt als ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte beider Länder nach dem Zweiten Weltkrieg. Kurz vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) hatten die polnischen Bischöfe am 18. November 1965 an ihre deutschen Amtsbrüder geschrieben.

Der Brief endete mit den Worten: „In diesem allerchristlichsten und zugleich sehr menschlichen Geist strecken wir unsere Hände zu Ihnen hin (...), gewähren Vergebung und bitten um Vergebung.“ Zwei Wochen später antworteten die deutschen Bischöfe unter anderem: „Furchtbares ist von Deutschen und im Namen des deutschen Volkes dem polnischen Volk angetan worden. So bitten auch wir zu vergessen, ja wir bitten zu verzeihen.“

© Text: KNA