Friedensnobelpreis geht an das UN-Welternährungsprogramm

Der Friedensnobelpreis 2020 geht an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Das hat das norwegische Nobelkomitee soeben in Oslo bekannt gegeben.

Das Ernährungspramm der Vereinten Nationen bekomme den Nobelpreis „für seine Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers, für seinen Beitrag zur Verbesserung der Bedingungen für den Frieden in von Konflikten betroffenen Gebieten und als treibende Kraft bei den Bemühungen, den Einsatz von Hunger als Waffe für Krieg und Konflikte zu verhindern", schrieb das norwegische Nobel-Komitee in seiner Stellungnahme.

Weiter hieß es, das WFP sei ausgesucht worden, da sich die Ernährungssituation im vergangenen Jahr verschlechtert habe. „Im Jahr 2019 litten 135 Millionen Menschen an akutem Hunger, der höchsten Zahl seit vielen Jahren. Der größte Teil des Anstiegs wurde durch Krieg und bewaffnete Konflikte verursacht.“ Auch die Rolle des Welternährungsprogramms als multilateraler Akteur wurde besonders hervorgehoben.

Das UN World Food Programme (WFP) ist nach eigenen Angaben die führende humanitäre Organisation im Kampf gegen den weltweiten Hunger und erreichte im vergangenen Jahr rund 97 Millionen Menschen in 88 Ländern. Das Welternährungsprogramm leistet Hilfe in Notfällen, unterstützt Gemeinden dabei, ihre Resilienz mit Blick auf Notsituationen zu verbessern sowie die Ernährungssituation langfristig zu verbessern.

Insgesamt gab es nach Angaben des Komitees in diesem Jahr 318 Nominierungen, davon 211 Einzelpersönlichkeiten und 107 Organisationen. Der Preis ist mit 10 Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert. Er wird als einziger der fünf Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort findet die Verleihung traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896), statt; allerdings wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf den festlichen Rahmen verzichtet.

Der Friedenspreis soll, so Nobels Letzter Wille, an jenen verliehen werden, der die beste Arbeit für mehr Brüderlichkeit zwischen Nationen geleistet hat, das Militär abgeschafft oder Friedenskongresse veranstaltet hat. In diesem Jahr ist es der 101. Friedensnobelpreis, der seit 1901 vergeben wird. In einigen Jahren - vor allem während der beiden Weltkriege – wurde unter anderem mangels geeigneter Preisträger auf die Vergabe verzichtet.

Unter den 107 ausgezeichneten Einzelpersonen sind 17 Frauen. Der älteste Geehrte war mit 87 Jahren Joseph Rotblat (1995), die 17-jährige Malala Yousafzai (2014) war die jüngste Preisträgerin.

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