Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 21.07.2020

  • © Bild: Florian Kopp/Adveniat
  • Corona-Pandemie - 21.07.2020

In Paraguay wurde indigenen Arbeitern Tiermedizin verabreicht, Indien zählt den Millionsten Corona-Fall – und in Südamerika sind zwei Bischöfe an Covid-19 gestorben. Die Kurzmeldungen.

Indigene Arbeiter mit Tiermedikament gegen Covid „geimpft“

In Paraguay sollen indigene Arbeiter vom Besitzer einer Bananen-Plantage mit einem Mittel gegen Parasitenbefall aus der Tiermedizin gegen das Covid-19-Virus geimpft worden sein. Das sagte ein Sprecher der indigenen Gemeinde Santa Isabel in einem Interview mit dem Radiosender „1.000 AM“. Bei dem injizierten Medikament soll es sich um Ivermectin gehandelt haben, ein gegen Ektoparasiten und Fadenwürmer wirksamer Stoff. Diejenigen, die sich geweigert hätten, die Impfung zu akzeptieren, hätten die Plantage verlassen müssen, sagte Anibal Vera der Tageszeitung „La Nacion“ (Sonntag Online). Der Vorfall soll sich im westparaguayischen Distrikt Yrybycua im Departement San Pedro ereignet haben. Laut offiziellen Angaben gab es in der betroffenen Region bislang acht Corona-Infektionen. 

© Text: KNA

Corona-Fälle in Indien überschreiten Eine-Million-Marke

Nach den USA und Brasilien ist Indien ist nun das weltweit dritte Land mit mehr als einer Million Corona-Fällen. Nach der Rekordzunahme von rund 34.500 Infizierten innerhalb von 24 Stunden überschritt das südasiatische Land mit etwa 1,3 Milliarden Einwohnern am Freitag die Millionmarke, wie das Nachrichtenportal Times of India (ToT) berichtete.

Bis 900.000 Fälle erreicht waren, dauerte es demnach 110 Tage, während die Zunahme um 100.000 Fälle bis zur Millionengrenze dann in nur 59 Tagen erfolgte. Gleichzeitig habe am Freitag auch die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen mit knapp 23.000 einen Rekordwert erreicht. Bislang seien knapp 25.600 Inder an der Viruserkrankung gestorben. Im weltweiten Vergleich der Fälle pro einer Million Einwohner liege Indien jedoch auf Rang 106 und damit zwischen vier- bis achtmal niedriger als europäische Länder.

Experten warnen jedoch, dass Indien noch Monate vom Höhepunkt der Infektionswelle entfernt sei. So sei der „natürliche Verlauf jeder Pandemie“, erklärte Giridhar Babu, Epidemiologe der gemeinnützigen Stiftung „Public Health Foundation of India“. Das schon jetzt überlastete Gesundheitssystem werde dadurch noch weiter unter Druck gesetzt. Vorrangiges Ziel müsse daher die Senkung der Mortalitätsrate sein.

© Text: KNA

Dossier

Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19 um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


Zum Dossier

Brasilien: Bischof von Palmares an Covid-19 verstorben

Der Bischof der nordostbrasilianischen Diözese Palmares, Henrique Soares da Costa, ist am Samstag an Covid-19 verstorben. Das berichteten brasilianische Medien am Wochenende. Am 4. Juli war der 57-Jährige auf die Intensivstation eines Krankenhauses in Recife eingeliefert worden, am Donnerstag musste er an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Costa hatte das Bischofsamt von Palmares 2014 übernommen.

Der in der Kleinstadt Penedo im Nordosten Brasiliens geborene Costa hatte in Brasilien Theologie studiert, bevor er seine Studien in Rom an der Päpstlichen Universität Gregoriana fortsetzte. Papst Benedikt XVI. ernannte Costa im Jahr 2009 zum Weihbischof von Aracaju. Unter Papst Franziskus übernahm er 2014 die Leitung des Bistums Palmares. Seine letzte Messe zelebrierte Costa Anfang Juli.

© Text: KNA

Mexiko: Bereits 46 Geistliche an Covid-19 gestorben

In Mexiko sind laut Angaben des Katholischen Multimedialen Zentrums bereits 46 katholische Geistliche, sechs Diakone und drei Ordensschwestern einer Covid-19-Erkrankung erlegen. Allein in der ersten Juli-Hälfte seien zwölf katholische Priester, eine Ordensschwester und ein Diakon an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben, berichtete das Zentrum auf seiner Internetseite.

Die Gesamtzahlen im Land wachsen weiter an. Laut Tageszeitung „El Universal“ wurden bislang mehr als 39.000 Tote und rund 345.000 Infektionen registriert.

© Text:KNA

China wirft Demokratiebewegung Verbreitung von Covid-19 vor

Staatliche chinesische Medien geben den Hongkonger Demonstranten die Schuld am Anstieg der Zahl der Corona-Infektionen in der Metropole. Die inoffizielle Vorwahl der demokratischen Oppositionsparteien zur Bestimmung ihrer Kandidaten für die Wahl am 6. September sowie die Proteste vom 1. Juli gegen das neue Sicherheitsgesetz hätten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua die dritte Corona-Welle in Hongkong ausgelöst, berichtete das Nachrichtenportal Hong Kong Free Press (HKFP) am Montag.

Diese Behauptung sei jedoch von führenden Hongkonger Medizinern zurückgewiesen worden, hieß es. Diese sähen vielmehr die wachsende Zahl von Ausnahmen von den Quarantäneregeln für bestimmte Gruppen und Einzelpersonen als „Schlupfloch“ für das Virus. Die aktuellen Quarantäne-Ausnahmeregelungen gelten für 33 Arten von Reisenden vom chinesischen Festland sowie aus Macao und Taiwan. Dazu gehören LKW-Fahrer, Flugzeugbesatzungen, Politiker, sowie hunderte Manager von in China und Hongkong börsennotierten Unternehmen.

Mit mehr als 610.000 Teilnehmern war die inoffizielle Vorwahl am 11. und 12. Juli zu einer dezentralen Protestkundgebung gegen China geworden. Die Organisatoren der Vorwahl hatten mit nur 175.000 Wählern gerechnet. Sowohl China als auch Hongkongs Regierung hatten die inoffizielle Vorwahl als „potenziellen“ Verstoß gegen das neue Gesetz über die nationale Sicherheit bezeichnet. Das am 1. Juli in Kraft getretene Sicherheitsgesetz richtet sich gegen die Demokratiebewegung, deren Aktivitäten die Führung in Peking als subversiv ansieht.

Am Montag waren in Hongkong 1.886 Corona-Fälle gemeldet, von denen 1.294 als genesen gelten. 12 Menschen sind bisher an der Viruserkrankung gestorben. In den vergangenen zwei Wochen waren 500 Neuinfektionen registriert worden.

© Text: KNA

Bischof in Bolivien stirbt an Corona

Mit dem italienischstämmigen Bischof Eugenio Scarpellini hat auch Boliviens Kirche ihr erstes prominentes Corona-Opfer; eins, das vor dem Virus gewarnt hatte. Der gebürtige Italiener starb am Mittwoch (Ortszeit) im Alter von 66 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Noch kurz zuvor wurde er ins örtliche Hospital „Corazon de Jesus“ eingeliefert, wie die Bischofskonferenz des Landes bekanntgab.

Boliviens Politik reagierte erschüttert auf die Todesnachricht. Die rechtsgerichtete Übergangspräsidentin Jeanine Anez, zurzeit selbst am Virus erkrankt, schrieb auf Twitter, man werde die exzellente pastorale Arbeit, die stets ein würdiges Vorbild gewesen sei, in Erinnerung behalten.

© Text: KNA