Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 07.07.2020

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  • Corona-Update - 07.07.2020

In Italien verschärft die Corona-Krise die soziale Ungleichheit, in Irland verzeichnet die Kirche einen Spendeneinbruch und der Papst spendet für das Welternährungsprogramm WFP. Der Corona-Überblick.

Papst spendet 25.000 € für UN-Welternährungsprogramm

Mit einer symbolischen Spende an das Welternährungsprogramm WFP hat Papst Franziskus Hilfe für arme Länder in der Corona-Krise angemahnt. Die finanzielle Zuwendung sei als Ausdruck der Fürsorge für die Betroffenen gedacht, aber auch als Ermutigung für den humanitären Einsatz der UN-Organisation sowie für solche Länder, die sich hinter umfassende Entwicklung stellten, hieß es in einer Mitteilung des Vatikan am Freitag.

Dabei verwies die Mitteilung auf soziale Instabilität, mangelnde Ernährungssicherheit, wachsende Arbeitslosigkeit und einen Zusammenbruch der Wirtschaftssysteme in den ärmsten Ländern. Die Initiative des Papstes stehe vor dem Hintergrund einer zunehmenden Besorgnis über die globale Ausbreitung des Coronavirus.

Die Höhe der Spende an das WFP betrug 25.000 €. Ausdrücklich erwähnt wurde auch das Engagement der anderen beiden UN-Organisationen mit Hauptsitz in Rom, die Welternährungsorganisation FAO und der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung IFAD.

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Sternsinger verstärken ihre Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus

Unterstützung beim Schutz von Kindern in der Corona-Pandemie wird weiterhin in vielen Ländern benötigt: Daher verstärkt das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ seine Hilfsmaßnahmen. Das teilte die Hilfsorganisation am Montag in Aachen mit. „Wir bekommen Nothilfe-Anträge aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, mit teilweise dramatischen Schilderungen unserer Partner über die Situation vor Ort“, sagte Sternsinger-Präsident Dirk Bingener.

Viele Partnerländer seien mittlerweile von der Pandemie betroffen – zeitversetzt und in unterschiedlicher Intensität, wie es hieß. Ziel der geförderten Maßnahmen sei es, den betroffenen Kindern ein Stück Normalität zu ermöglichen. Dazu zählten etwa die psychosoziale Unterstützung von Familien, Nahrungsmittelhilfen, Aufklärungsarbeit über das Virus, Infektionsschutz sowie digitale Lernangebote für Mädchen und Jungen.

Das Kindermissionswerk kündigte an, den bestehenden Nothilfefonds um eine weitere Million auf nunmehr insgesamt zwei Millionen Euro zu erhöhen. Er war im März als Reaktion auf die Pandemie eingerichtet worden. Fördergelder in Höhe von mehr als 800.000 Euro sind den Angaben zufolge bereits ausgezahlt worden.

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Bericht: Corona-Krise verschärft soziale Ungleichheit in Italien

Die Corona-Pandemie in Italien hat nach Angaben des nationalen Statistikamts Istat die soziale Ungleichheit erheblich verstärkt. So hätten Menschen mit geringerem Bildungsniveau ein signifikant höheres Todesrisiko, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Istat-Jahresbericht 2020. „Die Epidemie hat die am stärksten gefährdeten Gruppen am meisten getroffen und die erheblichen Ungleichheiten verschärft, von denen unser Land geprägt ist", lautet das Fazit.

In wirtschaftlicher Hinsicht habe der monatelange Corona-Lockdown vor allem jenen geschadet, die ohnehin schon in prekären Verhältnissen gelebt hätten: Gelegenheits- und Saisonarbeiter, unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte und andere Personen ohne ausreichende soziale Absicherung.

Die landesweiten Schulschließungen wirken sich den Angaben zufolge gerade für Kinder aus armen Familien negativ aus. Diese verfügten meist nicht über die Mittel, um einen adäquaten Online-Unterricht oder ähnliche Dinge zu ermöglichen. Generell erschwere die fehlende Schulbetreuung die Vereinbarkeit familiärer und beruflicher Verpflichtungen. Auch hier seien Eltern mit geringerem Einkommen stärker belastet.

Für das laufende Jahr gehen die Istat-Experten wegen der Pandemie von einer niedrigeren Geburtenzahl aus. Sie werde 2020 bei rund 426.000 liegen, 2019 waren es 435.000. Angesichts verbreiteter Ängste und Unsicherheiten werden für das nächste Jahr noch weniger Geburten erwartet. Die Zahl könne im ungünstigsten Fall" unter die Marke von 400.000 sinken, hieß es.

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Kirche in Irland verzeichnet Spendeneinbruch

Die coronabedingten Kirchenschließungen haben in dem mehrheitlich katholischen Irland zu einem Einbruch bei den Spenden geführt. Allein im Erzbistum Dublin gingen die Einnahmen zwischen März und Juni um bis zu 80 Prozent zurück, wie die „Irish Times“ am Samstag auf ihrer Internetseite berichtete.

Anders als in Deutschland kann die Kirche in Irland nicht auf Steuerabgaben ihrer Mitglieder zurückgreifen, sondern finanziert sich hauptsächlich über Spenden. Die Priester des Erzbistums Dublin hätten sich bereits auf einen Gehaltsverzicht von 25 Prozent geeinigt, so die „Irish Times“. Zugleich laufen offenbar Überlegungen, von Laien besetzte Stellen abzubauen.

Ein Sprecher der Irischen Bischofskonferenz sagte, dass die Löhne für Laien und Geistliche im ganzen Land gesenkt worden seien, wobei auch Entlassungen im Raum stünden. Die Lohn- und Gehaltssenkungen würden voraussichtlich bis 2021 wirksam bleiben.

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