Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 25.06.2020

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  • Corona-Update - 25.06.2020

In Palästina werden Hochzeiten vorläufig  untersagt, in Paraguay steigt die häusliche Gewalt an und Bischof Heße mahnt zu besonderem Flüchtlingsschutz in Corona-Zeiten. Die Corona-Kurzmeldungen des Tages.

Häusliche Gewalt in Paraguay steigt in Corona-Krise

In Paraguay haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen mehr als 1.000 Frauen juristische Hilfe wegen häuslicher Gewalt beantragt. Wie das Portal „Ultima Hora“ (Onlineausgabe Montag Ortszeit) unter Berufung auf das zuständige Ministerium berichtet, haben insgesamt 1.171 Frauen häusliche Gewalt angezeigt.

„Die Frauen befinden sich in einer unvorteilhaften Lage, weil sie ohne die Möglichkeit direkter Hilfe zuhause mit dem Aggressor bleiben müssen“, so eine Ministeriumssprecherin. Insgesamt sei die Zahl der Fälle der häuslichen Gewalt während Corona um fast 40 Prozent gestiegen.

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UN: Argentinien droht Massenarmut durch Corona-Pandemie

Argentinien droht nach Einschätzung der Vereinten Nationen aufgrund der Corona-Pandemie ein besonders harter wirtschaftlicher Absturz. „Für Millionen Argentinier sind die Konsequenzen dramatisch“, sagte der UN-Koordinator für Argentinien der Tageszeitung „La Nacion“ (Dienstag Ortszeit). Bis zum Jahresende könnten fast 6 von 10 Argentiniern (58,6 Prozent) in Armut leben. Ähnliche Zahlen seien bei der Kinderarmut zu erwarten.

Die Tageszeitung „Clarin“ berichtete, die argentinische Wirtschaft sei im ersten Quartal um 5,4 Prozent eingebrochen. Die Bekämpfung der Armut war das Hauptziel des Ende 2019 gewählten neuen linksgerichteten Präsidenten Alberto Fernandez. Bereits vor der Pandemie war die Armut in Argentinien laut Katholischer Universität (UCA) auf 45 Prozent gestiegen. Zum Abschluss der Amtszeit des konservativen Präsidenten Mauricio Macri Ende 2019 hatte die Armutsrate bei 38 Prozent gelegen. Auch in seiner Amtszeit war die Armut in Argentinien gestiegen.

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Dossier

Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19  um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


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Palästinenser verbieten Hochzeitsfeiern wegen Covid-19

Wegen eines erneuten Anstiegs an Covid-19-Infektionen dürfen in den palästinensischen Gebieten vorerst keine Hochzeiten mehr gefeiert werden. Das in der Nacht zu Mittwoch von der palästinensischen Regierung beschlossene Verbot gilt laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa für alle Gouvernemente. Die Maßnahmen seien nötig, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, sagte Regierungssprecher Ibrahim Melhem laut Bericht.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums von Dienstagabend stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen innerhalb von 24 Stunden um 179 auf insgesamt 1.375. Mit 470 Fällen besonders stark betroffen ist demnach das Gouvernement Hebron im südlichen Westjordanland.

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Menschenrechtler: Burundis Regierung muss über Corona aufklären

Human Rights Watch (HRW) fordert von Burundis Regierung eine bessere Aufklärung über die Corona-Pandemie. Statt Gerüchte oder Ängste zu schüren, sollten die Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Bevölkerung verlässliche medizinische Informationen über das Virus erhalte, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Nairobi.

Der rücksichtslose Umgang der Regierung mit der Krankheit trage noch zur weiteren Verunsicherung der politischen Lage in dem afrikanischen Land bei, kritisiert HRW-Zentralafrika-Direktor Lewis Mudge. „Burundis neuer Präsident Evariste Ndayishimiye sollte der Bekämpfung von Covid-19 Vorrang geben und die Testverfahren beschleunigen, um einen Überblick über das wahre Ausmaß des Coronavirus im Land zu haben.“

Laut HRW fühlt sich besonders das medizinische Personal in den Krankenhäusern durch Politik und Behörden bedroht. Ärzte und Krankenpfleger hätten Angst, die Bevölkerung aufzuklären. In Burundi gibt es den Angaben zufolge derzeit 144 offiziell bestätigte Infektionen sowie einen Todesfall. Allerdings gehen Gesundheitsexperten von nicht ordnungsgemäßen Tests und deutlich höheren Infektionszahlen aus.

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Erzbischof Heße mahnt Flüchtlingsschutz gerade in Corona-Zeit an

Der katholische deutsche Flüchtlingsbischof Stefan Heße mahnt gerade in der Pandemie ein Festhalten am Engagement für Flüchtlinge an. „Angesichts von Corona hört der Flüchtlingsstrom natürlich nicht auf, und wir als Kirche können nicht darüber hinweggehen und sagen, es gibt Wichtigeres“, sagte der Hamburger Erzbischof am Mittwoch beim fünften Katholischen Flüchtlingsgipfel der Deutschen Bischofskonferenz, der coronabedingt erstmals als Videokonferenz stattfand.

Die Situation der Flüchtlinge in den vergangenen Monaten, insbesondere in den Lagern auf den griechischen Inseln, gebe Anlass zu großer Sorge, so der Erzbischof vor rund 150 Experten und Praktikern aus der Flüchtlingshilfe. Es gebe die Befürchtung, dass der Flüchtlingsschutz in Zeiten der Pandemie faktisch eingeschränkt werde. Der Erzbischof appellierte an die Politik, sich für eine Aufnahme von Flüchtlingen aus den griechischen Camps einzusetzen. Zudem müsse gerade auch das Wohlergehen der Flüchtlingsfamilien gefördert werden.

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