Deutsche Bischöfe besorgt über Israels Annexionspläne

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  • Naher Osten - 22.06.2020

Die katholischen Bischöfe in Deutschland zeigen sich besorgt über die Ankündigung der israelischen Regierung, ab Juli Teile des Westjordanlandes zu annektieren. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten, der Mainzer Weihbischof Udo Bentz, forderten am Freitag in Bonn von Bundesregierung, EU sowie den USA und Russland gemeinsame Anstrengungen für einen dauerhaften und gerechten Frieden. Die Bischöfe unterstützten zugleich einen Aufruf der Patriarchen und Kirchenführer Jerusalems, die sich gegen einseitige Annexionspläne ausgesprochen hatten.

Bentz zeigte sich beunruhigt angesichts der Ankündigung Israels, jene Teile des Nahost-Plans der USA, die eine Annexion von weiten Teilen des Westjordanlandes betreffen, unilateral umzusetzen: "Die Konsequenzen, die aus einem solchen einseitigen Schritt der israelischen Regierung für die ganze Region erwachsen, besorgen mich zutiefst."

Schick berichtete von einer großen Anspannung und Unsicherheit, die sich auch in den Kirchen der Region ausbreiteten. Viele Bischöfe im Heiligen Land hofften auf die Staats- und Regierungschefs der EU. Von ihnen werde erwartet, alle politischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Regierung Israels von Annexionsplänen abzubringen, die auch die europäischen Staaten als völkerrechtswidrig beurteilten. "Ich teile die große Sorge vor einer weiteren Destabilisierung der Region sowie auch die Überzeugung, dass auf diese Weise neue Hürden für einen gerechten Frieden zwischen den Parteien errichtet werden. Die Gefahr, dass eine Zweistaatenlösung außer Sichtweise gerät, wächst damit erheblich", erklärte der Bamberger Erzbischof.

Mit Blick auf die Christen im Nahen Osten befürchten Schick und Bentz, dass sie bei einer Umsetzung der Pläne "einmal mehr zwischen die Fronten" gerieten. "Sie werden in einer Konfrontation, die auch mehr und mehr religiös aufgeladen wird, kaum noch die Chance haben, vermittelnde Positionen zur Geltung zu bringen. Stattdessen werden radikale Kräfte auf allen Seiten gestärkt."

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Die Bischöfe sprechen in ihrem Aufruf die Ausgrenzungserfahrungen palästinensischer Christen an: „Als Palästinenser, die immer noch keinen eigenen Staat haben, und als christliche Minderheit unter der großenteils muslimischen Bevölkerung“ erlebten sie sich oft an den Rand gedrängt.


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