Malawis Bischöfe fordern politische Reformen

  • Afrika - 29.05.2020

Malawis katholische Kirche hat in einem Hirtenbrief politische Reformen gefordert. „Unser Land ist an einem Wendepunkt. Wir können uns für seine Rettung oder Zerstörung entscheiden“, zitieren mehrere malawische Zeitungen die Bischöfe am Montag. In dem südostafrikanischen Land sollen im Juni Präsidentenwahlen stattfinden.

In ihrem Brief prangern die katholischen Bischöfe neben Korruption, Umweltzerstörung und politischer Gewalt auch eine mangelnde Gesundheitsversorgung in Malawi an. Die gegenwärtige Corona-Pandemie habe das Versagen des Sektors aufgezeigt. „Das ist darauf zurückzuführen, dass wir lange Zeit unzureichende Ressourcen in das Gesundheitssystem steckten und die wenigen Investitionen zweckentfremdet wurden“, heißt es in dem Schreiben. 

Bereits 2019 wählten die Malawier einen Präsidenten. Zu Jahresbeginn erklärte ein Gericht den Sieg von Amtsinhaber Peter Mutharika jedoch für ungültig und ordnete Neuwahlen an. Beobachter sprachen von einem „Meilenstein“ für Malawis Demokratie. „Die wichtigste Aufgabe, die nun vor uns liegt, ist die Wahl eines Anführers, der das Land vor weiterem Schaden bewahrt“, erklärten die Bischöfe nun, ohne einen Favoriten zu nennen. Sie fordern einen „freien, fairen, glaubwürdigen und friedlichen“ Urnengang.

Rund 17 Prozent der etwa 21 Millionen Einwohner Malawis gehören der katholischen Kirche an.

© Text: KNA

 

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