Deutsche Entwicklungshilfe deutlich unter Ziel von 0,7 Prozent

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  • ODA-Quote - 20.04.2020

Deutschland wird bei der Entwicklungshilfe 2019 voraussichtlich mit 0,6 Prozent weiter deutlich unter dem international vereinbarten Ziel von 0,7 Prozent des Bruttoinlandseinkommens liegen. Das geht aus am Donnerstag in Paris veröffentlichten vorläufigen Zahlen der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hervor.

Nachdem 2016 erstmals die 0,7-Prozent-Marke erreicht wurde, war sie im Folgejahr erneut gesunken. Ohne Berücksichtigung der Flüchtlingsausgaben im Inland wäre die sogenannte ODA-Quote im Vergleich zum vergangenen Jahr um 1,4 Prozent gestiegen. Mit knapp 22 Milliarden Euro bleibt Deutschland dennoch laut OECD nach den USA und vor dem Vereinigten Königreich, Japan und Frankreich in absoluten Zahlen der zweitgrößte Geber von Entwicklungshilfe weltweit. Im Vergleich zu seiner Wirtschaftsleistung belegt die Bundesrepublik Rang sechs hinter Schweden, Luxemburg, Norwegen, Dänemark und dem Vereinigten Königreich. Insgesamt stieg die Entwicklungshilfe im Vergleich zu 2018 um 1,4 Prozent auf 140,6 Milliarden Euro 2019 an. Die bilaterale Hilfe für Afrika und für die am wenigsten entwickelten Länder stieg um 1,3 bzw. 2,6 Prozent an.

„Diese Erhöhung der globalen Entwicklungsanstrengungen ist ein wichtiger erster Schritt, zumal wir nun die zusätzliche Pflicht haben, die Unterstützung für jene Länder zu verstärken, die von allen am härtesten von der Corona-Krise betroffen sind“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Die Reaktion der Entwicklungshilfegeber in den kommenden Wochen und Monaten werde „eine entscheidende Kraft im globalen Kampf gegen Covid-19 sein“. Die ODA habe sich in der Vergangenheit, auch während der Finanzkrise 2008, als „rezessionssicher“ erwiesen, so Gurria.

Mehrere Entwicklungsorganisationen pochten darauf, dass Deutschland wie versprochen 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungszusammenarbeit (sogenannte ODA-Quote) aufwenden solle. Die Welthungerhilfe erklärte, in der Corona-Pandemie seien ODA-Mittel wichtiger denn je. Arme Länder bräuchten zusätzliches Geld zur Corona-Bekämpfung.

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