Junge Christen im Gazastreifen fordern mehr Unterstützung

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  • Bildung - 16.01.2020

Junge Christen im Gazastreifen haben katholische Bischöfe aus Europa und Nordamerika dazu aufgerufen, ihr Engagement im Heiligen Land weiterzuführen. Neben den bestehenden Projekten wie dem Stipendienprogramm, Weiterbildungskursen und Projekten zur Integration in den Arbeitsmarkt müssten stabile Arbeitsstellen geschaffen werden, forderten sie im katholischen Thomas von Aquin-Berufsbildungszentrum für Jugendliche in Gaza.

Studierende und Studienabgänger schilderten den Bischöfen die Herausforderungen, vor denen sie stehen, um bei einer Jugendarbeitslosenrate von 70 Prozent einen Job zu finden. Das Integrationsprojekt, bei dem die Kirche christlichen Hochschulabsolventen eine 12-monatige Anstellung in Organisationen sowie auf dem freien Markt finanziert, sei für viele die erste Gelegenheit, zu arbeiten.

Der „Kampf um eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt“ bleibe trotz der dadurch ermöglichten Erfahrung hart, sagte die 28-jährige Pharmazeutin Mariam Tarasi. Sie rief dazu auf, stärker in christliche Institutionen zu investieren, um für die Zukunft fähige Mitarbeiter auszubilden und so eine Lücke zu schließen, die bei dem Ausscheiden der mehrheitlich älteren Mitarbeiter drohe. Ferner brauche es „Stipendien für weiterführende Studien, um junge Christen wettbewerbsfähig zu machen“, so Tarasi.

Man bemühe sich darum, jungen Christen zusätzliche Qualifikationen sowie Erfahrungen am Arbeitsmarkt zu vermitteln, betonten der Generaldirektor des Patriarchats, Sami al-Yousef, und die Koordinatorin der Jugendprogramme in Gaza, Nisrin Anton. Gleichzeitig stoße man durch die schwierige Lage in Gaza immer wieder an Grenzen.
Yousef dankte den Bischöfen für die regelmäßigen Besuche und die sich daraus ergebende Vernetzung, die schließlich zu Spenden für die kirchlichen Projekte führe.

An dem Treffen nehmen 13 Bischöfe aus 10 europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie Repräsentanten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) teil. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche, den Mainzer Weihbischof Udo Bentz, vertreten. Das „Internationale Bischofstreffen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land“ findet seit 1998 jeweils im Januar im Auftrag des Heiligen Stuhls und auf Einladung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes statt.

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