Friedensnobelpreisträger fordert Hilfe für Ostkongo

  • Demokratische Republik Kongo - 22.11.2019

Der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege hat die EU und insbesondere Frankreich zur militärischen Hilfe aufgerufen. Ein gezielter Militäreinsatz könnte sich als „sehr effektiv“ erweisen, um die Massaker an Zivilisten rund um die östliche Stadt Beni in der Demokratischen Republik Kongo zu beenden, wird Mukwege vom UN-Sender „Radio Okapi“ zitiert. An der Grenze zum Nachbarstaat Uganda kam es zuletzt vermehrt zu Anschlägen durch Rebellen.

Mukwege sprach sich den Angaben zufolge für die Entsendung europäischer Elite-Truppen unter einem zeitlich begrenzten UN-Mandat aus. Zu einem ähnlichen Einsatz sei es bereits vor 16 Jahren gekommen. „Wenn die kongolesische Armee und die (UN-Mission) MONUSCO die Krise in Beni innerhalb von fünf Jahren nicht lösen konnten, können wir das Unerträgliche nicht länger mitansehen, ohne zu handeln“, wird Mukwege zitiert. Er verurteilte unter anderem Terrorakte gegen Zivilisten, die Tötung und Zurschaustellung von Frauen, Massaker an Kindern und die Zerstörung von Kliniken und Kirchen.

Menschenrechte - 10.07.2019

Einen eindringlichen Appell, ihre Einflussmöglichkeiten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für das Ende der anhaltenden Gewalt im Kongo zu nutzen, richtete der kongolesische Arzt und Träger des Friedensnobelpreises 2018, Dr. Denis Mukwege an die deutsche Bundesregierung.


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Wie afrikanische Zeitungen berichten, töteten Guerillas der islamistischen „Allied Democratic Forces“ (ADF) am Mittwoch mindestens 19 Menschen in der Provinz Nord-Kivu. Bei einem weiteren Angriff hätten die Kämpfer eine katholische Kirche in Brand gesteckt und mehrere Zivilisten entführt. Zuletzt kam es aufgrund einer Militäroffensive gegen die Rebellen vermehrt zu Racheangriffen. Seit Monatsbeginn habe die ADF mindestens 60 Menschen getötet, hieß es.

© KNA