UN: Nahrungsmittel-Verluste belasten Umwelt

  • Hunger und Armut - 14.10.2019

Rund 14 Prozent der Nahrungsmittel weltweit gehen verloren, bevor sie die Verbraucher erreichen. Das ist ein Ergebnis des am Montag in Rom veröffentlichten Jahresberichts der Welternährungsorganisation FAO. Solche Verluste bedeuteten eine unnötige Belastung für Umwelt und Ressourcen, erklärte FAO-Generaldirektor Qu Dongyu. Es würden nutzlos Land und Wasser verschwendet, die Umwelt verschmutzt und Treibhausgase freigesetzt.

Qu erinnerte an das UN-Entwickungsziel, die Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf weltweit bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Dazu müsse man genauer wissen, wieviel Nahrung in der Produktionskette verloren gehe oder verschwendet werde, und auch wo und warum diese Verluste stattfänden. Der Bericht verweist auch auf negative Effekte etwa für Kleinerzeuger, je nachdem wie eine effizientere Produktion die Märkte verändert.

Erstmals verwendet der Report „The State of Food and Agriculture 2019“ einen eigenen Index für Verluste in der Produktions- und Vertriebsphase (Food Lost Index) im Unterschied zur Nahrungsmittelverschwendung durch Handel und Verbraucher (Food Waste Index). Bisher wurden die Verluste in beiden Bereichen zusammen mit einem Drittel angegeben. Dabei handle es sich um eine „grobe Schätzung“ von 2011, heißt es in dem Bericht.

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Den neuen Daten zufolge bestehen beim Schwund in der Phase von Erzeugung und Verarbeitung beträchtliche Unterschiede nach Regionen und nach Art der Agrarprodukte. So beträgt der Verlust in Australien und Neuseeland etwa 6 Prozent, in Zentral- und Südasien hingegen rund 21 Prozent. Während Europa und Nordamerika zwei Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt von 14 Prozent liegen, liegen Westasien und Nordafrika zwei Punkte darunter.

Genaue Erhebungen zu Nahrungsmittelverlusten und -verschwendung sind laut dem FAO-Report „komplex und aufwendig“. Das habe dazu geführt, dass nur 39 Länder weltweit jährlich Daten an die FAO geliefert hätten. Maßnahmen für eine bessere Verwertung von Nahrung hätten unterschiedliche Auswirkungen, je nachdem wo sie in der Produktionskette ansetzten. So könne weniger Verschwendung bei Verbrauchern und im Handel auch weniger Absatzmöglichkeiten für Kleinfarmer in armen Ländern bedeuten.

Als Ziele für einen effektiveren Umgang mit Nahrung nennt der Bericht die Einsparung von Land und Wasser, eine Reduktion von Treibhausgasen und Plastik, aber auch die Generierung von Einkommen für Bauern, eine bessere Nahrungsqualität, Verteilung und Verfügbarkeit sowie geringere Verbraucherpreise. Bei möglichen Lösungsansätzen verweist der Report vor allem auf die Rolle von Unternehmen und Verbrauchern. Allerdings seien auch staatliche Interventionen etwa über Abgaben und Subventionen nötig.

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