Kardinal kritisiert EU nach Bootsunglück vor Lampedusa

  • Flucht und Asyl - 09.10.2019

Nach dem Bootsunglück vor Lampedusa hat der italienische Kardinal Francesco Montenegro Europa fehlenden Handlungswillen vorgeworfen. „Europa zeigt, dass es noch immer nicht in der Lage ist, dieses Problem anzugehen. Ich will nicht gemein sein, aber wahrscheinlich will es nicht in der Lage dazu sein“, sagte der Erzbischof von Agrigent laut dem italienischen Pressedienst SIR am Dienstagnachmittag auf Lampedusa.

Europa wolle keine gemeinsame Lösung für Migranten auf dem Mittelmeer finden, da dies „Verluste der Popularität“ bedeuten könne, so Montenegro: „Nur um selbst nicht unterzugehen, bevorzugen wir es, andere untergehen zu lassen.“ Europa diskutiere „seit Jahren“ und kündige Änderungen an, die weiter auf sich warten ließen. Dabei steige die Zahl der Toten im Mittelmeer.

Flucht und Asyl - 23.07.2019

Nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern soziale Ungerechtigkeit. Das betont der sizilianische Kardinal Francesco Montenegro. Als Erzbischof von Agrigent beobachtet er seit Jahren, wie die Jugend aus seiner Heimat auswandert und der Süden ausblutet. Einziger Profiteur dieser Misere: die Mafia.


Artikel lesen

In der Nacht zu Montag war wenige Seemeilen vor Lampedusa ein Flüchtlingsboot mit laut Augenzeugen rund 50 Passagieren an Bord in Seenot geraten und während der Rettungsoperation gekentert. 22 Menschen wurden lebend geborgen, bislang 13 Migranten – alles Frauen – wurden tot geborgen. Die Suche nach Vermissten dauert an.

© KNA