Kameruns nationaler Dialog beginnt Ende September

  • Kamerun - 19.09.2019

In Kamerun soll der nationale Dialog zur Zukunft des zerrissenen Landes am 30. September beginnen und eine Woche dauern. Das gab die Regierung in der Hauptstadt Yaoundé bekannt, wie Radio France Internationale (RFI) am Donnerstagmorgen berichtete. Doch nicht alle sind von der Initiative begeistert.

Ziel der fünftägigen Konferenz ist es, nach Lösungen für die Krise in den anglophonen Regionen Nordwest und Südwest zu suchen. Die Bewohner fühlen sich seit langem von der frankophonen Bevölkerung marginalisiert. Mittlerweile herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Nach Einschätzung der Denkfabrik International Crisis Group (ICG) mit Sitz in Brüssel sind seit 2017 mehr als 2.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Monatsbericht August sieht die Organisation erneut eine Verschlechterung. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) schätzt, dass mehr als 530.000 Menschen zu Binnenflüchtlingen geworden sind.

Kamerun - 05.12.2018

Die Kämpfe in Kamerun nehmen kein Ende. Die Kirche versucht zu vermitteln, gerät aber selbst zunehmend in den Strudel der Gewalt zwischen Rebellen und Militär.


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Teile der Opposition und Zivilgesellschaft kritisieren das Konzept des nationalen Dialogs, den Präsident Paul Biya (86) vergangene Woche ausgerufen hatte. Unter anderem sitzt Oppositionspolitiker Maurice Kamto von der Bewegung für die Renaissance Kameruns (MRC) seit Monaten im Gefängnis. Neben ihm sind knapp 100 seiner Anhänger inhaftiert. Biya betonte in seiner Fernsehansprache außerdem, dass Kamerun unteilbar sei. Die Separatisten kämpfen jedoch für eine Abspaltung der anglophonen Landesteile.

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