Kirche in Kaschmir ruft zum Frieden auf

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  • Friedensarbeit - 08.08.2019

Katholische Kirchenvertreter in Indien rufen angesichts der wieder aufflammenden Krise um die Region Kaschmir zu Besonnenheit auf. Die Situation sei „heikel“ und erfordere von allen Seiten Bemühungen um Frieden und Versöhnung, damit sich die Lage nicht weiter zuspitze, sagte der Weihbischof von Ranchi, Theodore Mascarenhas, dem vatikanischen Pressedienst Fides.

„Wir drücken unsere Verbundenheit mit den Menschen in Kaschmir aus, die erneut Tage der Spannung durchleben, und wir hoffen auf eine friedliche Entwicklung. Wir beten für den Frieden in Kaschmir und in ganz Indien“, so Mascarenhas, der bis vor kurzem Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz war.

Friedensarbeit - 28.02.2019

Die katholischen Kirchen in Indien und Pakistan haben angesichts der jüngsten Gewalteskalation zum Dialog aufgerufen. „Wir beten und arbeiten für den Frieden zwischen Indien und Pakistan und appellieren an die Regierenden, den Weg des Dialogs zu wählen“, sagte Kardinal Gracias.


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Indiens hindu-nationalistische Regierung hatte der Region Jammu und Kaschmir vor wenigen Tagen den Sonderstatus entzogen, der der Region unter anderem eine eigene Verfassung und eine eigene Flagge garantierte. Pakistan beansprucht das Gebiet ebenfalls für sich und bezeichnete die Aufhebung des Status als „illegal“. Die Region im Nordwesten Indiens ist der einzige indische Bundesstaat mit einer muslimischen Mehrheit – von den 14,5 Millionen Einwohnern sind knapp 70 Prozent Muslime – und soll künftig durch einen Vertreter der indischen Bundesregierung als ein „Gebiet der indischen Union“ verwaltet werden.

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Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden stehen im Zentrum der Friedensarbeit der katholischen Kirche. Mit vielfältigen Akteuren und Initiativen setzt sie sich dafür ein, Gewaltursachen auf den Grund zu gehen und diese zu überwinden.


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Die Entscheidung habe zu Protesten und Unruhen geführt, berichtete der Sprecher der katholischen Diözese Jammu-Srinagar, Shaiju Chacko, dem Pressedienst „Fides“. Der Schritt könne zu einer weiteren Entfremdung zwischen der lokalen Bevölkerung und der indischen Zentralregierung führen, wodurch „die interne Instabilität und die Gefahr einer gewaltsamen Radikalisierung, insbesondere bei jungen Menschen“ begünstigt werden könne, warnte Chacko. Und dies drohe in einem ohnehin vom religiösen Fanatismus betroffenen Gebiet. Die Regierung in Delhi bat er um eine „beruhigende Geste der Versöhnung mit der lokalen Bevölkerung“.

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