Indonesiens Kirche ruft zur Vermeidung von Plastikmüll auf

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  • Umweltschutz - 08.01.2019

Die katholische Kirche Indonesiens reiht sich in die Schar der Kritiker des exzessiven Gebrauchs von Plastik ein. In einem in allen Gemeinden des Landes gezeigten Video rief Jakartas Erzbischof Ignatius Suharyo dazu auf, den Gebrauch des umweltschädlichen Stoffs zu reduzieren, wie der asiatische katholische Pressedienst Ucanews am Dienstag berichtete. „Wir sehen mit großer Sorge, dass unser Land zum weltweit zweitgrößten Verursacher von Plastikmüll geworden ist“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz des Inselstaats.

Nach Expertenschätzungen landen jährlich 3,2 Millionen des 64 Millionen Tonnen umfassenden indonesischen Plastikmülls im Meer. Mit einem Anteil von elf Prozent am Gesamtplastikmüll ist Jakarta die Müllhauptstadt des Landes. Mit mehr als 30 Millionen Einwohnern ist die Metropolregion Jakarta nach Tokio das zweitgrößte urbane Konglomerat der Welt.

Bereits im September 2018 hatte die Regierung laut Medienberichten die großen muslimischen Organisationen Nahdlatul Ulama (NU) und Muhammadiyah als Partner im Kampf gegen den Plastikmüll gewonnen. Beide Organisationen zählen zusammen rund 80 Millionen Mitglieder.

Der Inselstaat versucht seit langem mit bescheidenem Erfolg, seine Bürger von Plastiktüten zu entwöhnen. Experten schätzen, dass die Indonesier 9,8 Milliarden Plastiktüten pro Jahr benutzen, von denen 95 Prozent in der Natur enden. Indonesien ist laut Umweltorganisationen unter den fünf asiatischen Ländern, die für rund 60 Prozent des Plastikmülls in Ozeanen verantwortlich sind. Nach „Spitzenreiter“ China gehören dazu die Philippinen, Thailand und Vietnam.

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