Zwischen Main und Amazonas

Bistumspartnerschaft Würzburg-Óbidos feiert zehnjähriges Bestehen

2012 wurde sie offiziell besiegelt, doch die Partnerschaft zwischen dem fränkischen Bistum Würzburg und dem brasilianischen Bistum Óbidos im Bundesstaat Pará hat Wurzeln, die bis in die 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts reichen.

Erstellt: 14.10.2022
Aktualisiert: 14.10.2022
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In den 60er und 70er-Jahren kamen Ordensschwestern aus Unterfranken nach Brasilien und setzten sich für die sozialen Belange der sogenannten „UferbewohnerInnen“ ein, also jene Menschen, die in Ortschaften und Gehöften am Ufer des Amazonas-Stroms oder seiner Zuflüsse und Nebenarme leben. Wie aus der Partnerschaftschronik hervorgeht, gründeten sie dort beispielsweise zahlreiche Kindergärten, die heute noch existieren. Auch übten sie Druck auf große Bergbauunternehmen aus, die in der Region in großem Stil und ohne Rücksicht auf die lokale Bevölkerung Rohstoffe fördern wollten.

Nachdem Óbidos am 21. Januar 2012 von der Prelatur zum Bistum erhoben worden war, unterzeichneten rund elf Monate später die Diözesanbischöfe von Würzburg und Óbidos, Dr. Friedhelm Hofmann und Dom Bernardo Johannes Bahlmann OFM, im würzburger Kiliansdom eine Partnerschaftserklärung. Aus diesen Anfängen ist einiges erwachsen: Kirchengemeinden aus den Bistümern haben Gemeindepartnerschaften angestoßen, Firmlinge aus Würzburg beschäftigen sich mit der Situation am Amazonas und junge Erwachsene aus Óbidos und Würzburg unterstützen im Rahmen eines Freiwilligendienstes soziale Einrichtungen im jeweiligen Partnerbistum.

Dieses Engagement soll nun fortgeführt und vertieft werden, berichtet das Würzburger katholische Sonntagsblatt. Die Partnerschaft habe sehr viele Früchte getragen, „man wurde aufeinander aufmerksam, hat eine ganz andere Realität kennen- und schätzen gelernt“, zitiert die Zeitung den zuständigen Diözesanreferenten Alexander Sitter.

Von weltkirche.de