+++ Krieg in der Ukraine +++

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Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) hat den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine deutlich verurteilt, Präsident Selenskyj bittet den Vatikan um Vermittlung und Russland und die Ukraine werden dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht. Der Nachrichten-Überblick.

+++ Brot für die Welt fordert mehr Geld für zivile Konfliktbearbeitung +++

02.04.2022 12:33

Der Krieg in der Ukraine „muss ein Anlass sein, Mittel für zivile Krisenprävention und Konfliktbearbeitung in den Bundeshaushalt einzustellen“. Das forderte die Direktorin des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“, Dagmar Pruin, am Samstag bei einem Besuch auf der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburgs-schlesische Oberlausitz in der Berliner Bartholomäuskirche.

„Die Gefahr künftiger Kriege wird nicht gebannt, wenn wir einseitig auf militärische Lösungen setzen“, sagte Pruin. Wichtig sei es, an die Gesprächskanäle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) anzuknüpfen. „Wir brauchen eine europäische Sicherheitsarchitektur, die garantiert, dass Grenzen geachtet werden und sich Sicherheit an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.“

Insgesamt zeige der Krieg in der Ukraine, dass ein langer Atem nötig sei. „Perspektivisch wird es darum gehen, die Zivilgesellschaft auch in Russland zu stärken“, sagte Pruin. „Man wird damit den Krieg eines aggressiven Autokraten nicht verhindern.“ Aber es könnten Brücken gebaut werden.

Scharfe Kritik äußerte Pruin am derzeit diskutierten Haushaltsplan der Bundesregierung. Für die weltweite Ernährungssicherung brauche es ein anderes Signal. „Die Preisexplosion beim Weizen hat verdeutlicht, wie krisenanfällig die importabhängigen Ernährungssysteme in vielen Ländern des Südens sind.“ Besonders den importabhängigen Entwicklungsländern müsse geholfen werden, den Brotpreis zu senken.

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+++ Pax-Christi-Präsident sieht Waffenlieferung an Ukraine kritisch +++

01.04.2022 11:35

Der Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi in Deutschland, Peter Kohlgraf, sieht verstärkte Waffenlieferungen an die Ukraine kritisch. Das Recht auf Selbstverteidigung in einem Krieg sei zwar friedensethisch legitim. „Die Frage ist aber: Richte ich durch die Art und Weise, wie ich mich wehre, am Ende größeren Schaden an“, sagte der Mainzer Bischof am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Mainz.

„Ab wann beginnt das Ganze eine Form anzunehmen, wo die Gewalt, die ich ausübe, um mich zu wehren, einen unangemessenen Schaden anrichtet, indem sie mehr Menschen ins Elend stürzt als vielleicht ohne wehrhafte Gewalt ins Elend gestürzt worden wären?“, erläuterte Kohlgraf mit Blick auf Tausende Tote in der ukrainischen Zivilbevölkerung, Millionen Flüchtlinge und zerstörte Städte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gebe zwar durchaus eine überzeugende Figur ab, sagte Kohlgraf. Er lese aber auch, Mariupol wäre heute vielleicht nicht so zerstört, wenn das ukrainische Militär sich rechtzeitig zurückgezogen – und damit kapituliert – hätte. „Ich kann aber auch verstehen, dass ein Volk sagt: Wir wollen unsere Freiheit verteidigen“, so der 55-jährige Mainzer Bischof. Was letztlich „der höhere Wert“ sei, könne er nicht sagen.

Zu fragen sei auch, was Waffenlieferungen an die Ukraine bedeuteten angesichts eines Gegners, der über Nuklearwaffen sowie möglicherweise über chemische und biologische Waffen verfüge. „Provoziere ich nicht sogar noch einen nuklearen Einsatz durch eine verstärkte Bewaffnung? Das sind auch für mich mehr Fragen als Antworten“, sagte Kohlgraf. „Ab wann ist ein Schritt gegangen, wo ich eine Gewaltspirale weiter befeuere, die ich nicht mehr kontrollieren kann?“

Eine pazifistische Stimme sei weiterhin wichtig, betonte der Bischof. Er sei aber auch nicht naiv, sagte Kohlgraf. Mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin könne man „nicht einfach eine Gesprächsrunde eröffnen“. Der Pax-Christi-Präsident betonte, bei ökonomischen Konsequenzen müsse man „weiter die Schraube anziehen“. Zudem müsse man alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen, „damit Präsident Putin gegebenenfalls ohne Gesichtsverlust aus diesem Krieg herauskommt“. Diesen diplomatischen Weg gehe auch Papst Franziskus.

Zugleich mahnte Kohlgraf, behutsam bei Schuldzuweisungen an das russische Volk zu sein. „Wir müssen aufpassen, jetzt nicht ‚die Russen' in Generalhaftung zu nehmen.“ Kohlgraf ist seit Oktober 2019 Präsident der deutschen Sektion von Pax Christi International.

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+++ Marx traut Papst „ungewöhnliche Zeichen“ gegen den Krieg zu +++

31.03.2022 14:56

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx traut Papst Franziskus zu, im Ukraine-Krieg „auch ungewöhnliche Zeichen zu setzen“. Er bekomme zu dem Thema gerade viele Briefe, erzählte Marx dem Magazin „Stern“ (Donnerstag) in einem Interview. „Da schreiben Leute zum Beispiel, der Papst soll mit dem Hubschrauber nach Mariupol fliegen, dann würden die Waffen schweigen.“

Franziskus habe den Krieg „klar verurteilt“, fügte der Erzbischof hinzu. „Ich vertraue darauf, dass der Papst gut überlegt, was er tun kann.“ Ängstlich sei er jedenfalls nicht.

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+++ 100 Gemeinden wechseln zu eigenständiger ukrainischer Kirche +++

31.03.2022 11:00

Rund 100 Kirchengemeinden in der Ukraine sind von der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zur eigenständigen Orthodoxen Kirche der Ukraine gewechselt. Das berichtet das Portal „The Kyiv Independent“ am Dienstag. Das Oberhaupt der autokephalen Kirche, Metropolit Epiphanius, hat demnach weitere Gemeinden aufgefordert, diesem Schritt zu folgen.

Rund 60 Prozent der etwa 41 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und der Ende 2018 gegründeten eigenständigen (autokephalen) Orthodoxen Kirche der Ukraine. Die moskautreue Kirche zählt in der Ukraine zwar deutlich mehr Gemeinden als jede andere Konfession. Aber in Umfragen bekannten sich die meisten Bürger zur neuen, unabhängigen orthodoxen Kirche.

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+++ Vier Theologen sprechen sich gegen Waffenlieferungen an Ukraine aus +++

31.03.2022 08:00

Vier katholische Theologen wiedersprechen der Forderung der kirchlichen Organisation Justitia et Pax nach „klugen Waffenlieferungen“ in die Ukraine. Das Recht auf Verteidigung mit Waffen sei in der kirchlichen Lehre an strenge Bedingungen geknüpft, erklären der ehemalige Professor an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Josef Freise, der Religionspädagoge Stefan Silber von derselben Einrichtung sowie die Pastoraltheologen Thomas Nauert aus Osnabrück und Egon Spiegel aus Vechta in einer am Mittwoch in Osnabrück verbreiteten Stellungnahme.

Verteidigung mit Waffen müsse das letzte Mittel sein „und vor allem muss sichergestellt sein, dass sich durch bewaffnete Gegenwehr die Dinge bessern“, erklären die Theologen. Sie fragen, wer „nach diesen furchtbaren vier Wochen Krieg“ noch behaupten wolle, „die Verhältnisse hätten sich durch die bisherige bewaffnete Gegenwehr verbessert“.

Die vier Autoren sprechen sich für zivilen Widerstand aus und lehnen eine Aufrüstung der Bundeswehr ab. Diese gehe auf Kosten von Klima-, Entwicklungs- und Sozialpolitik. Justitia et Pax blicke in ihrer Erklärung zudem nicht auf die Opfer von Gewalt.

Die Deutsche Kommission von Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) hatte sich für „praktische Solidarität“ mit der Ukraine ausgesprochen. Dazu gehörten die Unterstützung der Flüchtenden und „auch Beiträge zur Verteidigung der Ukraine durch kluge Waffenlieferungen“, hieß es. Angesichts der nuklearen Bedrohung solle die Nato jedoch nicht als direkte Kriegspartei eingreifen. Auch müsse die Bundesregierung anderen Herausforderungen, darunter dem Klimawandel, weiter Aufmerksamkeit schenken.

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+++ Bündnis fordert Schutz für Deserteure aus Ukraine-Krieg +++

29.03.2022 20:00

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis fordert, russischen, belarussischen und ukrainischen Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren Schutz und Asyl in Deutschland zu gewähren. Deutschland und alle anderen EU-Länder müssten diese Menschen unbürokratisch aufnehmen, heißt es in dem am Dienstag von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl in Frankfurt veröffentlichten Appell an den Bundestag. Betroffenen müsse ein dauerhaftes Bleiberecht ermöglicht werden. Es gebe ein Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung.

Das Kriegsdienstverweigerungs-Netzwerk Connection hatte das Schreiben initiiert. Es werde von Pro Asyl und rund 40 weiteren deutschen Friedens-, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen unterstützt, darunter auch kirchliche Organisationen.

Das Bündnis bittet die Bundestagsabgeordneten, mit einem überfraktionellen Antrag die Bundesregierung mit diesem Schutz für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer zu beauftragen. Aktuell müssten geflüchtete Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus der Russischen Föderation und Belarus ins Asylverfahren - mit ungewissem Ausgang. Denn die Verfolgung wegen Kriegsdienstverweigerung und Desertion gelte in Deutschland bislang nach der Praxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und von Gerichten nicht ohne weiteres als Asylgrund.

Der Angriff der Russlands auf die Ukraine sei jedoch ein völkerrechtswidriger Krieg, unterstützt durch Belarus. Nach Artikel 9 der Qualifikationsrichtlinie der EU werde denjenigen flüchtlingsrechtlicher Schutz zugesagt, die sich völkerrechtswidrigen Handlungen oder Kriegen entzögen und deswegen Bestrafung fürchten müssten.

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+++ Papstbesuch in Kiew laut Nuntius derzeit unmöglich +++

29.03.2022 17:01

Einen Besuch des Papstes in Kiew hält der Apostolische Nuntius in der ukrainischen Hauptstadt derzeit für unmöglich. Die Sicherheitslage lasse dies keinesfalls zu, sagte Erzbischof Visvaldas Kulbokas dem italienischen Magazin „Famiglia cristiana“ (Montag). Es ginge nicht ohne einen auch nur begrenzten Waffenstillstand „sowohl für den Papst als auch für die Menschen, die mit ihm beten sollen“, so Kulbokas. Ohne dies „wäre die Sicherheit aller gefährdet“. Eine geheime Reise von Franziskus sei hingegen nicht denkbar.

Sowohl der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wie auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatten den Papst nach Kiew eingeladen. Nach Ansicht diplomatischer wie theologischer Beobachter würde ein Besuch von Franziskus in der ukrainischen Hauptstadt derzeit noch jede Aussicht auf eine vermittelnde Rolle des Vatikan zunichte machen.

Erzbischof Kulbokas sagte der „Famiglia cristiana“, über diplomatische Kanäle habe er in Moskau zu erreichen versucht, dass etwa Waisenhäuser geschont werden oder Korridore zur Evakuierung von Kindern geöffnet werden. Immerhin habe er die Rückmeldung erhalten, man werde die Anliegen berücksichtigen.

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+++ Ukrainische Grenzpolizei: Bereits 510.000 Ukrainer zurückgekehrt +++

29.03.2022 15:51

Ukrainer kommen nach Angaben der dortigen Grenzpolizei in großem Umfang in ihre Heimat zurück. „Seit Kriegsbeginn am 24. Februar sind 510.000 Ukrainer aus dem Ausland wieder zurückgekehrt, darunter mehr als 110.000 in der letzten Woche“, sagte Grenzpolizei-Sprecher Andrij Demtschenko der „Welt“ (Montagabend). Demnach sind bis zu 80 Prozent der Einreisenden Männer. Die Grenzpolizisten fragten zwar nicht jeden Rückkehrer nach seinen Gründen, doch man könne sagen, dass die meisten militärisch oder nicht-militärisch zur Landesverteidigung beitragen wollten.

Die meisten Rückkehrer kämen aus Polen. 352.000 Ukrainer sind laut polnischem Grenzschutz seit Kriegsbeginn in ihr Heimatland ausgereist, wie die Behörde am Montag mitteilte. Laut der Union der ukrainischen Jugend in Lwiw (Lemberg) kämen auch aus Nachbarländern wie Ungarn und Estland Ukrainer zurück. 

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+++ Weiterer Priester im Ukraine-Krieg getötet – Bischof verwundet +++

29.03.2022 13:39

Im Krieg Russlands gegen die Ukraine ist erneut ein Geistlicher ums Leben gekommen. Ein Priester aus Irpin bei Kiew erlag in einer Klinik der Hauptstadt seinen Verletzungen, wie die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats am Dienstag mitteilte. Er war demnach bei einem Fluchtversuch aus Irpin durch einen Bombenangriff am 23. März schwer verwundet worden.

Die Ärzte des Krankenhauses hätten vergeblich versucht, sein Leben zu retten. Trotz aller Widrigkeiten habe der Priester lange bei seinem Gotteshaus bleiben wollen, das unter seiner Leitung vor Jahren in der umkämpften Stadt im Nordwesten Kiews errichtet worden sei, hieß es. Er ist mindestens der fünfte Geistliche, der in dem Krieg seit dem 24. Februar getötet wurde.

Bei den Gefechten in der Ostukraine wurde unterdessen ein orthodoxer Bischof schwer am linken Arm verletzt, als am Montag ein Kloster im Dorf Nikolskoje beschossen und teilweise zerstört wurde. Der Bischof von Wolnowacha, Ambrosi (42), musste in einer Klinik in Donezk operiert werden, wie die dortige Diözese der orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats mitteilte. Sein Gesundheitszustand sei stabil.

Die Diözese und die Kirchenleitung in Kiew machten keine Angaben dazu, wer das Kloster beschossen hat. Dem ukrainischen Kulturministerium zufolge sollen russische Truppen das Kloster bereits am 12. März schwer beschädigt haben. Moskau hatte kurz zuvor gemeldet, dass pro-russische Separatisten die benachbarte Kreisstadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle gebracht hätten.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hatte am Freitag den Angehörigen eines getötenen Militärgeistlichen kondoliert. „Ich trauere zutiefst wegen des tragischen Todes von Erzpriester Oleg Artemow“, heißt es in dem vom Moskauer Patriarchat veröffentlichten Schreiben. Die eigenständige orthodoxe Kirche der Ukraine bestätigte bereits Mitte März, dass russische Soldaten einen dritten Priester getötet hätten.

Nach Angaben Kiews attackierte und beschädigte die russische Armee seit dem Beginn ihres Überfalls auf die Ukraine vor knapp fünf Wochen rund 60 Kirchen, Klöster und andere Religionsstätten. Mehr als zwei Drittel der betroffenen Sakralbauten gehörten der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.

Rund 60 Prozent der etwa 41 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und der Ende 2018 gegründeten eigenständigen (autokephalen) Orthodoxen Kirche der Ukraine. Die moskautreue Kirche zählt in der Ukraine zwar deutlich mehr Gemeinden als jede andere Konfession. Aber in Umfragen bekannten sich die meisten Bürger zur neuen, unabhängigen orthodoxen Kirche.

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+++ Geldstrafe wegen Antikriegsaufkleber für Priester in Belarus +++

29.03.2022 10:17

Wegen eines Antikriegsaufklebers hat ein Gericht in Belarus einen griechisch-katholischen Priester zu einer Geldstrafe verurteilt. Wie unabhängige Online-Medien berichteten, nahmen Polizisten den Geistlichen Wassili Jegorow am Freitag fest, weil er an seinem Auto einen Aufkleber mit dem Spruch „Ukraine, es tut mir leid“ angebracht hatte. Ein Gericht in Mogiljow (Mahiljou) im Osten des Landes habe ihn dann am Montag zur Zahlung von 50 Tagessätzen mit einer Gesamtsumme von umgerechnet 450 Euro verpflichtet.

Das Wochenende verbrachte er den Berichten zufolge in Untersuchungshaft. Belarus beteiligt sich am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Regierung in Minsk erlaubte dem russischen Militär, von Belarus aus in das südliche Nachbarland einzumarschieren und so auf kurzem Weg bis fast zur ukrainischen Hauptstadt Kiew vorzustoßen. Machthaber Alexander Lukaschenko steht loyal an der Seite von Kreml-Chef Wladimir Putin.

In Russland war bereits vor mehr als zwei Wochen ein orthodoxer Geistlicher wegen einer Antikriegspredigt und entsprechender Statements auf der Kirchen-Website zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Kostroma rund 350 Kilometer nordöstlich von Moskau verhängte gegen den Priester Ioann Burdin eine Geldstrafe von 35.000 Rubel (damals umgerechnet 245 Euro). Er habe sich in seiner Predigt und seinen Texten lediglich von den „Normen der christlichen Moral“ leiten lassen, verteidigte er sich.

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+++ Polnische Caritas bringt Hilfsgüter in die Ukraine +++

28.03.2022 17:29

+++Kiew: Russische Armee hat bislang 59 Religionsstätten beschädigt +++

28.03.2022 14:11

In der Ukraine hat die russische Armee seit Kriegsbeginn vor gut einem Monat laut Kiewer Angaben mindestens 59 Religionsstätten attackiert und beschädigt. Betroffen sind nach aktuellen Angaben der Behörde für ethnische Angelegenheiten und Gewissensfreiheit vor allem orthodoxe Kirchen, aber auch Synagogen, Moscheen sowie protestantische und katholische Gotteshäuser. Diese liegen demnach in den Regionen Kiew, Donezk, Schytomyr, Saporischschja, Luhansk, Sumy, Charkiw und Tschernihiw.

Zuletzt soll durch Beschuss etwa die Decke einer orthodoxen Kirche auf einem Klinikgelände in der ostukrainischen Großstadt Sjewjerodonezk teilweise eingestürzt sein. „Während die Kreml-Propagandisten ihre imperialen Ambitionen zynisch mit Aussagen über den ‚Schutz des orthodoxen Glaubens' verschleiern, ruinieren die aggressiven Angriffe des russischen Militärs orthodoxe Kirchen und andere Religionsstätten“, schrieb die Behörde auf ihrer Website.

Der Online-Datenbank zufolge wurden 42 Sakralbauten der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats beschädigt; und außerdem je fünf Gotteshäuser der eigenständigen orthodoxen Kirche der Ukraine und protestantischer Konfessionen, drei muslimische und drei jüdische Gebäude und ein römisch-katholisches Bischofshaus in Charkiw.

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+++ Kiewer Großerzbischof dankt Franziskus für Friedensbitte +++

28.03.2022 12:01

Der Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hat Papst Franziskus für dessen Friedensbitte und Marienweihe gedankt. Zudem habe er am Freitag zeitgleich mit dem Papst das Weihegebet im ukrainischen Marienwallfahrtsort Sarwanyzja gesprochen, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Sekretariats der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche in Rom.

Nach der Weihe erklärte der griechisch-katholische Großerzbischof: „Wir spüren, dass die ganze Welt heute mit uns ist. Unser Dank gilt dem Heiligen Vater Franziskus, mit dem wir diese besonderen und einzigartigen Momente erlebt haben.“ Es sei ein historischer Moment, von dem jeder „seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln erzählen wird“.

In einer besonderen Bußfeier im Petersdom hatte Papst Franziskus am Freitag um Vergebung und Frieden in der Welt gebeten. Bei der anschließenden „Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens“ empfahl er die ganze Menschheit, insbesondere Russland und die Ukraine, himmlischem Schutz. Weltweit beteiligten sich zahlreiche Bischöfe und Gläubige an dem Gebet.

„Wir sind vereint mit unseren und mit allen katholischen Bischöfen in der ganzen Welt“, sagte Schewtschuk nach der Weihe in Sarwanyzja. „Die Weihe ist der Moment, in dem wir glauben, dass das Gute durch das Gebet der Muttergottes siegen wird.“

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+++ Menschenrechtsbeauftragte: Menschenrechtlern aus Russland Einreise erleichtern +++

28.03.2022 11:01

Mehrere russische Oppositionelle und Intellektuelle sind einem Zeitungsbericht zufolge seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine nach Deutschland gekommen oder auf dem Weg dorthin. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), sprach sich dafür aus, die Einreise für Menschenrechtler aus Russland zu erleichtern. „Innerhalb Russlands wird die Repression gegen Andersdenkende, insbesondere als Reaktion auf den Krieg, immer schärfer“, sagte sie der „Welt am Sonntag“.

„Gegenüber diesen mutigen Menschen stehen wir in der Pflicht zu helfen, denn auch sie verteidigen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte in Europa.“ Amtsberg sagte, sie wünsche sich, „dass wir ein gesondertes Profilraster für humanitäre Visa entwickeln, analog zu dem, was es bereits für belarussische Menschenrechtsverteidiger gibt“.

Dass Russland die Ukraine angegriffen habe, sei „absolut unerträglich“, sagte die Germanistin und Mitgründerin der Menschenrechtsorganisation „Memorial“, Irina Scherbakowa, der Zeitung. Sie könne auch nicht mitansehen, wie in Russland „die letzten Freiheiten mit Füßen getreten werden“. Statt zu schweigen, wolle sie lieber im Ausland für die Menschenrechte weiterkämpfen. Scherbakowa befindet sich laut eigenen Angaben im Moment in Israel. Von dort will sie den Angaben zufolge nach Deutschland weiterreisen.

Sergej Lukaschewski, der das Moskauer Sacharow-Zentrum leitet, ist dem Bericht zufolge seit kurzem mit seiner Familie in Berlin. „Öffentliches Sprechen über den Krieg bedeutet direkt Freifahrtschein in den Knast“, sagte Lukaschewski. Er sei mit seiner Familie ausgereist, nachdem er ein geplantes „Anti-Kriegs-Forum“ aufgrund neuer russischer Gesetze habe absagen müssen, hieß es.

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+++ Polen zählt 2,3 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine +++

28.03.2022 10:22

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine sind rund 2,3 Millionen Menschen ins Nachbarland Polen geflüchtet. Das teilte der polnische Grenzschutz am Sonntag via Twitter mit. Allein am Samstag seien mehr als 31.000 Personen gezählt worden.

Aus Polen kommend überquerten den Angaben zufolge seit 24. Februar rund 339.000 Menschen die Grenze zur Ukraine. Dabei handelt es sich zumeist um ukrainische Staatsbürger, die in ihre Heimat zurückkehren. Einige schließen sich den Streitkräften im Kampf gegen Russland an. Andere wollen sich um Familienangehörige kümmern.

Polen hat bislang mit deutlichem Abstand die meisten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Die beiden Länder verbindet eine mehr als 500 Kilometer lange Staatsgrenze. Unklar ist zurzeit, wie viele der nach Polen geflüchteten Menschen tatsächlich dort geblieben sind.

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+++ Erzbischof Schick verteidigt Waffenlieferung an Ukraine +++

27.03.2022 15:00

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat den Krieg in der Ukraine als einen Angriff auf die Menschenrechte bezeichnet und zugleich das Recht auf Verteidigung unterstrichen. Unter diesem Aspekt sehe er auch Waffenlieferungen als notwendig an, sagte Schick am Samstag im Vespergottesdienst zum Pirckheimer-Tag in Nürnberg. Zugleich nannte er eine Aufrüstung der Bundeswehr wichtig, „weil wir jahrelang den Verteidigungsfall gar nicht im Blick hatten“.

Das Recht und die Pflicht zur Selbstverteidigung sei in der Bibel begründet, betonte der Erzbischof. „Wir müssen unsere Werte verteidigen, und zu den wichtigsten Werten gehören die Menschenrechte.“ Im Krieg gegen die Ukraine würden die Menschenrechte mit Füßen getreten. Er machte zugleich deutlich, dass die Menschenrechte immer und überall verteidigt werden müssten. „Wir spüren auch, dass wir innerhalb Deutschlands und in ganz Europa gegen Rechtsradikale, Populisten und Nationalisten vorgehen müssen, um die Freiheit zu erhalten“, sagte Schick.

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+++ Genn: Müssen über mehr Sanktionen gegen Russland diskutieren +++

27.03.2022 08:53

Aus Sicht des Münsteraner Bischofs Felix Genn muss über schärfere Sanktionen gegen Russland nachgedacht werden. Bislang wirkten sich die Strafmaßnahmen nicht auf das Kriegsgeschehen aus, erklärte er am Donnerstag in Münster. Die Gesellschaft müsse darüber diskutieren, zu welchen härteren Maßnahmen sie bereit sei. „Es geht darum, dass wir einen weiteren Beitrag leisten, damit der Krieg und das Leiden der Menschen möglichst bald ein Ende finden.“ An die „erschütternden Bilder“ dürfe sich niemand gewöhnen.

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Aachen - 26.03.2022

Profilierte Friedensaktivistinnen und Aktivisten der katholischen Kirche in Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Ozeanien fordern gemeinsam mit dem Päpstlichen Missionswerk Missio Aachen die Russisch-Orthodoxe Kirche und den Moskauer Patriarchen Kyrill I. auf, sich endlich bei der russischen Regierung für Frieden mit der Ukraine einzusetzen. „Wir erinnern an das fünfte Gebot, das für alle Christen gilt: Du sollst nicht töten. Russische Christen dürfen nicht auf ukrainische Christen schießen und bomben“, so die Erst-Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aachener Friedensappells


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+++ Ethiker befürwortet Rückzug von Unternehmen aus Russland +++

26.03.2022 09:00

Angesichts des Krieges in der Ukraine hält der österreichische Wirtschaftsethiker Gregor Henckel-Donnersmarck den Rückzug von westlichen Unternehmen aus Russland für angebracht. „Es ist klar, dass wirtschaftlich verantwortliches Handeln derzeit in Russland nicht möglich ist“, sagte der Ordensmann und ehemalige Leiter des Klosters Heiligenkreuz dem kirchlichen Kölner Online-Portal domradio.de.

„Das Problem speziell in Österreich ist natürlich, dass wir uns mit den Sanktionen schwer tun, weil wir sehr abhängig vom russischen Erdgas und russischen Ölimporten sind“, sagte der katholische Priester weiter. „Wir hatten ja bis vor wenigen Wochen das Gefühl, dass mit Russland ein vernünftiges Business – ein gutes Geschäft mit Öl und Lieferung und Zahlung – möglich ist. Aber das muss jetzt zurückstehen.“

Mit Blick auf knapper werdende Getreidelieferungen aus der Ukraine forderte Henckel-Donnersmarck eine gerechte und sparsame Verteilung sowie Alternativen für Getreide. Es müsse verhindert werden, dass Menschen Hunger leiden.

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+++ Bischöfin Fehrs: Waffenlieferungen an Ukraine gerechtfertigt +++

25.03.2022 17:33

Die evangelische Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs hält Waffenlieferungen an die Ukraine in der aktuellen Situation für gerechtfertigt. „Wer bin ich, den Ukrainern das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen?“, sagte sie im Interview des Magazins „Stern“ (Donnerstag). „Wer Gewalt ablehnt, was ich unbedingt tue, muss ihr entgegentreten“, so Fehrs, die auch stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

„In der Ukraine fallen Bomben auf Krankenhäuser. Ein ganzes Land wird mit einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg überzogen“, erklärte die Bischöfin. Die Nächstenliebe gebiete, sich mit der Unterdrückung anderer nicht abzufinden. Das sei das „quälende Spannungsfeld“ und eine Gewissensfrage, die nie zufriedenstellend beantwortet werden könne.

Waffen allein helfen Fehrs zufolge jedoch nicht. „Es muss verhandelt werden. Sonst droht der Ukraine und hunderttausenden Menschen der Tod.“ Zugleich warnte die Theologin vor einer Aufrüstung im Sprechen und Denken der Menschen, die sie derzeit spüre. Solidarität bedeute nicht, einem Freund-Feind-Schema zu folgen. „Wir dürfen uns nicht vom Hass vergiften lassen.“

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+++ Militärbischof Overbeck warnt vor „Sendebewusstsein“ Putins +++

25.03.2022 15:00

Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat christlich motivierte Legitimationen des russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Einmarsch in die Ukraine verurteilt. Putin spreche der Ukraine mit Verweis auf die historische Taufe der Rus in Kiew das Recht auf Staatlichkeit ab, sagte Overbeck im Interview der Zeitschrift „Publik-Forum“ (Ausgabe vom Freitag). „Das zeigt ein Sendungsbewusstsein, das hoch gefährlich ist, weil es ideologisiert und immunisiert.“

Als „bizarres Paradox“ bezeichnete es der Essener Bischof, dass Teile der russisch-orthodoxen Kirche nationalistische Sichtweisen verträten und den Krieg guthießen. Staat und Kirche instrumentalisierten sich gegenseitig, kirchliche Stellungnahmen hätten dann keinen Wert mehr. Jedoch wies Overbeck auch darauf hin, dass weltweit die orthodoxen Kirchen mehrheitlich gegen den Krieg seien. Der Moskauer Patriarch Kyrill sei folglich „eine Ausnahme“.

Overbeck verteidigte Papst Franziskus gegen den Vorwurf, die russische Aggression nicht nachdrücklich genug zu verurteilen. Bislang hat das Kirchenoberhaupt weder Putin noch Kyrill namentlich kritisiert. Der Papst sei in seinem Friedensappell „sehr deutlich“ gewesen, sagte Overbeck. Dass seine Kritik gegenüber Putin weniger scharf gewesen sei, als die Papst Johannes Pauls II. gegenüber dem US-Präsidenten George W. Bush nach dem Ausbruch des Irak-Krieges 2003, führt der Ruhrbischof auch auf die Herkunft des derzeitigen Kirchenoberhauptes zurück: „Als Nicht-Europäer sieht Franziskus die Konfliktlinien möglicherweise anders als wir.“

Eine moralische Pflicht, die Ukraine mit Waffenlieferungen zu unterstützen, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederholt gefordert hat, sehe er nicht, erklärte Overbeck. „Aber es gibt eine praktisch-pragmatische Begründung, die man ethisch vertreten kann. In einem solchen Rahmen verstehe ich das, was jetzt Bündnispartner der Nato für die Ukraine tun.“

Auch von einem „gerechten Krieg“ würde er nicht sprechen wollen; dennoch gebe es „gerechtfertigte Anlässe einzugreifen“, betonte der Militärbischof. „Es ist wichtig, dass wir als Christen darauf hinweisen, dass der Krieg eine äußerst brutale Gestalt des Bösen ist und nicht sein soll. Und dass uns die Nachfolge Christi verpflichtet, Wege der Versöhnung zu suchen. Diese dürfen auch im Krieg niemals vergessen werden.“

Die von der Bundesregierung ausgesprochene Investition von 100 Milliarden Euro zur Ausrüstung der Bundeswehr nannte Overbeck „mutig“, obschon sie zu Spannung innerhalb der Koalition führe. Politisch und militärisch halte er die Entscheidung aber für richtig, erklärte der Bischof.

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Bonn/Hamburg - 25.03.2022

Weiter verlassen die Menschen in der Ukraine in Scharen ihre Heimat. In Nachbarländern wie Polen oder der Slowakei ist die Solidarität ungebrochen groß. Auch in Deutschland engagieren sich die Bürger bei der Aufnahme von Geflüchteten, berichtet der Hamburger Erzbischof Stefan Heße im KNA-Interview. Heße ist Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz.


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Lwiw - 24.03.2022

Pater Mykhailo Chaban SDB ist Provinzial der Salesianer Don Boscos in der Ukraine und leitet das Familienhaus des Ordens in seiner Heimatstadt Lwiw (Lemberg ). Dort werden derzeit rund 450 Flüchtlinge betreut und versorgt, vor allem Frauen und Kinder. Im Interview erzählt er, vor welchen Herausforderungen die Kinder und Jugendlichen stehen – und was die Menschen am dringendsten benötigen.


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+++ Bischof von Kiew will bis zum Ende bleiben +++

23.03.2022 18:00

Das Leitungsteam der römisch-katholischen Diözese Kiew-Schytomyr will bis zum Ende der Belagerung in der Hauptstadt der Ukraine ausharren. Das berichtete am Montag das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“. Es berief sich auf einen Bericht des Priesters Mateusz Adamski, aus dem es zitierte: „Bischof Witalij Krywyzkyi ist der festen Überzeugung, dass wir in einer Zeit wie dieser nirgends sonst sein können.“ Im täglichen Beschuss durch Raketen und Artillerie sei es für die Menschen ein Trost zu wissen, dass sie nicht allein sind.

Das Diözesanleitungsteam aus Priestern, Ordensschwestern und Laien verteile Wasser, Lebensmittel und Medikamente, wo es menschlich möglich sei, heißt es weiter. Sie würden auch bei der Evakuierung von Menschen aus gefährlichen Orten helfen. Das sei lebensgefährlich. So sei der Bürgermeister des Kiewer Vororts Hostomel erschossen worden, als er Brot und Medikamente verteilt habe. 

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+++ G7-Gesundheitsminister verurteilen Angriffe auf Krankenhäuser +++

23.03.2022 17:24

Die G7-Gesundheitsminister haben die russischen Angriffe auf ukrainische Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal verurteilt. Russland solle unmittelbar seine militärischen Aktivitäten einstellen und seine Truppen aus der Ukraine abziehen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister der sieben führenden Industrienationen am Mittwoch. Sie äußerten sich besorgt über den Zustand des ukrainischen Gesundheitssystems. Durch die Angriffe auf gesundheitliche Einrichtungen sei der Zugang zu grundlegenden Behandlungen erschwert. Die Minister forderten außerdem sichere Wege zur Lieferung von Medizingütern.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Missachtung des Völkerrechts vor. „Er schreckt nicht einmal davor zurück, Entbindungsstationen und Krankenhäuser zu bombardieren“, sagte Lauterbach im Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstag). Der gezielte Beschuss von Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitssystems sei „blanker Horror“, so der Minister. Dem ukrainischen Gesundheitssystem drohe ein Zusammenbruch, den er und seine G7-Kollegen zu verhindern versuchten. „Wir ermöglichen Arzneimittellieferungen in die Ukraine, erleichtern den Einsatz von Ärzten in der Ukraine und organisieren die Versorgung von Schwerverletzten“, so Lauterbach.

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+++ Katholische Bischöfe rufen zu Spenden für die Ukraine auf +++

23.03.2022 15:33

Die deutschen katholischen Bischöfe rufen zu Spenden und Solidarität für die Ukraine auf. „Vielen fehlt es am Allernötigsten, an Nahrung, Kleidung und einem provisorischen Dach über dem Kopf“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, am Dienstag. Auch diejenigen, die nach Deutschland gekommen seien, bräuchten Unterstützung. Spenden seien „ein Zeugnis gelebter Nächstenliebe“, die zeige, „wer wir als Christen sind“, betonte Bätzing.

Bereits nach wenigen Wochen habe der Krieg gegen die Ukraine „unzählige Opfer“ gefordert, heißt es weiter. Tausende Soldaten und Zivilisten seien zu Tode gekommen, noch viel mehr seien verletzt worden oder hätten ihr Hab und Gut verloren. Deutschland sei „nach der großen Flüchtlingsbewegung der Jahre 2015/2016 erneut gefordert, Schutzsuchenden die Hand entgegenzustrecken“.

Neben den Staaten stünden auch die Gesellschaften, die Kirchen sowie alle Bürgerinnen und Bürger in der Pflicht, betonen die Bischöfe. Die deutschen Bistümer hätten deshalb „bereits in den ersten Wochen des Krieges große Beträge aus ihren Fonds für Katastrophenhilfe und weltkirchliche Arbeit zur Verfügung gestellt“. Konkret nennen die Bischöfe Caritas international und das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis als mögliche Empfänger-Organisationen für Spenden.

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+++ So hilft die Kirche in der Ukraine +++

23.03.2022 15:10

+++ Renovabis: Geflüchtete schnell in Arbeit bringen +++

23.03.2022 14:00

Unter den Geflüchteten aus der Ukraine sind viele mit guter Ausbildung. Darauf macht Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz aufmerksam. Er fordert daher von der Bundesregierung und den Landesregierungen, möglichst schnell Wege zu suchen, die Bildungsabschlüsse der Menschen, die jetzt aus der Ukraine nach Deutschland kommen, anzuerkennen. Nur so können sie sich ihren Qualifikationen entsprechend beruflich in ihrem Gastland einbringen. „Aus den Erfahrungen in unserer Projektzusammenarbeit wissen wir, dass ein erheblicher Teil der derzeit bei uns Schutz Suchenden gute Schul- und Berufsausbildungen besitzen, auch wenn die Menschen möglicherweise kriegsbedingt dies nicht immer formal nachweisen können“, erläutert Schwartz. Der Leiter des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis wirbt dafür, die bei uns untergekommenen vielen Frauen und wenigen Männer „unbedingt angemessen“ zu beschäftigen und ihnen hier ein „Leben in Würde“ zu ermöglichen. „Sie können mit ihrer erlernten Profession wahrscheinlich sogar den Fachkräftemangel bei uns in Deutschland mildern.“

Eine passende berufliche Tätigkeit schaffe für die Geflüchteten Sicherheit und fördere die Verarbeitung von Existenzängsten und des Erlebens von Krieg und Gewalt. Zudem können sie sich durch eine ihren Fähigkeiten entsprechende Anstellung und eine gerechte Entlohnung sich auch selber versorgen. „Die Menschen wollen nicht nur als Bittsteller behandelt werden, sondern brauchen jetzt Solidarität auf Augenhöhe. Deswegen ist eine ihrer Ausbildung entsprechende Beschäftigung gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ Schließlich sieht Schwartz, der auch als Professor für Wirtschaftsethik an der Universität Augsburg lehrt, eine nicht zu unterschätzende Chance für die Wirtschaft in unserem eigenen Land: „Wenn wir doch seit Jahren einen zunehmenden Fachkräftemangel beklagen, so können die gut ausgebildeten Fachleute aus der Ukraine mit ihrer Motivation uns vorübergehend in dieser Situation helfen und diesen ein Stück weit ausgleichen.“ 

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+++ Beteiligung deutscher Bistümer an Marienweihe für Russland und die Ukraine +++

23.03.2022 08:00

Am Freitag wird Papst Franziskus im Rahmen einer Bußfeier am Festtag Mariä Verkündigung in Rom Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen. Der Sozialbeauftragte des Papstes, Kurienkardinal Konrad Krajewski, soll am selben Tag in Fatima ebenfalls diesen Ritus vollziehen. Bei einer solchen Weihe wird Maria gebeten, die Menschen oder ganze Länder unter ihren mütterlichen Schutz zu nehmen, sie vor Gefahren und Versuchungen zum Bösen zu bewahren.

Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk erklärte, auf diesen geistlichen Akt habe das ukrainische Volk lange gewartet. Ähnlich äußerte sich die römisch-katholische Bischofskonferenz der Ukraine, die am Donnerstag ein an neun Tagen verrichtetes Vorbereitungsgebet (Novene) dazu begann.

Schewtschuk verwies darauf, dass die Katholiken der Ukraine den Papst bereits 2014 um die Marienweihe gebeten hätten, da man sich davon eine Eindämmung des damals ausgebrochenen Krieges im Osten des Landes erwartet habe. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor drei Wochen hätten Gläubige aus allen Teilen der Welt darum gebeten, eine solche Weihe vorzunehmen. Für die nunmehrige Entscheidung des Papstes gebe es in seiner Kirche große Dankbarkeit.

Der Bischof von Saratow im Südwesten Russlands, Clemens Pickel, erklärte: „Der Papst möchte Maria etwas ans Herz legen, nämlich die Bitte um ein schnelles Ende des Blutvergießens. Wir werden mit ihm beten, da wo wir sind."

Die Frömmigkeitsform der Marienweihe habe in der Ukraine und Russland eine lange Tradition, hieß es aus der ukrainischen katholischen Kirche. Schon Fürst Jaroslaw der Weise (979-1054) habe das Volk der Rus-Ukraine dem Schutz der Heiligen Jungfrau Maria empfohlen. Mehrmals sei diese Weihe erneuert worden: 1995, 2014 für die ukrainische griechisch-katholische Kirche sowie erneut am 23. Oktober 2016 in Fatima.

Am 31. Oktober 1942 hatte Papst Pius XII. die ganze Menschheit dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht. Im Nachgang der Weihe von 1942 wurden etliche Länder dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht, darunter 1954 auch Deutschland. 2013 wiederholte Franziskus die Weihe der ganzen Menschheit an das Herz Mariens. Dieses gilt nach katholischer Tradition als unbefleckt, weil Maria schon seit der Zeit im Schoß ihrer Mutter von der Erbsünde unbelastet sei.

Auch mehrere Bistümer aus Deutschland werden sich an der Marienweihe beteiligen. So haben bislang die Bistümer Limburg, Mainz, Aachen, Erfurt, Münster und Paderborn Priester und Diakone dazu eingeladen. Limburgs Bischof Georg Bätzing wird sich dem Weihegebet nach Bistumsangaben im Rahmen einer Vesper um 17 Uhr anschließen. Wie unser Partnerportal katholisch.de berichtet, feiert der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr die Messe am Freitag um 18 Uhr im Rahmen der Marienweihe gemeinsam mit dem ukrainisch-katholischen Priester Yaroslav Sadovyy.

Offizieller Text mit Gebet zur Marienweihe

KNA/katholisch.de/weltkirche.de

+++ Selenskyj wünscht Vermittlung des Vatikan – Telefonat mit Papst +++

22.03.2022 16:50

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstag in einem erneuten Telefonat mit Papst Franziskus eine Vermittlerrolle des Vatikan befürwortet. „Eine vermittelnde Rolle des Heiligen Stuhls bei der Beendigung des menschlichen Leidens wäre zu begrüßen“, schrieb Selenskyj auf Twitter. Er habe dem Papst noch einmal die humanitäre Lage im Land und die Blockade der humanitären Korridore geschildert. Außerdem lud der Präsident den Papst erneut in die Ukraine ein und dankte Franziskus für dessen Gebete für die Ukraine und den Frieden. Der Vatikan bestätigte das Telefonat ohne Nennung von Details.

In einer Videoansprache an das italienische Parlament sagte der Präsident anschließend, der Papst habe Verständnis dafür gezeigt, dass die Ukraine Frieden wolle und sich dafür selbst verteidige. Selenskyj nutzte die Ansprache an die italienischen Parlamentarier, um für weitere Unterstützung zu werben. Es brauche mehr und härtere Sanktionen gegen Russland. Jeden Tag wachse die Zahl der getöteten Kinder; jeden Tag würden weitere Städte zerstört. „Mariupol ist wie euer Genua. Stellen Sie sich Ihr zerstörtes Genua vor; stellen Sie sich vor, dass alle Menschen aus Genua weglaufen“, so der Präsident. Die Ukraine stehe zwischen Europa und Russland.

In einer kurzen Aussprache nach der Rede des ukrainischen Präsidenten sagte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi: „Italien will die Ukraine in der Europäischen Union.“ Zudem befürwortete Draghi Medienberichten zufolge weitere Waffenlieferungen an die Ukraine, damit diese sich verteidigen könne. „Der Widerstand des ukrainischen Volkes ist heldenhaft“, so Draghi. Die Ukraine verteidige nicht nur sich selbst, sondern auch Europas Frieden, Freiheit und Sicherheit.

Bereits Ende Februar hatte Franziskus mit Selenskyj telefoniert. In dem Gespräch habe der Papst seinen tiefgreifenden Schmerz über die aktuellen tragischen Ereignisse in der Ukraine zum Ausdruck gebracht, teilte die ukrainische Botschaft beim Heiligen Stuhl per Twitter mit. Der Vatikan bestätigte auch damals das Telefonat ohne weitere Details. Selenskyj selbst bedankte sich via Twitter für die Gebete des Papstes. Das ukrainische Volk spüre den spirituellen Rückhalt.

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+++ Misereor-Hauptgeschäftsführer warnt vor schwerwiegende Konsequenzen in Ländern des Südens +++

22.03.2022 10:00

+++ Religionsvertreter rufen gemeinsam zum Frieden in der Ukraine auf +++

22.03.2022 08:00

Mit dem dringenden Appell, den Krieg in der Ukraine zu beenden, ist gestern Nachmittag (21. März 2022) das diesjährige Treffen von Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz mit Mitgliedern der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK) und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) in Frankfurt am Main zu Ende gegangen. Unter den fortgesetzten Bombenangriffen auf Wohngebiete, Schulen und Krankenhäuser leide vor allem die Zivilbevölkerung, die zu Tausenden aus ihrer Heimat vertrieben und zur Flucht in andere Landesteile oder in die Nachbarländer gezwungen wird. Der nun schon mehr als drei Wochen dauernde Krieg richte sich gegen die Ukraine, treffe aber ganz Europa.

Beeindruckt zeigten sich Rabbiner und Kirchenvertreter von der tatkräftigen Solidarität mit den Flüchtlingen aus der Ukraine. „Durch die jüdischen Gemeinden geht eine Welle der Hilfsbereitschaft“, sagte der Frankfurter Rabbiner Julian-Chaim Soussan (ORD). „Neben Gemeindeleitungen und Organisationen sind es oft Einzelne oder einzelne Gruppen, die sich spontan engagieren.“ Er bittet sehr darum, dass dieses Engagement in den nächsten Monaten nicht nachlässt. Denn „die Flüchtlinge brauchen auch weiterhin unsere Unterstützung. Wir dürfen sie nicht allein lassen“.

„Es geht nach mehr als drei Wochen des Blutvergießens nicht um das Erreichen von Positionen, sondern um ein Ende des Krieges!“, sagte Rabbiner Andreas Nachama, der Vorsitzende der ARK. „Es ist jüdische Tradition vor der letzten Zeile zum Beispiel des 18-Bitten-Gebetes, in dem eben von Frieden gesprochen wird, drei Schritte zurückzugehen, denn nur wenn man auch seine Position verändert, kann man zum Frieden beitragen. Mögen die, die über die Beendigung des Kämpfens entscheiden, sich dies zur Devise machen.“

In dem mehrstündigen Gespräch wurden auch Fragen der Friedens- und Konfliktethik erörtert. „Waffen sind kein Mittel, um Frieden zu schaffen“, sagte die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus. „Allenfalls können sie zur Abschreckung von Aggressoren dienen, die sich nicht um Völkerrecht scheren und verbrecherische Angriffskriege anzetteln wollen. Oder sie dienen zur Selbstverteidigung als letztes Mittel in einem solchen Krieg. Der Krieg Putins gegen die Ukraine stellt ganz Europa vor die Frage, wie das unermessliche Elend, das dieser Krieg produziert, so schnell wie möglich beendet werden kann und wie sich solche Kriege künftig verhindern lassen. Dazu dürfen auch wir Kirchen mit unserer klaren Stimme für den Frieden nicht schweigen“, so Kurschus.

Krieg sei immer eine Niederlage der Humanität, ergänzte Bischof Ulrich Neymeyr (Erfurt). „Wer ihn mutwillig auslöst, begeht ein Verbrechen vor Gott und den Menschen. Völlig unannehmbar sind daher alle Versuche, dem Krieg eine religiöse Legitimation zu geben.“ Er hoffe weiterhin, dass der Patriarch von Moskau seinen Einfluss nutze, um die russische Regierung zur Beendigung des Krieges zu bewegen.

Entsetzt äußerten sich die Kirchenvertreter und Rabbiner über jüngste Angriffe auf Menschen russischer Herkunft und auf russische Einrichtungen in Deutschland. Keine Russin und kein Russe dürfe, so die einhellige Überzeugung, für die Politik der russischen Regierung haftbar gemacht oder gar stigmatisiert werden.

Seit 2006 treffen sich Vertreter der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK) und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD einmal jährlich zu einem ausführlichen Meinungsaustausch, an dem auch das Präsidium des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit teilnimmt.

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+++ Bistum Dresden-Meißen entsendet Hilfstransport nach Moldawien +++

21.03.2022 12:32

Das Bistum Dresden-Meißen entsendet an diesem Montag einen Hilfstransport zur Versorgung ukrainischer Kriegsflüchtlinge nach Moldawien. Vom sächsischen Schmochtitz aus werden Hilfsgüter im Wert von 100.000 Euro in die moldawische Hauptstadt Chisinau gebracht, wie das Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno des Bistums mitteilte. Bislang sind den Angaben zufolge in die Republik Moldau etwa 250.000 Menschen aus dem Nachbarland Ukraine geflohen.

Bischof Heinrich Timmerevers, Schirmherr der Spendenaktion, freut sich über das Ergebnis: „Die Hilfsbereitschaft ist großartig und zeigt, dass wir der Gewalt und dem Krieg etwas entgegen setzen können. Das macht Mut in dieser Zeit.“ Zur Spendenaktion hatten unter anderem die Katholische Sorbische Jugend, die Caritas Oberlausitz und das Bildungsgut Schmochtitz aufgerufen. Die Spenden werden vor Ort vom katholischen Bistum Moldau entgegengenommen.

Die Republik Moldau mit ihren gut 2,6 Millionen Einwohnern gilt als eines der ärmsten Länder in Europa. Die Katholiken bilden im Land eine Minderheit, 90 Prozent der Bevölkerung gehören der orthodoxen Kirche an.

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+++ Erzbischof von Kiew befürchtet Abwendung von der Ukraine +++

21.03.2022 08:00

Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hat erneut um nachhaltige Unterstützung für die Ukraine gebeten. Es bestehe die große Gefahr, dass sich Menschen auf der ganzen Welt angesichts der Bilder von Krieg, „wie die Ukraine verwundet, zerrissen und gekreuzigt wird, nicht um den Schmerz des ukrainischen Volkes kümmern“, sagte das Kirchenoberhaupt in seiner täglichen Videobotschaft am Samstag. Deshalb wandte er sich an sie: „Verschließt euch nicht dem Schmerz der Ukraine! Denn eines Tages wird der Herrgott dir sagen: Ich wurde in der Ukraine verwundet, und du hast dein Gesicht von mir abgewandt.“

Die Ukraine verteidige sich weiter selbst und glaube zunehmend an ihren Sieg, so Schewtschuk. „Wir spüren, dass der Herrgott mit uns ist.“ Siegen werde der, bei dem Gott sei. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar wendet sich Schewtschuk täglich an die Gläubigen. Darin geht er auf besondere Vorkommnisse im Krieg ein und versucht, den Menschen Trost und Kraft zuzusprechen. Der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche der Ukraine gehören etwa neun Prozent der Bewohner des Landes an.

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Erzbistum Bamberg öffnet Bistumshaus für Geflüchtete

20.03.2022 16:11

+++ Bischof: Das halb leere Odessa bereitet sich auf Angriff vor +++

20.03.2022 14:00

Die südukrainische Hafenstadt Odessa bereitet sich nach Aussage des römisch-katholischen Bischofs Stanislaw Schyrokoradjuk auf stärkere Angriffe der russischen Armee vor. Seit einigen Tagen gehörten Sirenen und die Flucht in Bunker zum Alltag, sagte Schyrokoradjuk dem Sender Radio Horeb und dem Portal Vatican News. Noch sei die Lage relativ ruhig. „Die Stadt ist halb leer, denn alle, die die Möglichkeit hatten, haben sie verlassen. Geblieben sind die Armen“, so der Bischof.

Die Seelsorger in den fünf Gemeinden der römisch-katholischen Minderheit seien geblieben, berichtete Schyrokoradjuk. Dank Spenden könnten die Gemeinden Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten versorgen. Oft übernachteten die Menschen bereits in den Kellern. Zudem gebe es viele Gebete, Andachten und Messen. Dennoch sei die Lage nicht so schlimm wie im 200 Kilometer entfernten Charkiw oder Mariupol.

Neben vereinzelten Raketenbeschüssen drohe Odessa aber auch ein Angriff vom Schwarzen Meer her, sagte der Bischof. Die strategisch und wirtschaftlich wichtige Stadt habe sich verteidigungsbereit gemacht. Auch die in der Stadt lebenden Russen hülfen mit. „Sie schämen sich für das, was geschieht“, so Schyrokoradjuk. Moskau führe „einen Krieg gegen das Volk“.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine kenne keine Regeln, beklagte der Bischof. Wohnviertel, Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten würden zerstört. Auf russischer Seite seien seinen Informationen zufolge schon 13.000 Soldaten gefallen. „Ich habe nie gedacht, dass so etwas möglich ist in unserer Zeit“, sagte Schyrokoradjuk.

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+++ Russland aus Europarat ausgeschlossen +++

20.03.2022 07:00

In einem beispiellosen Schritt hat der Europarat den Ausschluss Russlands vollzogen. Dies habe das zuständige Ministerkomitee in einer Sondersitzung entschieden, hieß es in einer Mitteilung. Anlass ist der Krieg gegen die Ukraine, mit dem Russland seine vertraglichen Verpflichtungen als Mitglied der Staatenvereinigung verletzt habe.

Zuvor war eine formelle Austrittserklärung Russlands im Generalsekretariat eingegangen. Das Moskauer Außenministerium hatte bereits vor einigen Tagen das Desinteresse an einer weiteren Mitarbeit erklärt. Am 25. Februar war die seit 1996 bestehende Mitgliedschaft Russlands im Europarat angesichts des Ukraine-Kriegs suspendiert worden. Die Beratungen des Ministerkomitees fanden seither ohne den russischen Vertreter statt.

Der Leiter der deutschen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Frank Schwabe (SPD), bewertete den Ausschluss als „ebenso bitter wie notwendig“. „Damit verlieren fast 150 Millionen Russinnen und Russen den Schutz der Europäischen Menschenrechtskonvention.“ Leider sei das aber ohnehin eher theoretisch gewesen, „weil Russland die Grundwerte der Organisation seit Jahren mit Füßen tritt und die Regeln nicht einhält“. Der brutale Angriffskrieg gegen die Ukraine habe jetzt eine schnelle und entschlossene Haltung nötig gemacht. „Der Weg zurück für ein demokratisches Russland ist dabei immer möglich“, betonte Schwabe.

Der Europarat wurde 1949 von zehn europäischen Staaten gegründet. Ziel war, das „gemeinsame europäische Erbe zu bewahren“ und Frieden, Demokratie und Stabilität in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg wiederherzustellen. Mittlerweile hat der Rat mit Sitz in Straßburg vollwertige 46 Mitglieder. Der Vatikan hat seit vielen Jahren Beobachterstatus.

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+++ Papstgesandter erneut in Westukraine +++

19.03.2022 16:05

Kurienkardinal Michael Czerny hat im Auftrag des Papstes erneut die Westukraine besucht. Nach Angaben des slowakischen Kirchenportals "tkkbs.sk" (Freitag) besuchte der Interimsleiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde die Regionalhauptstadt Uschgorod in der Karpato-Ukraine.

Dort nahm der päpstliche Gesandte an einem Friedensgottesdienst teil. Anschließend begegnete er Kriegsvertriebenen an mehreren Orten in der ostslowakischen Metropole Kosice. Czerny war bereits in der vergangenen Woche in der Region gewesen. Damals besuchte er das ukrainische Beregovo und traf auf der ungarischen Seite der Grenze Kriegsflüchtlinge, Helfer sowie Politiker und Kirchenvertreter.

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+++ Bischof Feige: Kein Verständnis für Moskauer Patriarchen +++

19.03.2022 07:00

Der Magdeburger katholische Bischof Gerhard Feige hat deutliche Kritik am russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. und dessen Unterstützung des Kriegs in der Ukraine geübt. Es befremde ihn, dass Kyrill noch nicht einmal das Wort „Krieg“ in den Mund nehme, sagte Feige am Donnerstag im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Mit Blick darauf, dass der Patriarch dem Chef der russischen Nationalgarde eine Ikone überreicht hatte, sagte Feige: „Ich habe keinerlei Verständnis, wenn Religion und religiöse Gegenstände in dieser Weise instrumentalisiert werden.“

Kyrill I. hatte am vergangenen Sonntag in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale eine Ikone der Mutter Gottes mit den Worten überreicht: „Möge dieses Bild junge Soldaten inspirieren, die den Eid ablegen und den Weg der Verteidigung des Vaterlandes einschlagen.“

Weiter meinte Feige, zwar spreche der Patriarch auch seine Hoffnung auf Frieden aus, doch frage er sich, „was er unter Frieden versteht“. Er erinnerte daran, dass die Sowjetunion in den Zeiten des Kalten Kriegs auch immer Friedenspropaganda betrieben habe. Zugleich wies Feige, der Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, darauf hin, dass es auch innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche, besonders in ihrem ukrainischen Zweig, „Widerstand“ gegen den Patriarchen gebe. Er fügte hinzu: „Die Botschaft des Evangeliums müsste uns stärker ergreifen als alle nationalen Interessen.“

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+++ Franziskaner-Minoriten sammeln 90.000 Euro für die Ukraine +++

18.03.2022 18:00

Die deutsche Ordensprovinz der Franziskaner-Minoriten hat bisher 90.000 Euro Spenden in die Ukraine überwiesen. Das Geld ist aus 281 Einzelüberweisungen bei einer Spendenaktion zusammengekommen, wie der Orden am Donnerstag mitteilte. Sie war von Bruder Mateusz Kotylo, Leiter des Bildungshauses Kloster Schwarzenberg in Mittelfranken, im Auftrag der Ordensprovinz gestartet worden. Kotylo stammt aus Polen, sein Heimatort ist laut Mitteilung keine 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Ein kleiner Teil der Summe ist den Angaben zufolge für die private Flüchtlingshilfe in Kotylos Heimatort Niedelew vorgesehen. Der Großteil soll fünf Klöstern des Ordens in der Ukraine zugutekommen.

Der zuständige Obere in der Ukraine, Bruder Stanislaw Pekala, wird mit den Worten zitiert: „Wir helfen mit Lebensmitteln – besonders denen, die obdachlos und arm sind, oder die sich aufmachen, unser Land zu verteidigen. Wir nehmen Kriegsflüchtlinge in Klöstern auf. Wir bringen Familien zur Grenze und zum Zug. Wir verteilen humanitäre Hilfe im ganzen Land. Und wir führen Erste-Hilfe-Kurse für diejenigen durch, die sich während der Raketenangriffe in den Schutzunterkünften aufhalten.“

Der deutsche Provinzialminister Bruder Andreas Murk erklärte, auch von anderen deutschen Klöstern in Blieskastel, Hamburg und Chieming seien Transporte mit Hilfsgütern nach Polen oder in die Ukraine gestartet worden.

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+++ Militärbischof: Militäretat nicht gegen Sozialausgaben aufwiegen +++

18.03.2022 12:50

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat Mehrausgaben für Rüstungsprojekte der Bundeswehr vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges verteidigt. In der veränderten sicherheitspolitischen Situation sei es geboten, „die Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr für ihren verantwortungsvollen Dienst bestmöglich auszustatten“, sagte der Essener Bischof der „Kölnischen Rundschau“ (Freitag).

Gleichzeitig warnte Overbeck davor, Rüstungsausgaben und Ausgaben zur Bekämpfung des Hungers in der Welt oder sozialer Probleme einander entgegenzustellen: „Hunger ist oft das Ergebnis von Kriegen. Frieden und Freiheit bildet die Grundlage für stabilen sozialen Zusammenhalt und für eine nachhaltige Entwicklungspolitik.“

Overbeck wiederholte zudem seine Sicht auf ein Selbstverteidigungsrecht der Ukraine, das auch mit der christlichen Friedensbotschaft übereinstimme. „Es kann sein, dass ein Soldat Gewalt anwenden muss, um Frieden zu stiften, womit eine unbezweifelbare Tragik verbunden ist.“ Insofern seien auch Rüstungsexporte von Deutschland in die Ukraine legitim, sofern sie „dazu dienen, dass das angegriffene Land sein völkerrechtlich verbrieftes und auch von der kirchlichen Friedensethik bejahtes Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen kann“.

Allerdings müsse bei allen militärischen Antworten immer die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, betonte Overbeck: „Oberstes Ziel muss es immer sein, Frieden zu stiften und den Krieg zu beenden – mit möglichst wenig Waffengewalt.“

Overbeck äußerte sich auch zur „moralischen Dilemmasituation“ der Gesellschaft, dem Leid der ukrainischen Bevölkerung zusehen zu müssen, ohne eingreifen zu können. „Egal, wie man es gerade verantwortungsethisch abwägt: Wir können Leid und Tod nicht komplett verhindern – aber die Maxime muss sein, beides möglichst schnell zu beenden“, erklärte der Bischof.

Das gelte insbesondere für Soldaten, deren Eingreifen eine Eskalation des Krieges zur Folge hätte. Diese könnte etwa durch einen Angriff auf Nato-Gebiet ausgelöst werden. Die Militärseelsorge biete an, über solche Themen vertrauensvoll ins Gespräch zu kommen, so Overbeck: „Wo die Soldatinnen und Soldaten sind, da sind wir!“

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+++ Bislang 197.423 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland +++

18.03.2022 12:04

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind inzwischen mindestens 197.423 Menschen vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums verwies am Freitag in Berlin auf Zahlen der Bundespolizei. Die tatsächliche Zahl könne aber höher liegen, da Ukrainer aufgrund des Visumsabkommens ohne Registrierung einreisen könnten und an den Grenzen keine lückenlosen Kontrollen stattfänden.

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+++ Papst und Moskauer Patriarch sprechen über Ukraine +++

17.03.2022 11:00

Papst Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. haben sich am Mittwoch über die Lage in der Ukraine ausgetauscht. Dies bestätigten sowohl das Patriarchat in Moskau wie der Vatikan. Es sei dabei „um den Krieg in der Ukraine“ gegangen und die „Rolle der Christen und ihrer Seelsorger“. Diese müssten alles tun, „damit der Frieden sich durchsetzt“, so Vatikansprecher Matteo Bruni.

Bei dem Videogespräch seien Papst und Patriarch sich darin einig gewesen, dass die Kirche „nicht die Sprache der Politik verwenden“ dürfe, „sondern die Sprache Jesu“. Beide hätten zudem die Bedeutung der laufenden Verhandlungen betont, denn, so der Papst: „Diejenigen, die die Rechnung für den Krieg bezahlen, sind Menschen, es sind die russischen Soldaten und es sind die Menschen, die bombardiert werden und sterben“.

Der Mitteilung zufolge sagte Franziskus weiter: „Früher sprach man sogar in unseren Kirchen von einem heiligen Krieg oder einem gerechten Krieg.“ Heute könne man so nicht mehr reden. Das christliche Bewusstsein für die Bedeutung des Friedens habe sich entwickelt. „Kriege sind immer ungerecht. Denn es ist das Volk Gottes, das zahlt“, habe Franziskus geschlossen. In der bereits vorher verbreiteten Mitteilung des Moskauer Patriarchats hatte es geheißen, man habe ausführlich „die Situation auf ukrainischem Boden“ erörtert. Besonders sei es um die humanitären Aspekte „der aktuellen Krise“ gegangen sowie um „Maßnahmen der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche zur Überwindung ihrer Folgen“.

Beide Seiten würden dem „laufenden Verhandlungsprozess“ große Bedeutung zumessen. Sie hofften zudem, „dass so bald wie möglich ein gerechter Frieden erreicht werden kann“. Nach Angaben beider Seiten nahmen an dem Gespräch neben Franziskus und Kyrill auch der für Ökumene zuständige Kurienkardinal Kurt Koch und der Außenbeauftragte des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, sowie jeweils ein weiterer Mitarbeiter teil.

Kyrill I. wandte sich unterdessen am Mittwochnachmittag in einer schriftlichen Botschaft „im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine“ erstmals direkt an die Geistlichen und Gläubigen seiner Kirche. „Wir erleben heute eine schwierige historische Phase“, schrieb der Patriarch. „Alle unsere Gedanken, Sorgen und Gebete sind mit den aktuellen Vorgängen in der Ukraine verbunden.“ In schwierigsten Zeiten habe das russische Volk stets Hilfe bei der Mutter Gottes gesucht, „die immer eine fleißige Fürsprecherin und Beschützerin der Heiligen Rus gewesen ist“. Als „Rus“ wird das gemeinsame Reich im Mittelalter bezeichnet, aus dem Russland, die Ukraine und Belarus hervorgingen.

Mit keinem Wort distanziert sich Kyrill I. in seinem Text, der aus drei kurzen Absätzen besteht, vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine oder von Präsident Wladimir Putin. Auch auf die Ukraine geht er nicht näher ein. Stattdessen bittet er um die Anrufung der Mutter Gottes und um Gebete für die „Wiederherstellung des Friedens“. Den Gebetstext hierfür hatte die russisch-orthodoxe Kirche bereits am 3. März veröffentlicht. Der Patriarch gilt als enger Verbündeter Putins.

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+++ Hintergrund: Kardinal Michael über die Lage in der Ukraine +++

+++ Misereor: Gefahren für Welternährung aktiv angehen +++

16.03.2022 17:05

In einem gemeinsamen Positionspapier machen das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor und die Umweltorganisation Greenpeace auf Gefahren für die Welternährung nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine aufmerksam. Durch den Krieg in der Ukraine verschärfe sich die Gefahr einer weltweiten Hungerkrise, da die Ukraine ein wichtiger Getreide-Exporteur sei, erklärte Misereor-Landwirtschafts-Experte Markus Wolter in einer Stellungnahme. Demnach bedrohten steigende Nahrungsmittelpreise und der fehlende finanzielle Spielraum vieler Staaten das Überleben von hunderten Millionen Menschen.

Die Organisationen fordern deshalb in ihrem Positionspapier Deutschland und die anderen G7-Staaten auf, sich für eine internationale Koordination im Welternährungsrat einzusetzen, um die sich verschärfende Hungerkrise anzugehen. Zudem seien umgehend Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs von Getreide und Ölsaaten als Energieträger und Tierfutter zu prüfen, um weitere Höhenflüge bei den Lebensmittelpreisen für Grundnahrungsmittel zu vermeiden.  „Die globale Abhängigkeit von Lebensmittel-, Dünger-, und Energieimporten muss langfristig verringert werden“, fordert Wolter. Der im Koalitionsvertrag vereinbarte Ausbau der Agrarökologie sei dazu der beste Schritt.

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+++ UN: Mehr als drei Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet +++

16.03.2022 16:40

Aus der Ukraine sind seit Beginn des russischen Angriffs vor knapp drei Wochen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als drei Millionen Menschen in Nachbarstaaten geflüchtet. Die meisten Betroffenen, nämlich 1,8 Millionen, kamen nach Polen, wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwoch unter Berufung auf die Regierungen der Nachbarländer mitteilte. Nach Rumänien gelangten demnach 468.000 Flüchtlinge aus der Ukraine, in die Republik Moldau 344.000, nach Ungarn 273.000 und in die Slowakei 221.000. Weniger Menschen seien nach Russland und Belarus gegangen.

Etwa die Hälfte der drei Millionen Geflüchteten seien Kinder, hieß es. Das UNHCR schätzt, dass 12,6 Millionen Menschen in der Ukraine Hilfe und Schutz benötigen. Es rechnet damit, dass insgesamt bis zu vier Millionen aus dem Land fliehen werden.

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+++ Fachberatungsstelle: Frauen über mögliche Gefahren informieren +++

16.03.2022 16:18

+++ Renovabis unterstützt Einrichtung von Schutzräumen +++

16.03.2022 12:30

Seit dem Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine mussten nach UNHCR-Informationen bereits mehr als drei Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Heimat verlassen und flüchten. Doch nicht jeder kann oder will diesen Schritt machen. Wie Projektpartner des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis berichten, suchen Menschen, die in den Großstädten des Landes zurückgeblieben sind, Schutz vor Raketen, Bomben und Artilleriebeschuss in Kellern von Gebäuden oder in öffentlichen Schutzräumen. Die Kapazitäten reichen aber bei weitem nicht aus, heißt es. Daher hat Renovabis bislang über 100.000 Euro zur Verfügung gestellt, um vorhandene Räume und Keller in kirchlichen Einrichtungen so einzurichten und auszustatten, dass sie auch als Schutzräume genutzt werden können. Neben Sicherungsmaterial kauft die Partnerorganisation Caritas Spes mit dem Geld vor allem Stromaggregate, Schlafsäcke, Isomatten, Taschenlampen, Batterien und Ladegeräte mit Akkus. Diese Hilfe kommt insbesondere Bewohnerinnen und Bewohnern der Städte Odessa, Luzk, Kyiv und Berdyansk zugute.

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+++ Ukrainische Religionsvertreter fordern Austausch von Kriegsgefangenen +++

16.03.2022 09:00

Der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften dringt auf einen Austausch von Kriegsgefangenen. Der Rat rief am Dienstagabend alle religiösen Führer und Geistlichen in der Russischen Föderation auf, die Rückkehr gefangener russischer und ukrainischer Soldaten zu ihren Familien zu unterstützen. Als Mensch mit geistlicher Autorität könne „jeder von Ihnen dazu beitragen, das Leben der Menschen zu retten, die in den Fängen dieses schrecklichen Krieges gefangen sind“, heißt es in einer Erklärung des Gremiums.

Die ukrainischen Streitkräfte zeigten laut dem Rat „Menschlichkeit gegenüber russischen Soldaten: Sie erhalten medizinische Versorgung, Lebensmittel, Wasser und werden in warmen Räumen untergebracht“. Mit dieser Haltung beweise die ukrainische Armee, dass sie sich an die Normen des humanitären Völkerrechts halte. Die Ukraine wolle den Krieg und das Blutvergießen beenden, was möglich sei, sobald das russische Militär zu seinen ständigen Stützpunkten zurückkehre und aufhöre, friedliche Städte und Dörfer in der Ukraine zu zerstören.

Dem Gremium gehören 16 christliche, jüdische und islamische Glaubensgemeinschaften an. Damit repräsentiert der Rat nach eigenen Angaben mehr als 95 Prozent der religiösen Gemeinden in der Ukraine. Zuletzt hatte er unter anderem ein Flugverbot über der Ukraine gefordert, um Luftangriffe zu verhindern. Andernfalls sollten die ukrainischen Streitkräfte mit modernen Luftabwehrsystemen und Kampfjets ausgestattet werden. Zudem pochte der Rat auf humanitäre Korridore für die Evakuierung von Menschen aus umkämpften ukrainischen Städten und Orten.

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+++ Rekordkollekte für Ukraine-Hilfe in Polen +++

16.03.2022 08:00

Die katholische Kirche in Polen hat in ihren Gottesdiensten seit Beginn des Krieges in der Ukraine nach eigenen Angaben umgerechnet 6,8 Millionen Euro für Nothilfe gesammelt. „Das ist eine Rekordkollekte, die zeigt, dass wir als Kirche uns sehr für die Ukraine-Hilfe engagieren“, sagte der Direktor von Caritas Polska, Marcin Izycki, laut der polnischen Nachrichtenagentur KAI (Dienstagabend). Die Bischofskonferenz hatte zu der Sammlung an zwei Sonntagen aufgerufen.

Die polnische Caritas schickte demnach bereits 147 Lkw und 180 andere Fahrzeuge mit Hilfsgütern in die Ukraine. Der Wert der bisherigen Nothilfe für das Nachbarland betrage umgerechnet etwa 8,5 Millionen Euro. Viele Geflüchtete aus der Ukraine seien zudem in Polen in katholischen Erholungshäusern, Klöstern, Caritas-Zentren und Pfarreien aufgenommen worden, hieß es. Die Hauptarbeit für die Flüchtlinge leisteten der polnische Staat, Kommunen und verschiedene Organisationen, so Caritas-Direktor Izycki. Aber auch die Kirche spiele eine große Rolle.

Der katholische Sozialverband startete in Polen auch die Kampagne „Paket für die Ukraine“. Er bat Gemeindemitglieder in ganz Polen, Kartons mit bestimmten Produkten zu füllen. Dazu stellte die Caritas den Pfarreien spezielle Kartons und Produktlisten zur Verfügung. Die etwa 18 Kilogramm schweren Pakete würden dann mit Hilfe der ukrainischen Caritas an die bedürftigsten Familien verteilt.

Polens katholische Bischöfe dankten unterdessen „allen, insbesondere der Caritas Polska und den Caritas-Diözesanverbänden, die in unserem Land von Anfang an aufopfernd und selbstlos unseren Schwestern und Brüdern geholfen haben und weiter helfen, die in der Ukraine geblieben sind oder nach Polen kommen, um bei uns Zuflucht vor dem Albtraum des Krieges zu suchen“.

Bei ihrer Vollversammlung in Warschau, die am Dienstag endete, verurteilten die Bischöfe die militärischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine. „Die Verantwortlichen für den Ausbruch der Aggression gegen den Staat und das Volk der Ukraine rufen wir auf, die Kampfhandlungen schnellstmöglich einzustellen und sich um den Abschluss eines gerechten Friedens zu bemühen“, schrieben sie in einer eigenen Botschaft zum Krieg in der Ukraine. Zugleich ermunterten sie dazu, für Frieden in der Ukraine zu beten und dies, soweit möglich, mit Fasten zu verbinden.

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+++ Moskauer Patriarchat erwartet „Kampf“ um kirchliche Einheit +++

15.03.2022 17:22

Russlands Krieg gegen die Ukraine entzweit die orthodoxe Kirche. Der Außenamtschef des Moskauer Patriarchates, Metropolit Hilarion, sagte am Dienstag, Signale unter anderem des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel sprächen dafür, „dass uns ein intensiver Kampf um die kirchliche Einheit erwartet“. Er warf laut Kirchenangaben ungenannten Vertretern der Patriarchate von Konstantinopel und Alexandria vor, die „jetzige tragische Lage“ zur Förderung der 2018 gegründeten eigenständigen (autokephalen) Kirche der Ukraine nutzen zu wollen.

Nach Hilarions Worten versuchten Konstantinopel und Alexandria, Kiews Metropoliten Epiphanius und „die von ihm geleitete schismatische Gemeinschaft populär zu machen“. Eine „neue Prüfung für die Einheit unserer Kirche und der gesamten Orthodoxie“ seien „die jüngsten Ereignisse in der Ukraine“, so Hilarion bei einer Veranstaltung in Sankt Petersburg. Die Mehrheit der orthodoxen Landeskirchen habe eine „ausgewogene, friedensstiftende Haltung“ zu den „Vorgängen“ in der Ukraine eingenommen. Viele konzentrierten sich auf die humanitäre Hilfe für die Opfer.

In der Weltorthodoxie wird seit Jahren um die Ukraine gestritten. Die russisch-orthodoxe Kirche brach 2018 mit dem gesamtorthodoxen Ehrenoberhaupt, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel, nachdem er in der Ukraine die Gründung der autokephalen Kirche für das Land auf den Weg gebracht hatte. Das Moskauer Patriarchat beendete später auch die sogenannte eucharistische Gemeinschaft mit den Oberhäuptern der orthodoxen Kirchen von Griechenland, Alexandria in Afrika und Zypern. Trotz Warnungen aus Moskau hatten diese ebenfalls die neue ukrainische Kirche anerkannt.

Die „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ entstand 2018 aus dem 1992 gegründeten Kiewer Patriarchat und der 1921 ins Leben gerufenen Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche. Sie steht im Gegensatz zur ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, die von Moskau als zunehmend bedroht dargestellt wird.

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+++ Orthodoxe Bischofskonferenz verurteilt Krieg in der Ukraine +++

15.03.2022 10:22

Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) hat den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine deutlich verurteilt. „Als orthodoxe Bischöfe in Deutschland verurteilen wir die Invasion und den völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine und rufen zu Frieden und Verständigung auf“, heißt es in einer am Montag in Dortmund veröffentlichten Stellungnahme der OBKD.

Der Konferenz gehören die Bischöfe aller sieben in Deutschland aktiven orthodoxen Kirchen an; die Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche arbeiten allerdings seit 2018 nicht mehr mit und nahmen auch nicht an der Vollversammlung am Wochenende in Düsseldorf teil, die die Erklärung verabschiedete. Vertreten waren die griechische, serbische und die rumänische Diözese.

„Krieg kann und darf kein Mittel der Durchsetzung politischer Ziele sein“, betonten die Bischöfe. Sie unterstützten den Aufruf der Bischöfe in der Ukraine und der russischen Bischöfe in Deutschland „in ihrem Appell zu Gebet und zu tätiger Hilfe für die Menschen in der Ukraine und für die Flüchtlinge“. Zugleich appellierten sie an die orthodoxen Gläubigen, „für die Einheit unserer Kirchengemeinden und Diözesen in Deutschland einzustehen“. Die Bischöfe dankten allen privaten Initiativen und staatlichen Stellen, die den ukrainischen Notleidenden und Flüchtlingen helfen.

Mit einem besonderen Schreiben riefen die Bischöfe darüber hinaus die orthodoxen Kirchengemeinden in Deutschland und alle Gläubigen auf, Hilfsinitiativen ins Leben zu rufen oder nach Kräften bereits bestehende Projekte zu unterstützen, sowie zum verstärkten Gebet für die Betroffenen und für das schnelle Ende des Krieges. Die OBKD repräsentiert rund zwei Millionen orthodoxe Christen in Deutschland.

Der Vorsitzende der Konferenz, der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos, hatte in seiner Predigt am Sonntag in der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Düsseldorf betont, „dass die Kirche schon seit ihrer Gründung Partei ergriffen hat: Sie steht, wenn sie Kirche Jesu Christi ist, immer an der Seite der Unterdrückten und Ausgebeuteten, an der Seite der Friedfertigen und der Friedensstifter, der Witwen und Waisen, der Entrechteten und der Armen“. Zudem sei sie „der Wahrheit verpflichtet“. Weiter sagte der Metropolit, die orthodoxen Bischöfe seien sich einig, „dass unser Zeugnis, das Zeugnis der EINEN heiligen Orthodoxen Kirche, in diesem Land glaubwürdig bleiben muss“. 

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Der Krieg in der Ukraine beunruhigt viele Menschen. Auch Kinder bekommen mit was passiert, haben Angst und stellen Fragen. Was ist da los? Was ist Krieg? Warum machen Menschen das? Viele Erwachsene kommen an ihre Grenzen und fragen sich: Wie soll ich das meinem Kind erklären? Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ hat Tipps und Anregungen zusammengestellt.


Zum Sternsinger-Dossier

+++ Ukrainischer Geistlicher exkommuniziert russische Angreifer +++

14.03.2022 21:00

Ein erster orthodoxer Geistlicher in Kiew hat den strengsten Kirchenbann gegen die „russischen Eroberer“ in der Ukraine ausgesprochen. Erzpriester Petro Semaschuk (45) veröffentlichte am Montag auf der Internetseite seiner Kirchengemeinde Sankt Theodorus und auf YouTube ein Video davon, wie er alle russischen Soldaten mit dem Bannfluch Anathema belegt, die gegen das Gebot „Du sollst nicht töten!“ verstoßen, weil sie das Blut Unschuldiger vergössen.

Auch alle, die verbrecherische Befehle erteilten, exkommunizierte der Geistliche der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Kirchenrechtlich ist dieser Schritt fragwürdig, weil Häresie (Ketzerei) der einzige Grund für ein Anathema wäre. Zudem müsste dies nach Ansicht von Beobachtern synodal entschieden werden – nicht allein von einem Priester.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hatte den Angriffskrieg gegen die Ukraine keineswegs als Häresie bezeichnet. Im Gegenteil: Er rechtfertigte ihn bereits vor gut einer Woche als „metaphysischen Kampf“ im Namen „des Rechts, sich auf der Seite des Lichts zu positionieren, auf Seiten der Wahrheit Gottes, auf Seiten dessen, was uns das Licht Christi, sein Wort, sein Evangelium offenbaren“.

Am vergangenen Sonntag unterstützte das Kirchenoberhaupt demonstrativ den Chef der in der Ukraine kämpfenden russischen Nationalgarde, General Wiktor Solotow. Er überreichte ihm in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale eine Ikone der Mutter Gottes mit den Worten: „Möge dieses Bild junge Soldaten inspirieren, die den Eid ablegen und den Weg der Verteidigung des Vaterlandes einschlagen.“

Solotow antwortete Kyrill I. laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti, bei der Spezialoperation in der Ukraine gehe nicht „alles so schnell, wie wir es gerne hätten“. Doch die Ikone werde die „russischen Streitkräfte schützen und unseren Sieg beschleunigen“. Sie ist für die Moskauer Kirche der Nationalgarde bestimmt. Dieser Truppe gehören 340.000 Russen an.

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+++ Pax Christi fordert Gewaltverzicht im Krieg gegen die Ukraine +++

14.03.2022 14:00

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat eine unverzügliche Beendigung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gefordert. „Wir appellieren an die russische Regierung, die Waffen schweigen zu lassen und sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, heißt es in einem am Montag in Berlin veröffentlichten Schreiben der Organisation an seine Mitglieder. Der Krieg sei durch nichts zu rechtfertigen „und tritt das Völkerrecht mit Füßen“. Die russische Regierung isoliere sich selbst und füge der Ukraine, aber auch Russland schweren Schaden zu.

Zugleich drang die Friedensorganisation auf Gewaltverzicht. „Pax Christi will dazu beitragen, den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen und die Gewaltspirale zu beenden“, heißt es in dem Schreiben.

Kritik übt die Organisation an dem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine verkündeten Kurswechsel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Die „angekündigten massiven Umlenkungen von Steuergeldern ins Militär“ lehne Pax Christi als Schritt in die falsche Richtung ab. Scholz hatte Ende Februar von einer „Zeitenwende“ gesprochen. Die Bundesregierung hatte danach unter anderem Waffenlieferungen an die Ukraine und eine deutliche Aufrüstung der Bundeswehr angekündigt.

„Stattdessen sollten die Ressourcen der zivilen Konfliktbearbeitung weiter ausgebaut werden“, erklärt der Bundesvorstand von Pax Christi. Es gehe um den „Vorrang für Zivil“, um faire Weltwirtschaftsstrukturen und die Globalisierung von sozialer, kultureller und medizinischer Infrastruktur. „Weiterhin und immer wieder geht es beim Vorrang für zivil auch um die Verwirklichung der Menschenrechte und die Bewahrung der Schöpfung“, betont die Friedensorganisation.

Auch das Ziel, zwei Prozent der Wirtschaftsleistungen eines Landes für die Nato auszugeben, kritisierte Pax Christi. Dies sei eine „rein quantitative Maßgabe“, die keine Sicherheit schaffe, „sondern den wahren Herausforderungen wie soziale Gerechtigkeit, Bildung und Klimaschutz notwendige Finanzen und Aufmerksamkeit entzieht“.

Pax Christi rief deshalb zur Organisation von öffentlichen Zeichen gegen den Krieg wie Demonstrationen oder Friedensgebeten auf.

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+++ Caritas: Krieg in Ukraine wird zu Hunger weltweit führen +++

14.03.2022 11:30

Caritas international warnt vor dramatischen Hungersnöten infolge des Russland-Ukraine-Krieges in anderen Krisengebieten weltweit. Als Beispiel verwies die Hilfsorganisation auf Syrien. Die Preise für Nahrungsmittel seien dort bereits extrem gestiegen. Das größte Problem sei die Versorgung mit Weizen, der auch in Syrien größtenteils aus der Ukraine stamme.

„Nur wenige Tage nach Beginn des Kriegs in der Ukraine zeigt sich am Beispiel von Syrien wie unter dem Brennglas, welche drastischen Auswirkungen der Krieg auf die Ernährungssicherheit in vielen Ländern haben wird“, so der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Montag in Freiburg. Regionen, denen es schon vor Beginn des Kriegs schlecht ging, spürten die Preisanstiege zuerst. „Der Krieg in der Ukraine hat dramatische Auswirkungen auf notleidende Syrerinnen und Syrer.“

Laut Caritas leben inzwischen neun von zehn Syrer unter der Armutsgrenze. Absehbar sei, dass die Zahl der unter- und mangelernährten Menschen nun stark ansteigen werde. Caritas international organisiert seit langem humanitäre Hilfe in Syrien und versucht, die Zivilbevölkerung seit Beginn des dortigen Krieges vor elf Jahren zu unterstützen.

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+++ Sternsinger-Aktion unterstützt flüchtende Familien mit Nothilfe +++

14.03.2022 - 13:43 

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt mit Nothilfen geflüchtete Familien aus der Ukraine. Knapp eine halbe Million Euro stehe für Projektpartner des Hilfswerk in der Ukraine und in der Republik Moldau zunächst zur Verfügung, teilte das Hilfswerk am Montag in Aachen mit. Die Projektpartner könnten mit dem Geld vor dem Krieg fliehenden Kindern und deren Familien effektiv helfen, beispielsweise durch Hilfe bei Evakuierungen aus bedrohten Städten und durch medizinische Notversorgung. Auch würden Flüchtlingsfamilien mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Schlafsäcken versorgt.

„Immer mehr Kinder sterben oder müssen die Gewalt hautnah miterleben“, sagte der Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Dirk Bingener. „Wir dürfen die Mädchen und Jungen in der Ukraine und die Millionen Menschen auf der Flucht nicht alleine lassen, sondern müssen alles Menschenmögliche tun, um ihnen zu helfen“.

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+++ Katholische Landjugend gegen „Wettrüsten“ und fossile Energien +++

13.03.2022 14:00

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) wendet sich im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gegen ein „Wettrüsten“. Die KLJB forderte am Sonntag bei ihrer Bundesversammlung im oberbayerischen Pfünz „ein sofortiges Ende des Angriffskrieges“. Weiter hieß es: „Die Staatengemeinschaft muss konsequent durch Sanktionen agieren, nicht aber durch ein Wettrüsten.“ Man sei „solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, aber auch den mutigen Aktivist*innen, die in Russland gegen Putins Krieg auf die Straße gehen. Dies ist ein Krieg der russischen Staatsführung, nicht aber von der russischen Bevölkerung.“

Der Verband verlangte zudem die Gewährleistung humanitärer Hilfe und die Aufnahme schutzsuchender Menschen. „Im Kontext der Friedenspolitik“ seien überdies der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien nötig. „Es zeigt sich deutlich, dass Klimapolitik auch Friedenspolitik ist.“ Von der Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe müsse man sich lösen.

Die KLJB beschäftigte sich mit dem Thema auf ihrer Bundesversammlung, die am Sonntag im oberbayerischen Pfünz stattfand.

KNA/weltkirche.de

+++ Verletzte in ukrainischem Kloster nach Luftangriff +++

13.03.2022 10:00

Bei einem Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Swjatohirsk sind in einem Kloster, in dem sich aktuell rund 500 Geflüchtete aufhalten, mehrere Menschen verletzt worden. Wie das Himmelfahrtskloster in der Nacht zum Sonntag weiter auf seiner Website mitteilte, explodierte eine Fliegerbombe am Samstag gegen 22 Uhr Ortszeit in der Nähe des Klostereingangs, etwa 50 Meter neben der Brücke über den Fluss Siwerskyj Donez. Die Druckwelle habe viele Fenster und Türen der bedeutenden Abtei der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zerstört.

Einige der Verwundeten wurden den Angaben zufolge ins Krankenhaus von Swjatohirsk gebracht, andere im Kloster behandelt. Das Kloster beherbergt demnach 520 Geflüchtete, darunter 200 Kinder. Das Kloster sprach von einem „Luftangriff auf das Swjatohirska Lawra“. In der Stadt gebe es keine Militäreinheiten. „Der Schlag wurde einer friedlichen Stadt zugefügt“, hieß es.

Ukrainische Medien sprachen von einer russischen Attacke. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Swjatohirsk liegt in der Region Donezk und steht unter der Kontrolle Kiews.

Das imposante Kloster an einem bewaldeten Hügel am Stadtrand trägt den Ehrentitel „Lawra“, wie insgesamt nur drei Klöster in der Ukraine. Lediglich zwei weitere in Russland haben diesen Titel. Das Himmelfahrtskloster von Swjatohirsk wurde erstmals 1526 erwähnt. Es ist damit eines der ältesten des Moskauer Patriarchats überhaupt.

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+++ Friedensforscher dringt auf „Wende zur Gewaltfreiheit“ +++

13.03.2022 09:00

Eine Wende zur Gewaltfreiheit fordert der Friedensforscher Egon Spiegel. „Die Zeit ist reif, Krieg als ein untaugliches Mittel der Konfliktlösung global zu ächten, ja in einer Weise und für immer zu tabuisieren, wie es der Menschheit mit etwa der Sklaverei gelungen ist“, schreibt er auf dem Portal katholisch.de am Wochenende.

Krieg gehe nicht mehr, „Krieg ist von gestern“, schreibt der Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Theologie an der Universität Vechta. Mit Blick auf Soldaten und Zivilisten habe sich gezeigt, „dass die Auswirkungen von Gewalt kaum noch zu ertragen sind.“ So hätten sich nach dem Einsatz im Falklandkrieg mehr englische Soldaten das Leben genommen als darin gefallen seien; dasselbe gelte für US-amerikanische Vietnam-Veteranen.

Auch wirtschaftliche Gründe, „die Fragilität unserer Infrastruktur“ erlaube nicht mehr, Kriege zu führen, so der Forscher. „Die Nationen sind weltweit in einer Weise miteinander verflochten, dass sich in diesem Rahmen jeder regionale 'Brand' fast zwangsläufig zu einem Flächenbrand entwickeln muss.“ Ebenso würden etwa großflächige Ausfälle von Elektrizität durch Cyber-Angriffe „die Gesellschaft in ein heilloses Chaos stürzen“.

Weder in den Parteien noch in der medialen Öffentlichkeit seien derzeit jedoch die Erkenntnisse der Friedensforschung gefragt, kritisiert Spiegel. Dabei habe sie „unzählige historische Beispiele gewaltfreien Widerstandes untersucht und damit den politischen Entscheidungsträgern die Möglichkeit an die Hand gegeben, ihre Ergebnisse im Hinblick auf aktuelle beziehungsweise zukünftige Konflikte durchzuspielen“. Insofern sei es nicht an der Zeit, die Ukraine mit Waffenlieferungen zu unterstützen. „Was die Ukraine benötigt, ist ein Beraterstab in Fragen der gewaltfreien Aktion.“

Gemeint sei damit nicht der Verzicht auf Selbstverteidigung, betont der Experte, sondern der „höchst aktive, auf den Schultern aller Betroffenen ruhende Widerstand, allerdings ein gewaltfreier“. Das Ziel sei, dass der „Aggressor, keineswegs ein politischer Monolith“ in Fraktionen von Menschen zerbreche, die mitmachen, „aber auch solche, die ihr Tun zunehmend in Frage stellen, und solche, die es angesichts des gewaltlosen Widerstandes schließlich für unrechtmäßig halten und entsprechende Konsequenzen ziehen“.

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+++ Nordische Bischöfe an Putin: „Stoppt diesen ungerechten Krieg!“ +++

12.03.2022 14:00

Die katholischen Bischöfe der skandinavischen Länder haben den Krieg in der Ukraine scharf verurteilt. Zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Tromsö betonte die Nordische Bischofskonferenz am Samstag ihre „tiefe Verbundenheit mit dem ukrainischen Volk und ihre Empörung über den Angriffskrieg“, mit dem die Russische Föderation die Souveränität der Ukraine missachte und „unsägliches Leid über Millionen von unschuldigen Menschen bringt“.

Gerade der Angriff auf ein Kinder- und Entbindungskrankenhaus am Mittwoch in Mariupol, geografisch weit von jedem militärischen Ziel entfernt, sei „schreckliches Symbol für diesen Krieg“, heißt es in der von elf Bischöfen sowie Generalsekretärin Schwester Mirijam Kaschner gezeichneten Erklärung. „Das Blut von Müttern und Kindern schreit von der Erde zum Himmel.“ Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin rufen sie zu: „Stoppt diesen ungerechten Krieg!“ An das russische Volk appellieren sie: „Lasst nicht zu, dass diese Ungerechtigkeit in eurem Namen begangen wird!“

Weiter zeigen sich die Nordischen Bischöfe „betrübt über die jüngsten Äußerungen aus bestimmten Kreisen der russischen Kirche, die diesen Krieg als einen Kampf für christliche Werte darstellen, der in Wirklichkeit eine schamlose Aggression darstellt“. So zu sprechen, sei „reine Rhetorik, die moralische Werte als Geiseln einer politischen Agenda nimmt“.

Die Bischofskonferenz verweist auf gemeinsame Grenzen mit Russland einiger ihrer Mitgliedsländer. „Wir haben starke historische Verbindungen zur Ukraine. Dieser Krieg berührt uns zutiefst“, betonen sie. „Wir beten, dass die Obdachlosen ein Dach über dem Kopf finden, dass die Verängstigten Trost finden, dass die Kranken und Verwundeten Heilung finden, dass die Toten in Frieden ruhen, dass die Herzen der Mächtigen offen sind für die Eingebungen des Friedensfürsten, um den Weg des Friedens in Gerechtigkeit zu gehen“, erklärten die Vertreter der katholischen Kirche in Skandinavien.

Der Aufruf Jesu zur Umkehr in der Fastenzeit gelte zwar in erster Linie „uns selbst, unseren Kirchen und unseren Ländern“, so die Nordischen Bischöfe. „Er gilt aber auch unserem ganzen geliebten Europa, damit ein Bruderkrieg nicht immer schrecklichere Ausmaße annimmt.“

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+++ Bischöfe ringen um Waffenlieferungen an die Ukraine +++

12.03.2022 13:10

Die Worte des ukrainischen Mitglieds der Deutschen Bischofskonferenz sind scharf: Der russische Angriff auf die Ukraine sei ein „Akt des Staatsterrorismus“, die Propagandamaschine so rücksichtslos und gnadenlos, „im Vergleich zu der selbst Goebbels wie ein Anfänger wirkt“. Bischof Bohdan Dzyurakh ist Apostolischer Exarch für die Ukrainer in Deutschland und Skandinavien, zuständig für rund 80.000 katholische Ukrainer hierzulande. Er spricht vom Gebet als stärkster Waffe. Doch was ist mit Panzerfäusten, Abwehr-Raketen und Kampfflugzeugen? Die Frage der Waffenlieferungen ist eine der heikelsten, gerade für die Kirche und damit auch für die deutschen Bischöfe.

Neben Dzyurakh sitzt am Mittwoch Bertram Meier auf dem Podium bei der Pressekonferenz im Rahmen der Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Vierzehnheiligen. Seit September ist der Augsburger Bischof so etwas wie der Außenminister der Deutschen Bischofskonferenz. Das Vorgehen Russlands verurteilt er „ohne Wenn und Aber“, so wie es bereits der Bischofskonferenz-Vorsitzende, der Limburger Bischof Georg Bätzing am Montag zur Eröffnung des viertägigen Treffens mit deutlichen Worten getan hat. Doch dann wird es schon schwieriger.

Meier spricht von einer „Gratwanderung“, einem „politischen Jonglieren“. Die ukrainische Nation besitze ein Recht auf Selbstverteidigung, sagt der Bischof mit Verweis auf das Völkerrecht. Dies werde auch von der katholischen Friedenslehre bejaht. Ab diesem Punkt referiert Meier dann die Entscheidung der Nato-Staaten, dieses Recht mit Waffenlieferungen zu unterstützen, jedoch nicht selbst in den Krieg eingreifen zu wollen.

Der politische Streit darüber sei legitim, die Kirche keinem politischen Konzept verpflichtet. „Aber wir können Orientierung geben, indem wir feststellen, dass wir die Mischung aus Beistand für ein angegriffenes Land und einer Selbstbeschränkung um eines höheren Gutes Willen als prinzipiell vereinbar mit den Grundlagen der christlichen Friedenslehre erachten.“ Dies auszutarieren ist eine der vielen aktuellen Herausforderungen für die Bischöfe in Vierzehnheiligen. Am Donnerstag wollen sie sich dazu offiziell äußern, kündigte Konferenz-Sprecher Matthias Kopp an.

Unstrittig unter den 69 Mitgliedern dürfte sowohl die Verurteilung Russlands sein, ebenso die Entscheidung der Nato, nicht so einzugreifen, dass dies einen Weltkrieg auslösen würde. Dass die Ukraine unterstützt werden müsse, etwa mit Helmen und Schutzwesten, dürfte ebenfalls konsensfähig sein. Schwieriger wird es bei der Frage von tödlichen Waffen. Augsburg Bischof Meier spricht von einem „grundlegend kritischen Verhältnis der Kirche zur Gewalt“, das inspiriert sei vom Beispiel und der Lehre Jesu. „Wir wissen: Gewalt und Gegengewalt erzeugen eine unheilvolle Dynamik.“ Und: Der Horizont des Friedens dürfe nicht entschwinden.

Wie dies möglicherweise aussehen kann, skizzierte am Mittwoch der Theologe und Friedensforscher Heinz-Günther Stobbe. Er ist von den Bischöfen als Experte nach Vierzehnheiligen gebeten worden. Stobbe begrüßte die Ankündigung der Bundesregierung, Waffen an die Ukraine zu liefern und zusätzliche 100 Milliarden Euro in die Ausrüstung der Bundeswehr zu investieren.

Er fügte jedoch hinzu, dass Friedenspolitik mehr umfasse als Sicherheits- und Rüstungspolitik. „Entwicklungspolitik und Klimapolitik sind Teil der deutschen Friedenspolitik und sie müssen es ungeschmälert bleiben. Was auf keinen Fall geschehen darf, ist eine Lastenverteilung, die am Ende vor allem die Armen und Schwachen in Deutschland und in der Welt zur Kasse bittet.“

Von Christian Wölfel (KNA)

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+++ Hilfswerke geben mehr als 7 Millionen Euro für Ukraine-Nothilfe +++

10.03.2022 16:00

Katholische Hilfswerke in Deutschland haben bereits mehr als sieben Millionen Euro in die Ukraine-Nothilfe investiert. Darüber informierte das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis am Donnerstag in Freising. Eine weitere Million Euro wurde demnach in Nachbarländer für die Aufnahme von Flüchtlingen transferiert. Renovabis habe für Absprachen der Werke untereinander eine Koordinationsplattform initiiert.

Es gehe darum, den Menschen „jetzt schnell und in existenzieller Not zu helfen“, sagte Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz. Koordiniert würden seit einigen Tagen alle Spenden und Projektauszahlungen, die über die deutschen Bistümer sowie großen katholischen Verbände und Hilfswerke liefen.

Caritas international habe gut sechs Millionen Euro unter anderem für Decken, Zelte, Kleidung, Lebensmittel und die psychologische Betreuung der Geflüchteten ausgegeben. Renovabis habe mehr als 500.000 Euro für zunächst 15 Projekte seiner Partner vor Ort investiert. Weitere 800.000 Euro seien über Caritas International an Hilfsstellen in Polen, der Republik Moldau, in Rumänien und der Slowakei gegangen. Diese Länder seien zum Teil schon jetzt an die Grenzen dessen gelangt, was von ihnen erwartet werden könne. Nun sei die Solidarität aller EU-Länder gefordert, um die Lasten auf viele Schultern zu verteilen.

Der langjährige Renovabis-Projektpartner und ehemalige Präsident der ukrainischen Caritas, Andrij Waskowycz, rechnet damit, dass mehr als sieben Millionen seiner Landsleute ins europäische Ausland fliehen könnten.

Unterdessen teilte Kolping International in Köln mit, das Hilfswerk habe bereits 400.00 Euro für die Ukraine-Nothilfe bereitgestellt. Seit Kriegsbeginn seien europaweit Mitgliedsverbände des Internationalen Kolpingwerks im Einsatz, um den Menschen in der Ukraine und in den Nachbarländern, in denen sie Zuflucht suchen, mit humanitärer Hilfe zur Seite zu stehen.

In der Ukraine habe der dortige Kolpingverband mit rund 600 Mitgliedern seine sozialen Einrichtungen umgehend in Flüchtlingsunterkünfte umgewandelt. Die Zentren befänden sich im bislang von Kriegshandlungen verschonten Westen. Die Kolpingverbände in den Nachbarländern Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn hielten ebenfalls Notunterkünfte für Geflüchtete bereit. Mit Unterstützung von Freiwilligen kümmerten sie sich um die oft traumatisierten Menschen, holten sie von den Grenzen ab, stellten Schlafplätze und Verpflegung sicher. 

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+++ Philippinen und Osttimor kündigen Hilfen für Ukraine an +++

10.03.2022 15:33

Die beiden mehrheitlich katholischen Länder Asiens, die Philippinen und Osttimor, haben Hilfen für die Menschen in der Ukraine angekündigt. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte erklärte, sein Land wolle Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen. „Wir werden unserer internationalen Verpflichtung nachkommen. Wir werden diejenigen verteidigen, die sich nicht selbst verteidigen können, insbesondere wenn sie Opfer von Gewalt sind“, zitiert der asiatische Pressedienst Ucanews (Donnerstag) den Präsidenten. Angaben dazu, wie viele Flüchtlinge aufgenommen werden sollen, machte Duterte nicht.

Der katholische Bischof von Balanga, Ruperto Santos, begrüßte die Ankündigung. Hilfe für Kriegsopfer sei „eine moralische Verpflichtung aller Katholiken“, betonte Santos, auch Mitglied der Internationalen Katholischen Migrationskommission (ICMC).

Die Regierung Osttimors will unterdessen mit 1,5 Millionen US-Dollar die Lebensmittelhilfen des Welternährungsprogramms (WFP) für die Ukraine unterstützen. Damit zeige das Volk von Osttimor seine Solidarität, zitierte Ucanews aus dem Beschluss der Regierung in Dili.

Ministerpräsident Taur Matan Ruak hatte den russischen Angriff auf die Ukraine jüngst als „inakzeptabel“ bezeichnet. Osttimor habe nach der Invasion Indonesiens 1975 bis zum Unabhängigkeitsreferendum 1999 unter der indonesischen Herrschaft gelitten. „Infolgedessen ist dieses Land absolut gegen jede Art von Invasion“, sagte Ruak. Osttimor hatte im Februar die Resolution der UN-Generalversammlung unterstützt, in der die ukrainische Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität bekräftigt wurden.

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+++ Erzbischof: Flüchtlingszahlen in Lwiw steigen weiter an +++

08.03.2022 12:21

In der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) kommen nach Angaben des römisch-katholischen Erzbischofs Mieczyslaw Mokrzycki täglich mehr Geflüchtete aus dem Osten und dem Zentrum des Landes an. Der Zustrom von Menschen nehme nicht ab, wie er zunächst angenommen habe, sondern noch weiter zu, sagte Mokrzycki der polnischen Nachrichtenagentur KAI. Allein die römisch-katholischen Pfarreien der Stadt hätten 600 Flüchtlinge aufgenommen, hauptsächlich Frauen und Kinder.

Sie wurden laut dem Bischof in Pfarrsälen, Schulen und sogar in Büros untergebracht, die von Katholiken zur Verfügung gestellt worden seien. Jeden Tag reisten von diesen Geflüchteten etwa 150 weiter nach Polen. An ihrer Stelle quartiere man dann neue Geflüchtete ein.

Mokrzycki betonte, „dass all unsere Priester in ihren Pfarreien geblieben sind und keiner von ihnen wegen der drohenden Gefahr gegangen ist“. Sie feierten die Sakramente. Viele Menschen gingen zur Beichte, empfingen Eucharistie und Krankensalbung. Die Priester machten den Gläubigen Mut und Hoffnung, was besonders wichtig sei.

An diesem Dienstag wurde dem Bischof zufolge der Papstgesandte Kardinal Konrad Krajewski in Lwiw erwartet. Er komme aus dem polnischen Przemysl in die Ukraine. „Auf diese Weise will der Papst seine Nähe zum ukrainischen Volk zum Ausdruck bringen“, so Mokrzycki. Krajewski, Sozialbeauftragter des Papstes, werde „so lange bleiben, wie es erforderlich und möglich ist“.

Er würdigte das ukrainische Volk und die Armee, die das Land verteidigten: „Die Tapferkeit und die Wirksamkeit dieser Verteidigung sind eine große Überraschung für die Welt.“ Dennoch gebe es keine Hoffnung, dass der russische Angriff schnell gestoppt werden könne. Die Ukrainer wollten eine freie Nation bleiben, die selbst über ihr eigenes Schicksal entscheide. „Dazu haben sie jedes Recht, und ganz Europa, einschließlich Russlands, sollte das verstehen“, so Mokrzycki.

Nach Ansicht des Lemberger Erzbischofs wäre es „sicher nützlich“, wenn die Nato ein Flugverbot über der Ukraine verhängte, wie es Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj fordere. Die Schließung des Luftraums würde „wirksam zur Beendigung der Kampfhandlungen“ beitragen, so Mokrzycki. Es handele sich dabei allerdings um eine politische Entscheidung. „Und es ist nicht meine Aufgabe, mich in die Politik einzumischen“, fügte er hinzu.

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+++ Ecuadors Blumenindustrie bleibt auf russischen Schulden sitzen +++

08.03.2022  18:09 

Die Blumenproduzenten in Ecuador müssen offenbar mit erheblichen Einnahmeeinbußen wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine rechnen. Laut einem Bericht des Portals „El Universo“ (Montag Ortszeit) ist der Umfang nicht bezahlter Lieferungen der russischen und ukrainischen Geschäftspartner bereits auf rund 33 Millionen US-Dollar gewachsen. Die Entwicklung bedeute für die Branche ein hohes Risiko, sagte der Präsident der Vereinigung der Blumenproduzenten Ecuadors, Alejandro Martinez; die Blumen produzierenden Fincas könnten diese Ausfälle nicht verkraften.

Russland gehört zu den wichtigsten Importländern ecuadorianischer Blumen. 2021 gingen dem Bericht zufolge 15 Prozent der Blumenausfuhren des südamerikanischen Landes nach Russland. Ecuador wiederum ist einer der größten Blumenproduzenten weltweit.

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+++ Bischof von Chisinau: Immer mehr Flüchtlinge und Kriegsangst +++

08.03.2022 13:15

In der Republik Moldau gibt es Furcht, dass „nach der Ukraine der Krieg zu uns kommen wird“. Das sagte der Bischof von Chisinau, Anton Cosa, im Interview des italienischen kirchlichen Pressedienstes SIR. In Chisinau beobachte man aufmerksam die Lage in Odessa, der ukrainischen Millionenstadt nahe der moldauischen Grenze, die jeden Moment angegriffen werden könnte. „Wir bereiten uns darauf vor, Massen von Menschen aufzunehmen, die von dort zu uns kommen“, so der Bischof.

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Moldawien steige von Tag zu Tag, berichtete Cosa. Angst und Tränen, aber auch das Staunen, ohne Bezahlung aufgenommen zu werden: So könne man die Gefühlslage derer beschreiben, die vor der russischen Invasion ins nahe gelegene Moldawien fliehen.

Seit den ersten Tagen des Konflikts habe die katholische Kirche in Moldau Strukturen und Zentren sowie einige Pfarreien und Sozialwohnungen eingerichtet. Viele Familien hätten zudem ein Solidaritätsnetz für Unterbringungen geschaffen. Auch habe man ein Informationsnetz sowie Begleitdienste für Geflüchtete an den Grenzen eingerichtet.

Es sei nicht leicht, mit diesen großen Zahlen an Geflohenen umzugehen, so der Bischof; die Solidarität sei trotzdem groß. In Chisinau selbst sehe man nicht den Krieg, wohl aber seine Folgen. Die Moldauer seien „in zwei Richtungen aufgestellt“: „Es gibt Menschen, die sich nach der Vergangenheit sehnen. Und es gibt die jungen Leute, die eine klare Richtung haben: Europa.“

„Wenn Russland Transnistrien erreicht, wird es auch in Moldawien ankommen“, zeigte sich Bischof Cosa überzeugt. Die Moldauer unterschieden sich aber von den Ukrainern, so Costa: „Sie werden keinen Krieg führen, sie werden keinen Widerstand leisten. Und die Situation wird mit diplomatischen Mitteln geklärt werden.“

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau mit ihren 2,6 Millionen Einwohnern ist zu über 90 Prozent orthodox, allerdings verteilt auf moldauische, russische, ukrainische und bessarabische Orthodoxie. Amtssprache ist Rumänisch. Obwohl Mitglied der GUS, besteht ein sogenannter eingefrorener Territorialkonflikt mit Russland in Transnistrien, einem schmalen östlichen Streifen Moldaus an der Grenze zur Ukraine, der zu rund 30 Prozent von ethnischen Russen bewohnt ist. Seit 2014/16 gibt es ein Assoziierungsabkommen Moldaus mit der EU. Im Zuge des russischen Einmarsches in die Ukraine beantragte auch die Republik Moldau wie diese und Georgien einen EU-Beitritt.

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Im Februar 2022 ist der Konflikt um die Ukraine wieder militärisch aufgeflammt. Rund acht Jahre zuvor hatte sich Russland die Halbinsel Krim einverleibt und die Ausrufung  prorussischer Separatistenrepubliken im Osten der Ukraine unterstützt.


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Im Februar 2022 ist der Konflikt um die Ukraine wieder militärisch aufgeflammt. Rund acht Jahre zuvor hatte sich Russland die Halbinsel Krim einverleibt und die Ausrufung  prorussischer Separatistenrepubliken im Osten der Ukraine unterstützt.

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