Indische Kleinbauern erreichen Rücknahme der Agrarreform

  • Neu Delhi - 24.11.2021

Indien will drei umstrittene Gesetze zur Agrarreform zurücknehmen, gegen die Landwirte seit gut einem Jahr mit Straßenblockaden in Neu Delhi protestierten. Ziel der Gesetze sei es gewesen, „die Bauern des Landes und besonders die Kleinbauern, die fast 80 Prozent ausmachen, zu stärken“, zitierten indische Medien Premierminister Narendra Modi (Freitag). Weiter entschuldigte sich der Regierungschef und bekannte ein „Versagen“ dabei, den Nutzen der Gesetze gegenüber den Bauern erklärt zu haben.

Die im September 2020 in Kraft getretene Liberalisierung des Agrarsektors hatte den Landwirten erlaubt, ihre Produkte überall direkt anzubieten. Abgeschafft wurden dafür aber die staatlich regulierten Großmärkte, auf denen Mindestverkaufspreise garantiert wurden. Vor allem die Kleinbauern befürchteten, große Agrarkonzerne würden das neue System für Preisdrückerei nutzen. Schon Mitte Januar hatte das oberste Gericht Indiens nach Protesten die Reform außer Kraft gesetzt und die Einsetzung eines Expertenkomitees für die Verhandlungen zwischen Regierung und Landwirten angeordnet.

Indiens katholische Bischofskonferenz unterstützte den Bauernprotest von Beginn an. Der Vorsitzende der Kommission für Arbeit, Bischof Alex Vadakumthala, erklärte vor einem Jahr, die Gesetze seien nicht für das Wohl der Landwirte gedacht. „Wenn sie in der gegenwärtigen Form umgesetzt werden, werden sie für die kleinen und mittleren Landwirte katastrophal sein.“

Asien - 15.01.2021

In Indien befürchten Kleinbauern von der anstehenden Agrarreform das Schlimmste. Demnächst könnten internationale Multis über große Teile der Landwirtschaft bestimmen. Die katholische Kirche schließt sich dem Protest an.


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