Bätzing: „Globale Gerechtigkeit durch wirksamen Klimaschutz“

  • Schöpfung - 30.10.2021

Die katholische Kirche setzt große Hoffnungen in die Weltklimakonferenz, die vom 31. Oktober bis 12. November 2021 in Glasgow stattfindet. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, verspricht sich angesichts der dramatischen Bedrohungen des Planeten klare Signale, dass die internationale Staatengemeinschaft willens und dazu in der Lage ist, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. „Die Staaten weltweit, insbesondere aber die Staaten der G20 und der G7, müssen dringend ihre Klimaschutzambitionen steigern. Zudem braucht es eine Einigung auf koordinierte, kurze Zeitrahmen zur Überprüfung der Zielerreichung. Wichtig ist auch, dass die Finanzierungslücke für ärmere Länder beim Klimaschutz und der Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel geschlossen wird“, erklärte Bischof Bätzing heute (29. Oktober 2021).

Die Übernahme von Schöpfungsverantwortung sei ein Kernbestandteil des christlichen Glaubens. „Wir Menschen haben den Auftrag, den Planeten Erde als gemeinsames Haus für alle Geschöpfe zu bewahren. Nach unserem Menschenbild sind alle als Kinder Gottes mit gleicher Würde ausgestattet und haben einen Anspruch auf menschenwürdige Lebensbedingungen“, so Bischof Bätzing. Ein für den Klimaschutz entscheidendes Jahrzehnt liege vor der Menschheit. Dabei komme den großen und reichen Emittenten zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens die größte Verantwortung zu: „Wir müssen ehrlich sein: Unter dem hohen CO2-Ausstoß der wohlhabenden Industriestaaten leiden die Ärmsten in der Welt am meisten, die am wenigsten dazu beigetragen haben. In unserem Land müssen die Klimaziele glaubhaft, zielorientiert und konsequent umgesetzt und, wenn nötig, nachgeschärft werden. Partikularinteressen dürfen dabei nicht über dem Gemeinwohl stehen. Es braucht einen klaren, langfristig verlässlichen Rahmen und eine angemessene Bepreisung von CO2, damit wahrere Preise, die auch ökologische Kosten berücksichtigen, auf den Rechnungen stehen“, erklärte Bischof Bätzing. Zudem sei es unerlässlich, dass Klimaschutzmaßnahmen mit sozialer Unwucht von einem sozialen Ausgleich begleitet würden. Er fügte hinzu: „Die derzeitige Energiekrise erfüllt mich mit Sorge, denn die sprunghaft steigenden Energiepreise treffen insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen und kleine Unternehmen hart. Der gesellschaftliche Friede und die Gerechtigkeit erfordern eine flankierende Sozialpolitik. Wir müssen uns daran messen lassen, ob es uns gelingt, bei der Zukunftsaufgabe Klimaschutz niemanden zurückzulassen.“

Ausdrücklich betonte Bischof Bätzing, dass die katholische Kirche ihren Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise leisten wolle. Dazu gehöre insbesondere die Arbeit der Hilfswerke, aber auch eine nachhaltige Energieversorgung von kirchlichen Gebäuden in Deutschland. „Viele Christinnen und Christen setzen sich mit großer Kraft für mehr Klimaschutz ein und dafür bin ich sehr dankbar. Als Kirche nehmen wir Schöpfungsverantwortung aus unserer glaubenden Haltung heraus wahr, die die Verantwortung für die Schöpfung, die wir als Geschenk sehen, ernst nehmen lässt“, so Bischof Bätzing.

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