Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 24.06.20201

  • Pandemie - 24.06.2021

Der Vatikan verschickt weitere Beatmungsgeräte, Caritas international kritisiert Brasiliens Corona-Politik und die Nummer Zwei der russisch-orthodoxen Kirche fordert einen „Krieg" gegen Corona. Der Überblick.

Caritas international kritisiert Brasiliens Corona-Politik

Caritas international macht die brasilianische Regierung mitverantwortlich für Hunderttausende Corona-Tote in dem lateinamerikanischen Land. Mindestens 60 Prozent der Todesfälle hätten durch eine angemessene Politik verhindert worden können, erklärte Caritas international am Donnerstag in Freiburg und zitierte damit die Einschätzung der Caritas in Brasilien.

„Diese Politik der Regierung ist ein gewaltsamer Angriff auf das Recht auf Leben. Es kann keine Amnestie für Verbrechen wie diese geben, denn es gibt 500.000 Familien, die ihre Angehörigen verloren haben“, so der brasilianische Bischof Mario Antonio da Silva. „Diese Todesfälle schreien nach Gerechtigkeit.“ Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind in Brasilien bislang mehr als 493.000 Menschen wegen Covid-19 gestorben.

Caritas international warf der Regierung vor, die Pandemie verharmlost zu haben. Auch seien die Bevölkerung unzureichend aufgeklärt und der Kauf von Impfstoffen verschleppt worden. Stattdessen habe die Regierung entgegen wissenschaftlicher Empfehlungen hohe Geldsummen in Medikamente und Behandlungen investiert, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen sei.

Caritas international kündigte an, die eigene humanitäre und medizinische Hilfe in Brasilien fortzusetzen. Es gehe vor allem um Hilfen für die besonders stark von Covid betroffenen indigenen Gemeinschaften am Amazonas.

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Vierter katholischer Bischof in Indien an Corona gestorben

In Indien ist der vierte katholische Bischof an den Folgen des Coronavirus gestorben. Bischof Paul Alois Lakra (65) von Gumla im Bundesstaat Jharkhand sei der Erkrankung erlegen, berichtete das katholische Nachrichtenportal „Matters India“ (Dienstag).

Am 5. Mai war der emeritierte Erzbischof Antony Anandarayar von Pondicherry-Cuddalore an Corona gestorben. Einen Tag später starb Bischof Basil Bhuriya von Jhabua im zentralindischen Staat Madhya Pradesh. Am 17. Februar erlag der emeritierte Bischof Joseph Pastor Neelankavil des syro-malabarischen Bistums Sagar den Folgen der Infektion. Nach Angaben von „Matters India“ sind seit Beginn der Pandemie in Indien zudem 283 katholische Priester und 252 Ordensfrauen an Covid-19 gestorben.

Indien hat nach den USA weltweit die zweithöchste Zahl von Corona-Fällen. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Land 29,2 Millionen Covid-19-Infektionen gemeldet. Mindestens 360.000 Inder sind daran gestorben, 27,7 Millionen gelten als genesen.

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Baustopp an Sagrada Familia wegen Corona

Barcelonas weltberühmte Kirche Sagrada Familia wird wegen der Corona-Pandemie definitiv nicht wie geplant zum 100. Todestag ihres Architekten Antoni Gaudi 2026 fertig. Das teilte am Mittwoch die Sagrada-Familia-Stiftung in Barcelona mit. Wegen Corona und der Ausgangssperren mussten die Arbeiten bereits 2020 über Monate unterbrochen werden. Da durch die Pandemie aber auch die Eintrittsgelder der Besucher ausblieben, mit denen der monumentale Kirchenbau finanziert wird, werden die Arbeiten nun komplett ausgesetzt, mit Ausnahme des 128 Meter hohen Maria-Turms. Mit einem Weiterbau sei erst für 2024 wieder zu rechnen, so die Stiftung.

1882 legte Gaudi (1852-1926) den Grundstein für seinen „Sühnetempel der Heiligen Familie“. Die 2010 von Papst Benedikt XVI. mit dem Basilica minor geadelte Kirche ist das Wahrzeichen der Stadt und eines der bekanntesten Gotteshäuser Spaniens. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie besuchten 2019 täglich 12.000 Personen die Sagrada Familia, die seit 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

Der im Bau befindliche Jesus-Turm soll eine Höhe von 172,50 Metern haben. Damit wird die Sagrada Familia die höchste Kirche der Welt sein. Das könnte nach den neuen Berechnungen der Stiftung nun voraussichtlich erst zwischen 2030 und 2040 der Fall sein.

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Seit dem ersten Auftreten im November 2019 hat sich das Virus Sars-Cov-2 weltweit ausgebreitet. Das bringt gravierende Folgen mit sich, die je nach Land und Weltregion sehr unterschiedlich ausfallen.


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Vatikan verschickt Beatmungsgeräte und Covid-19-Hilfen

Der Vatikan hat weitere Covid-19-Hilfslieferungen an besonders von der Pandemie betroffene Länder geschickt. Wie das Portal „Vatican News“ am Freitag berichtete, ließ der Sozialbeauftragte des Papstes, Kardinal Konrad Krajewski, Beatmungsgeräte und medizinisches Material an neun Länder liefern. Darunter je sechs Beatmungsgeräte für Brasilien und Indien, fünf für Argentinien und Kolumbien und weitere nach Chile, Südafrika, Bolivien, Syrien und Papua-Neuginea.

Während sich die Pandemie in vielen europäischen Ländern zu beruhigen scheint, sind die weltweiten Infektionszahlen weiterhin hoch, zudem breitet sich die neue Virusvariante Delta in zahlreichen Ländern aus, darunter in Großbritannien, Russland und Portugal.

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Nummer zwei der Russisch-Orthodoxen fordert „Krieg“ gegen Corona

Die Nummer Zwei der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion (Alfejew), hat seine Landsleute mit drastischen Worten dazu aufgerufen, sich gegen Covid impfen zu lassen. In seiner wöchentlichen TV Sendung „Kirche und Welt“ sprach der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats von einer „Generalmobilmachung“ gegen Corona. Vor einigen Tagen hatten die Behörden angekündigt, in Moskau müssten mindestens 60 Prozent der Angestellten in Dienstleistungsbetrieben geimpft werden.

Die klare Positionierung des zweiten Mannes der russisch-orthodoxen Kirche nach Patriarch Kyrill kam für manche Beobachter überraschend; bislang hatte sich die Kirche immer für Freiwilligkeit mit Blick auf die Impfung ausgesprochen.

Neben dem Prinzip der Freiwilligkeit müsse auch das Prinzip der Verantwortung gegenüber anderen beachtet werden, führte der Metropolit aus. Eine Person, die sich nicht impfen lasse, füge nicht nur sich selbst, sondern auch anderen potenziell Schaden zu.

Hilarion sprach von einem „Krieg“ und bediente sich eines drastischen Vergleichs. Im Zweiten Weltkrieg, der in Russland als „Großer Vaterländischer Krieg“ bezeichnet wird, habe es auch viele freiwillige Soldaten gegeben. „Aber wenn nur die Freiwilligen an die Front gegangen wären, hätten wir diesen Krieg nicht gewonnen, wir hätten ihn verloren. Um dieses Virus zu besiegen, müssen wir eine allgemeine Mobilmachung erklären“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Metropoliten.

„Leider hat noch niemand einen Impfstoff gegen Dummheit entwickelt“, so Hilarion weiter. „Noch niemand hat ein Heilmittel gegen Egoismus geschaffen, und es gibt viele Menschen unter uns, die extrem verantwortungslos mit dem umgehen, was passiert.“

In Russland sind nach Angaben des Moskauer Patriarchats bislang 167 orthodoxe Geistliche an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 4.950 Priester und Ordensleute erkrankt.

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Duterte droht impfunwilligen Philippinern mit Haft

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte droht Verweigerern von Corona-Impfungen mit Haftstrafen. „Sie haben die Wahl: Lassen Sie sich impfen oder lassen Sie sich von mir ins Gefängnis werfen“, wird Duterte von philippinischen Medien (Dienstag) zitiert. Als Alternative zum Gefängnis habe Duterte Impfunwilligen geraten, das Land zu verlassen und nach „Indien (...) oder Amerika“ zu gehen.

Ende Mai hatte Duterte durch einen Erlass die Festnahme ohne Haftbefehl für Personen angeordnet, die nicht die Corona-Schutzmaßnahmen befolgen. Bereits vor dem Erlass waren laut Medienberichten Zehntausende Philippiner wegen Corona-Verstößen von der Polizei verwarnt oder festgenommen worden.

Die katholischen Bischöfe des Landes haben die Christen wiederholt aufgefordert, sich impfen zu lassen. Der Vorsitzende der Gesundheitskommission, Bischof Rex Ramirez, bezeichnete die Impfung im März als „moralische Pflicht“ der Gläubigen.

Seit auf den Philippinen 2017 bei einer Kampagne zur Impfung gegen das Denguefieber mehr als 1.000 Schulkinder erkrankten und die Aktion abgebrochen werden musste, sitzt in Teilen der Bevölkerung die Skepsis gegenüber Impfungen tief.

Mit mehr als 1,3 Millionen Corona-Infektionen und über 23.000 Toten sind die Philippinen eines der am schwersten betroffenen Länder Asiens. Die Impfkampagne mit dem Ziel, in diesem Jahr 70 Millionen der 110 Millionen Einwohner zu immunisieren, geht laut Medienberichten nur schleppend voran. Mit Stand 20. Juni seien erst 2,1 Millionen Philippiner vollständig geimpft gewesen.

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Kirche mahnt EU-Gipfel zu sozialem Wiederaufbau nach Corona

Im Vorfeld des EU-Gipfels in Brüssel hat die katholische Kirche aufgerufen, die Finanzhilfen für einen gerechten sozialen, ökologischen und auf Mitwirkung basierenden Wiederaufbau nach der Pandemie zügig auf den Weg zu bringen. Die Staats- und Regierungschefs müssten dafür sorgen, dass die Mittel die Schwächsten erreichten, um eine „Erholung in zwei Geschwindigkeiten“ zu verhindern, erklärte der Generalsekretär der EU-Bischofskommission COMECE, Manuel Barrios Prieto, am Dienstag in Brüssel. Zur Verbesserung der weltweiten Impfkampagne forderte er auch handelspolitische Maßnahmen.

Die Führungsspitzen der Europäischen Union kommen am Donnerstag und Freitag in Brüssel zusammen. Tagesordnungspunkte sind die Impfsituation und die nationalen Wiederaufbaupläne mit einem Gesamtumfang von 672,5 Milliarden Euro. Weitere Beratungen drehen sich um Migration und das Verhältnis der EU zur Türkei und zu Russland. Für Deutschland nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an dem Treffen teil.

Die Bischofskommission drängt auf eine rasche Prüfung und Billigung der Finanzpläne durch die EU-Kommission und den Europäischen Rat, damit die ersten Auszahlungen zwischen Juli und September erfolgen könnten. Im Mittelpunkt müssten Kinder, Jugendliche und Studierende sowie Alleinerziehende und arme Familien stehen. Diese hätten zusammen mit wirtschaftlich und sozial Benachteiligten am meisten unter der Krise gelitten.

Mit Blick auf die Impfkampagne verlangte die COMECE ein umfassendes globales Vorgehen. Dieses müsse auf einer Öffnung der Lieferketten, einer Steigerung der Produktion und einem Gespräch über Patentrechte fußen. Die EU müsse bekräftigen, dass sie ihre Handlungsprinzipien über den Profit stelle.

Beim Thema Migration mahnte die Bischofskommission zur Achtung der Menschenwürde. EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten sollten eine Politik umsetzen, die „Migranten und Flüchtlinge willkommen heißt, schützt, fördert und integriert“. Im Verhältnis der EU zu Russland und der Türkei rief die COMECE nach „neuen Wegen des Dialogs“ und einer Unterstützung der Partnerländer, die die Menschen in den Mittelpunkt stelle.

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Bamberg - 20.09.2021

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gibt den Vorsitz der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ab. „Aus Altersgründen“ stelle er bei der Vollversammlung der Bischöfe in der kommenden Woche in Fulda sein Amt nach 15 Jahren zur Verfügung, berichtet der „Fränkische Tag“ (Samstag).

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Jesuit Frido Pflüger in Uganda an Covid-19 verstorben

Der Jesuit Frido Pflüger ist tot. Der Pater starb nach Angaben seines Ordens in der Nacht auf Sonntag in Kampala in Uganda an Covid-19. Er wurde 74 Jahre alt. Die Jesuiten trauern um einen „Pädagogen, Schulleiter, Freund und Begleiter von Geflüchteten in Afrika und Deutschland“.

Bekannt wurde Pflüger hierzulande vor allem während seiner Tätigkeit als Leiter der deutschen Sektion des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) von 2012 bis 2018 in Berlin. In diesem Amt mischte er sich auch in politische Debatten um Kirchenasyl, Abschiebehaft und Familiennachzug ein.

Pflüger stammte aus dem Landkreis Waldshut und trat nach seinem Abitur 1966 in den Jesuitenorden ein. Nach dem Studium der Philosophie und der Theologie in Pullach, Innsbruck und Tübingen wurde er zunächst Lehrer am Jesuitenkolleg Sankt Blasien im Schwarzwald. Nach seiner Priesterweihe 1976 studierte er Mathematik und Physik, beide Fächer unterrichtete er später.

Mit dem JRS kam er erstmals 1986 auf den Philippinen in Berührung, wo er in einem Flüchtlingslager vietnamesische Boat People betreute. 1994 wurde er Schulleiter des von ihm mit wiederaufgebauten Benno-Gymnasiums in Dresden. Von 2003 bis 2006 ging er für den JRS nach Adjumani, Norduganda, wo damals 100.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan gestrandet waren. Von 2008 bis 2012 war er JRS-Regionaldirektor für Ostafrika, wohin er 2018 zurückkehrte.

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