Wegen Dammbruch: Bergbauunternehmen muss 5,8 Milliarden Euro bezahlen

  • Umwelt - 10.02.2021

Vale und der südbrasilianische Gliedstaat Minas Gerais haben sich nach viermonatigen Verhandlungen auf eine Entschädigung wegen eines Dammbruches geeinigt. Die Höhe beläuft sich auf umgerechnet rund 5,8 Milliarden Euro, wie Medien am Donnerstag berichteten. Am 25. Januar 2019 war nahe der Stadt Brumadinho das Abraumbecken einer Eisenerzmine gebrochen, worauf sich 13 Millionen Kubikmeter Schlamm durch die umliegenden Täler ergossen. Das Unglück forderte 272 Opfer.

Ursprünglich hatte die Landesregierung von Minas Gerais von Vale sogar umgerechnet 8,5 Milliarden Euro gefordert, um die sozio-ökonomischen sowie die ökologischen Schäden zu beheben. Vale hat zudem bereits Entschädigungen für die Opferfamilien gezahlt und unterstützt die Anwohner mit Hilfsgeldern. Vertreter der Opferfamilien kritisierten jedoch die nun getroffene Einigung. Sie waren während der viermonatigen Verhandlungen nicht angehört worden. Am Donnerstag demonstrierte eine Gruppe von ihnen vor dem Justizgebäude, in dem die Verhandlungen stattfanden.

Die Entschädigungen sollen für ein Sozialprogramm für betroffene Anwohner der Region eingesetzt werden. Zudem sollen die vom Schlamm verschmutzten Flüsse gereinigt werden, um die Trinkwasserversorgung der Region zu garantieren. Weiter sollen neue Umgehungsstraßen und Krankenhäuser gebaut werden. Die Regierung von Minas Gerais schätzt, dass die Arbeiten in der Region langfristig bis zu 360.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird. Vale gehört zu den weltweit größten Förderern von Eisenerz, Brasiliens drittwichtigstem Exportgut.

© Text: KNA