Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 14.01.2021

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  • Pandemie - 14.01.2021

Iran boykottiert US-Impfstoff, Papst Franziskus und Benedikt XVI haben sich impfen lassen und Glasgows Erzbischof ist an einer Corona-Infektion verstorben. Die Kurzmeldungen.

Iran boykottiert Corona-Impfstoff aus USA und Großbritannien

Auf Anweisung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei soll Corona-Impfstoff aus den USA und dem Vereinigten Königreich im Land nicht eingesetzt werden. Der iranische Rote Halbmond habe den Import von 150.000 Impfdosen der Firma Pfizer gekippt, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation am Freitag der iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Man werde nun Impfstoff aus östlichen Staaten beziehen. Chamenei hatte in einer Fernsehansprache am Freitag erklärt, wenn die Amerikaner tatsächlich in der Lage seien, einen Impfstoff zu produzieren, würden sie derzeit nicht ein solches Chaos im eigenen Land erleben.

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Erster Coronafall im pazifischen Mikronesien

Das Coronavirus hat jetzt auch die bislang covid-19-freien Föderierten Staaten von Mikronesien erreicht. Das sei „alarmierend“, sagte Präsident David Panuelo in einem Video auf seiner Website (Montag). Gleichzeitig rief er die rund 100.000 Einwohner Mikronesiens auf, Ruhe zu bewahren.

Bei dem Infizierten handele es sich um einen Matrosen, der zusammen mit dem Rest der Besatzung auf ihrem Schiff in Quarantäne sei und von den Behörden ständig kontrolliert werde. „Wir halten an unserer sogenannten Covid-Lage vier fest. Das heißt, Schulen, Kirchen und Geschäfte aller Art sind noch immer geöffnet“, so der Präsident. Obwohl Mikronesien bis jetzt weltweit eine der wenigen coronafreien Regionen war, gelten in dem Südseestaat seit Frühjahr 2020 Abstandsregeln sowie eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.

Die pazifische Inselrepublik Mikronesien ist aufgrund der deutschen und spanischen Kolonialgeschichte mehrheitlich christlich. Die spanische Herrschaft führte dazu, dass heute noch 53 Prozent der Bevölkerung katholisch sind. Während der deutschen Kolonialzeit bis 1914 kamen auch protestantische Missionare aus dem Kaiserreich auf die Inseln. Heute sind 40 Prozent der Mikronesier Kongregationalisten, während Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten zusammen 1,6 Prozent ausmachen.

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Vatikan bestätigt Impfung von Franziskus und Benedikt XVI

Vatikan hat die Corona-Impfungen von Papst Franziskus und seinem 93-jährigen Vorgänger Benedikt XVI. bestätigt. Den beiden sei im Rahmen der im Vatikanstaat begonnenen Impfkampagne die erste Dosis verabreicht worden, teilte Presseamtsleiter Matteo Bruni (Donnerstag) mit. Zuvor hatten zwei Medien berichtet, dass das 84-jährige Kirchenoberhaupt am Mittwoch die Immunisierung empfangen habe.

Aus Gründen der Privatsphäre gebe es keine Fotos von Franziskus' Impfung, hieß es in den Medienberichten. In einem TV-Interview am Sonntagabend hatte der Papst für die Immunisierung gegen Covid-19 geworben. Wer sich nicht impfen lasse, setze nicht nur das eigene, sondern auch das Leben anderer aufs Spiel.

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Libanon ruft Notstand aus – Ausgangssperre bis 25. Januar

Im Kampf gegen rasch steigende Covid-19-Infektionszahlen hat der Libanon am Montagabend einen „Gesundheitsnotstand“ ausgerufen. Von Donnerstag an bis zum 25. Januar soll zudem eine vollständige Ausgangssperre gelten, berichteten örtliche Medien. Die Entscheidung fällte der nationale Sicherheitsrat bei einer Dringlichkeitssitzung mit Präsident Michel Aoun. Der Gesundheitssektor stehe kurz vor dem Zusammenbruch, hieß es zur Begründung.

Öffentliche und private Unternehmen einschließlich Geschäftsbanken sowie Gotteshäuser sollen während des Lockdowns geschlossen bleiben. Ausnahmen gelten für die Sicherstellung der Grundversorgung sowie für den Flughafen Beirut, der mit 20-prozentiger Kapazität in Betrieb bleiben soll.

Das Land verzeichnete laut der Zeitung „Daily Star“ am Montag knapp 3.100 Neuinfektionen sowie 23 weitere Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie wurden demnach knapp 222.400 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen, die Zahl der Todesfälle stieg auf 1.629.

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Malteser: Corona-Impfstart in Entwicklungsländern weit entfernt

Die Malteser warnen vor globalen Ungerechtigkeiten bei den Corona-Impfungen. Während in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den USA bereits seit Ende Dezember mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen wurde, sei die Mehrheit der Bevölkerung im globalen Süden von einem Impfstart „weit entfernt“, kritisierte die katholische Hilfsorganisation am Dienstag in Köln.

Gemeinsam mit internationalen Hilfsorganisationen, Regierungen und Pharmaunternehmen habe die Weltgesundheitsorganisation WHO mit der Initiative Covax zwar die Grundlage dafür gelegt, Impfstoffe weltweit gerecht zu verteilen. „Das Problem ist aber, dass dieses Programm unterfinanziert ist“, so die Malteser.

Das unter anderem von der Bundesregierung und der EU zur Verfügung gestellte Geld reiche bei weitem noch nicht aus, um die Menschen in Ländern wie im Südsudan oder im Kongo an den Impfstoffen teilhaben zu lassen. Zugleich seien aber gerade diese Menschen besonders hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. „Dies liegt vor allem an den Einschränkungen und den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie“, sagt Annette Wächter-Schneider, Programmdirektorin von Malteser International.

Wächter-Schneider verwies darauf, dass die Vereinten Nationen bereits vor einigen Wochen davor gewarnt hätten, dass die Zahl der vom Hunger bedrohten Menschen nicht zuletzt infolge der Pandemie in diesem Jahr auf 235 Millionen steigen könne. „Wir müssen jetzt mehr helfen: Hunger bekämpfen und allen Ländern Zugang zu Impfstoffen ermöglichen, damit sich die bereits hoch kritische Situation nicht noch weiter verschärft“, forderte die Programmdirektorin.

„Wir können diese Pandemie nur besiegen, wenn wir die ganze Welt im Blick behalten. Ansonsten wird das Virus seinen Weg immer wieder in den globalen Norden finden“, mahnte Wächter-Schneider. „Dies sollte allen Regierungen klar sein, die darüber entscheiden, wie hoch ihre finanzielle Unterstützung für einen weltweiten Zugang zu den Impfstoffen ausfällt.“

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Streit um illegale Exhumierungen in Südafrika

In Südafrika sorgt die illegale Exhumierung mehrerer Corona-Toter in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen. Grund für die Ausgrabung der Leichen sei der Ahnenglaube im Osten des Landes, wie die Zeitung „Dispatch Live“ berichtete. Verwandte hätten demnach angegeben, von den Verstorbenen im Traum heimgesucht worden zu sein, da deren Begräbnis unter Corona-Sicherheitsvorkehrungen unwürdig gewesen sei.

Hauptärgernis sei demnach die Plastiktüte, in welche die Covid-19-Leichen eingewickelt wurden. Diese drohten nun die Geister der Verstorbenen zu „ersticken“, hieß es. Ein Ahne habe sich bei den Hinterbliebenen beschwert, „wie ein Krimineller“ gefesselt worden zu sein. „In unserer Tradition gibt es auch ein Leben nach dem Tod“, wird der Kulturexperte Loyiso Nqevu zitiert. Er fordert eine „respektvolle“ Beisetzung. Bei Medizinern stießen die illegalen Exhumierungen hingegen auf Unverständnis.

Südafrika befindet sich inmitten einer zweiten Corona-Welle, täglich wurden zuletzt zwischen 12.000 und 22.000 Neuinfektionen gemeldet. Mit insgesamt 1,2 Millionen Infizierten ist Südafrika das am stärksten betroffene Land des Kontinents.

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Glasgows Erzbischof nach Corona-Infektion gestorben

Glasgows Erzbischof Philip Tartaglia ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 70 Jahren nach seiner Corona-Infektion, wie das Erzbistum auf seiner Website bestätigte. Tartaglia leitete das schottische Hauptstadterzbistum seit 2012. Der 13. Januar ist der Gedenktag von Sankt Mungo, Schutzpatron von Glasgow.

Tartaglia wurde 1951 in Glasgow geboren. Er studierte am Päpstlichen Schottischen College und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. 1975 zum Priester geweiht war er ab 2005 Bischof von Paisley.

Kurz nach Weihnachten wurde Tartaglia positiv auf Covid-19 getestet und begab sich in Selbstisolation. Die genaue Todesursache steht dem Erzbistum zufolge noch nicht fest. Es liegt nun an Papst Franziskus, einen neuen Erzbischof zu ernennen. Bis dahin wird die Erzdiözese von einem Administrator geleitet.

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Dossier

Eine zweite Welle hat Europa erfasst, Teile Lateinamerikas sind noch bei der Bewältigung der ersten – und Teile Afrikas kamen bislang recht glimpflich davon. Ein Überblick, wie weltweit mit Corona umgegangen wird.

 


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Kolumbien fordert Hilfe bei Impfung von Migranten

Kolumbiens Präsident Ivan Duque hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten, um Migranten ohne gültige Aufenthaltspapiere im Land impfen zu können. Es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft Kolumbien dabei unterstütze, auch jene Personen behandeln zu können, die ihren Aufenthalt im Land nicht legalisiert hätten, sagte Duque laut Tageszeitung „El Tiempo“ am Dienstag (Ortszeit).

Duque fügte hinzu, dass illegale Migranten keine Priorität im nationalen Impfplan hätten, da die Regierung keine Information über deren Aufenthaltsorte oder medizinische Vorgeschichte habe.

Kolumbien nahm in den vergangenen Jahren rund 1,8 Millionen Flüchtlinge und Migranten aus Venezuela auf. Das Nachbarland wird von einer schweren Versorgungskrise erschüttert, zudem werfen Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen Venezuela massive Menschenrechtsverletzungen vor.

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Israel will Holocaust-Überlebende weltweit gegen Covid-19 impfen

Jeder Holocaust-Überlebende weltweit soll gegen das Coronavirus geimpft werden: Das ist das Ziel einer Kampagne des israelischen Ministeriums für Diaspora-Angelegenheiten, wie israelische Medien (Dienstag) berichten. Ministerin Omer Jankelewitsch (Blau-weißes Bündnis) beauftragte die weltweit tätige jüdische Freiwilligenorganisation Schalom Corps mit der bürokratischen Durchführung der Impfkampagne.

Während einer schweren globalen Krise inmitten der Corona-Pandemie bestehe so die Möglichkeit, „den Holocaust-Überlebenden, die die Vernichtung der Nazis erduldeten und durch ihre Tapferkeit das Judentum am Laufen halten konnten“, etwas zurückzugeben, wird Jankelewitsch zitiert. Für das Programm werde gegenwärtig nach Spendern gesucht.

Ferner bemühe sich das Ministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsressort um Unterstützung der beiden Impfstoffhersteller Moderna und Pfizer. Unter anderem sollten zusätzliche Impfstoffdosen eingekauft werden, damit Israels eigene Impfkampagne nicht verlangsamt wird. Der noch nicht endgültige Plan sieht demnach vor, Impfstoff an Zentren in der ganzen Welt zu verteilen. Holocaust-Überlebende, die die Impfzentren nicht erreichen können, sollen mit Sondereinsätzen versorgt werden.

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