Papst äußert Besorgnis über Lage in Venezuela

  • Südamerika - 12.01.2021

Der Papst hat sich in einem Brief besorgt über die prekären Zustände in Venezuela geäußert. In dem am Freitag veröffentlichten Schreiben an den venezolanischen Kardinal Balthazar Porras beklagt Franziskus „die Arroganz der Mächtigen“. Leidtragender der gegenwärtigen humanitären und sozioökonomischen Krise sei die Bevölkerung.

„Gott möge dir die Kraft und die Freimütigkeit geben, um mit dem Herzen eines Vaters das heilige, treue Volk Gottes zu begleiten und zu trösten“, schrieb der Papst dem Erzbischof von Merida zu dessen Namenstag. Die Menschen würden durch den anhaltenden politischen Konflikt, die Auswirkungen der Corona-Pandemie, und die wachsende Armut „stranguliert“.

Venezuela wird seit Jahren von einem Machtkampf zwischen der sozialistischen Regierung unter Präsident Nicolas Maduro und der Opposition erschüttert. Inzwischen haben mehr als fünf Millionen Menschen das Land verlassen. Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen werfen dem Maduro-Regime außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und Repression vor. Bemühungen der katholischen Kirche, einen Dialog zwischen den Konfliktparteien in Gang zu setzen, brachten bisher keinen nennenswerten Erfolg.

Venezuelas Bischöfe: Land leidet unter Folgen des Wirtschaftsmodells

In einer Botschaft zum Abschluss ihrer virtuellen Frühjahrsvollversammlung haben die Bischöfe Venezuelas gestern die gesellschaftliche Situation ihres Landes kritisiert. „Wir leiden in unserem Land unter den schlimmen Folgen eines Wirtschaftsmodells, das uns von einem Regime und einer Ideologie kommunistischem Typus auferlegt wurde und das uns alle in die Armut gestürzt hat, besonders aber die Schwächsten", schreiben sie. Gleichzeitig sehe man, wie sich eine Minderheit von Venezolanern zum Nachteil der Mehrheit der Bevölkerung bereichere.

Auch mit Blick auf die Maduro-Regierung fanden die Bischöfe klare Worte. Das Land brauche eine radikale Veränderung in seiner Führung. Dies verlange der Regierung Integrität, Rationalität und Landesliebe ab, so Oberhirten. Zudem riefen sie dazu auf, diesen Prozess auf „legalem und friedlichem Wege" zu gestalten, nämlich durch „Präsidentschafts- und Parlamentswahlen unter den Bedingungen von Freiheit und Gleichheit für alle Kandidierenden und unter Aufsicht pluraler Organismen."

© Text: KNA/weltkirche.de