Papst und Erzbischof mahnen Südsudan zu mehr Friedenseinsatz

  • Afrika - 31.12.2020

Internationale Kirchenführer haben die Verantwortlichen im Südsudan ermahnt, mehr für Frieden und Wiederaufbau des Landes zu tun. In einer Weihnachtsbotschaft erinnern Papst Franziskus, Canterburys Erzbischof Justin Welby als Ehrenoberhaupt der Anglikaner sowie der Moderator der Kirche von Schottland, Martin Fair, dabei auch an ihr Versprechen, den Südsudan zu besuchen.

In dem Schreiben erinnern die Kirchenvertreter an gegenseitige Versprechen bei einem Treffen im April 2019 im Vatikan. Sie selbst hätten ihren Besuch versprochen, die politisch Verantwortlichen um Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar die „reibungslose Umsetzung des Friedensabkommens“. Zwar würdigen Franziskus, Welby und Fair „die kleinen Fortschritte, die Sie gemacht haben, aber wir wissen, dass diese nicht ausreichen, damit Ihr Volk die volle Wirkung des Friedens erleben kann“.

Bei dem Treffen im April 2019 hatte der Papst Kiir, Machar und Vizepräsidentin Rebecca Nyandeng Garang in einer eindrucksvollen Geste „im Namen des südsudanesischen Volkes“ um Frieden gebeten: Er kniete vor ihnen nieder und küsste ihnen die Füße. Seither gab es für den von jahrelangem Bürgerkrieg gebeutelten Südsudan kleinere Fortschritte. So wurden mittlerweile weitere Konfliktparteien des Landes in Verhandlungen und Waffenstillstandsabkommen einbezogen.

Regierung und Oppositionsbewegung verständigten sich Anfang Dezember darauf, ethnische, kulturelle und sprachliche Unterschiede sowie die Grenzen zwischen den verschiedenen Regionen zu respektieren. Offen sind hingegen zwei strittige Punkte: die Art des Konflikts im Südsudan – ob ethnisch oder nicht – sowie die Modalitäten der Verabschiedung einer künftigen Verfassung.

Die Gespräche auf Vermittlung der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, der italienischen Regierung und einer eigens geschaffenen, international besetzten Monitorgruppe fanden zu einem großen Teil in Rom statt.

© Text: KNA