Corona macht Missio kreativ – Kurzfilm und Live-Chat

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  • Hilfswerke - 28.09.2020

Abstand halten, Sozialkontakte meiden – in Coronazeiten gilt das als neue Höflichkeit. Dabei benötigen Menschen gerade nun die Unterstützung und den Beistand anderer. Darum wirbt Missio zum Weltmissionsmonat.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen – das hat sich auch das katholische Hilfswerk Missio Aachen mit Blick auf den kommenden Weltmissionsmonat gedacht: Erstmals hat es gemeinsam mit internationalen Partnern der rund 120 Missio-Werke in aller Welt einen Kurzfilm produziert, der auf der Homepage zu sehen ist. Die Botschaft von „#Zusammenhalten“: Wir, kirchlich Engagierte und Verantwortliche aus allen Kontinenten, bleiben auch in Zeiten von Corona an der Seite bedürftiger Menschen. Zugleich ruft der Film dazu auf, die bundesweite Kollekte zum Sonntag der Weltmission am 25. Oktober zu unterstützen.

Ein solcher Film sei schon länger geplant gewesen, erklärt Missio-Sprecher Johannes Seibel. Es sei ein „kleines Abenteuer“ gewesen, mit Menschen aus so vielen Kulturen einen Film zu machen. Am Beispiel Corona wecke er „ein Bewusstsein“ für das starke weltweite Netzwerk der Missio-Werke. „Wir können zeigen, wie wir in einer solchen Krise zusammenhalten und an der Seite der Menschen bleiben.“ Zu diesem Netzwerk gehören in Deutschland Missio Aachen und Missio München. Sie unterstützen die Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien, damit sie dort pastorale und soziale Arbeit leisten kann.

Eigentlich sollte der interreligiöse Dialog im Zentrum des Weltmissionsmonats 2020 stehen, aber Corona habe „alles durcheinander gewirbelt“, sagt Seibel. Binnen drei Monaten sei die Kampagne für die weltgrößte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche „neu gestrickt“ und das ursprüngliche Thema vertagt worden. Nun steht die Aktion unter dem Leitwort „Selig, die Frieden stiften – Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“. Der Eröffnungsgottesdienst des Weltmissionsmonats, gestaltet von Missio Aachen und dem Bistum Mainz, wird am 4. Oktober in Mainz gefeiert. Der zentrale Gottesdienst zum Weltmissionssonntag am 25. Oktober findet unter Federführung von Missio München in Passau statt.

In diesem Jahr steht kein einzelnes Beispielland im Fokus der Aktion, sondern eine ganze krisengeschüttelte Region: Westafrika. Lange lebten die Menschen verschiedener Religionen und Ethnien dort friedlich zusammen. Zunehmend werden die Länder der Sahelzone jedoch zum Schauplatz von Anschlägen und islamistischer Gewalt. Die Corona-Pandemie hat diese Lage noch verschärft. Die Sehnsucht nach Frieden ist groß. In Ländern wie Nigeria, Niger, Mali, Senegal oder Burkina Faso ist es vor allem die Kirche, die den Menschen bei medizinischen und pastoralen Bedürfnissen beisteht und den Kampf gegen Corona führt.

Dossier

Die Coronapandemie stellt den Monat der Weltmission auf den Kopf. Ob und wie in Gemeinden Aktionen stattfinden können, ist erst langsam abzusehen. Noch wichtiger ist aber der Blick auf die Corona-Auswirkungen für die Menschen, die nicht über die Mittel verfügen, um wirksam auf die Pandemie zu reagieren.


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Missio zu Hause

Anders als sonst werden in diesem Pandemie-Jahr keine Gäste aus den Missio-Partnerländern deutsche Gemeinden besuchen können, um von ihrer Arbeit zu erzählen. Kein Grund für Missio, nicht dennoch am Weltmissionssonntag mit ihnen ins Gespräch zu kommen: Das Hilfswerk lädt am 25. Oktober zu einem Livestream „missio@home“ mit Missio-Präsident Dirk Bingener, Missio-Botschafterin Patricia Kelly, WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer und Videoeinspielungen internationaler Gäste, um „die Solidarität ins Digitale zu übertragen“. Interessierte können per Chat Rückfragen stellen und an weiteren Aktionen teilnehmen. Eine absolute Premiere, auch für Seibel: „Das ist der erste digitale Weltmissionssonntag in unserer Geschichte“.

Eine besondere Herausforderung sind in diesem Jahr die Kollekten zum Weltmissionssonntag in Deutschland und rund 100 weiteren Ländern vor Ort, mit denen die kirchliche Arbeit in den ärmsten Ländern unterstützt werden soll. Denn weltweit werden coronabedingt weniger Gottesdienstbesucher kommen und damit Einbußen bei dieser Kollekte erwartet, fürchtet Seibel. In den Ländern, in denen die Partnerinnen und Partner von Missio arbeiten, gibt es keine Kirchensteuer. Sie finanzieren ihre Arbeit zumeist aus ihren eigenen lokalen Sammlungen in den Sonntagsgottesdiensten, die jetzt schon vor Ort deutlich geringer ausfallen. „Wenn das jetzt auch die Kollekte zum Weltmissionssonntag trifft, dann ist das für die Kirche im globalen Süden eine doppelte Katastrophe – darum bitten wir in diesem Jahr um besondere Solidarität und digitale Spenden“, sagt Seibel.

Von Angelika Prauß (KNA)

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