Erzbischof Schick: Christen müssen Klimaschützer sein

  • Umwelt - 27.05.2020

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat dazu aufgerufen, in der Corona-Pandemie den Umweltschutz nicht zu vergessen. Jeder Christ müsse ein Klimaschützer sein, erklärte Schick am Freitag und verwies auf die vor fünf Jahren veröffentlichte Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Die Corona-Pandemie sei auch eine Folge von Umweltveränderungen, fügte der Weltkirche-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz hinzu. Langfristig sei die Gefahr für die Erde durch den Klimawandel weitaus größer als durch das Virus.

Dass die Menschen bei akuter Bedrohung von Gesundheit und Leben auch zu drastischen Einschränkungen bereit seien, hätten die Maßnahmen in den vergangenen Wochen bewiesen, so der Erzbischof. Zudem sei der CO2-Ausstoß in Deutschland seither um ein Viertel gesunken. Genauso wie die Corona-Krise erfordere auch der Klimaschutz von jedem Einzelnen Verzicht und Einschränkungen. Nur durch universale Solidarität könnten die Menschen die derzeit stattfindende Zerstörung der Erde stoppen. „Seit ‚Laudato si‘ darf niemand mehr den leisesten Zweifel daran haben, dass Umweltverschmutzung Sünde ist“, betonte Schick.

Kardinal Woelki wirbt für „Zeitenwende“ bei Nachhaltigkeit

Für eine „Zeitenwende“ in punkto Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit hat sich der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ausgesprochen. Alle Menschen seien zur radikalen Umkehr aufgefordert, erklärte er am Mittwoch auf seinen Social-Media-Kanälen. Aus dem Evangelium erwachse die Motivation, sich für seinen Nächsten einzusetzen und keinen Beifall dafür zu erwarten.

Die Corona-Krise habe den Menschen vor Augen geführt, „dass wir nicht einfach zu unserer alten Lebensweise zurückkehren können“, so der Kölner Erzbischof. Das von Papst Franziskus ausgerufene „Laudato si“-Jahr für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit komme genau zu richtigen Zeit. Mehr als zuvor gelte es jetzt, füreinander Verantwortung zu übernehmen, betonte Woelki: einerseits durch den Einsatz für eine geschwisterliche und sozial gerechte Welt, andererseits durch den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde.

Fünf Jahre nach Erscheinen der Enzyklika „Laudato si“ will die päpstliche Entwicklungsbehörde mit dem Aktionsjahr die Gedanken von Papst Franziskus zu einem nachhaltigeren Umgang mit der Schöpfung in den Vordergrund stellen. Geplant sind unter anderem Konferenzen zu nachhaltiger Wirtschaft und ein vatikanischer Preis für nachhaltige Initiativen. Das Jahr soll bis zum 24. Mai 2021 gehen.

© Text: KNA

Umwelt-Enzyklika - 27.05.2020

Die Enzyklika „Laudato si“ wurde am 24. Mai 2015 als zweites großes Lehrschreiben von Papst Franziskus veröffentlicht. Mit einem Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz befasst sie sich mit der Frage einer ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklung.


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